Start Aktuelles „Caro Ombrellone“ – Was kostet der Schatten in Italien 2025?

„Caro Ombrellone“ – Was kostet der Schatten in Italien 2025?

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Der Schatten wir zunehmend teurer und Ordnung trifft Urlaub – klassische Reihen mit Sonnenschirmen und Liegen an einem italienischen Strand zeigen, wie stark der Platz am Meer reglementiert und kommerzialisiert ist. (Foto: © Bastian Glumm)
Der Schatten wir zunehmend teurer und Ordnung trifft Urlaub – klassische Reihen mit Sonnenschirmen und Liegen an einem italienischen Strand zeigen, wie stark der Platz am Meer reglementiert und kommerzialisiert ist. (Foto: © Bastian Glumm)

Wer in diesem Sommer in Italien unter einem Sonnenschirm entspannen möchte, muss sich auf steigende Preise einstellen. Der „caro ombrellone“, also die Schatten-Inflation, setzt sich auch 2025 fort – wenn auch etwas gemäßigter als im Vorjahr. Im landesweiten Durchschnitt zahlen Badegäste mittlerweile rund 25 bis 35 Euro pro Tag für ein Standardpaket aus zwei Liegen und einem Sonnenschirm. Das hängt stark von der Region, dem Wochentag und der Nähe zum Wasser ab.

Teurer Schatten – ganz ohne Inflation

Laut aktuellen Erhebungen von Verbraucherverbänden wie Federconsumatori haben sich die Preise im Vergleich zu 2024 um etwa sechs Prozent erhöht. Wer nicht nur einen Tag, sondern gleich eine Woche oder sogar einen ganzen Monat bleiben möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für ein Monatsabo mit reserviertem Liegeplatz werden mittlerweile im Schnitt über 770 Euro fällig – je nach Lage kann es auch mehr sein.

Wo ein Sonnenschirm fast so viel kostet wie ein Hotelzimmer

Allerdings gibt es enorme Unterschiede zwischen den Regionen. In beliebten Ferienorten wie Forte dei Marmi, auf Sardinien oder an der Amalfiküste kann ein Tag am Meer locker über 100 Euro kosten. Besonders exklusiv geht es im Twiga Beach Club in der Versilia zu. Dort zahlen Gäste für ein luxuriös ausgestattetes Strandzelt mit Butler-Service und eigenem Lounge-Bereich bis zu 1.500 Euro pro Tag. Auch andere Anlagen wie das Nikki Beach auf Sardinien oder das Hotel Excelsior am Lido von Venedig bieten exklusive Plätze mit Preisen zwischen 400 und 550 Euro – teilweise inklusive Konsumationsguthaben für Champagner oder Sushi.

Einige dieser Preise wurden kürzlich in einer Erhebung von QuiFinanza veröffentlicht. Wer es sich leisten kann, bekommt dafür nicht nur Schatten, sondern ein Rundum-Erlebnis mit Komfort und Prestige.

Doch für die meisten Urlauber steht weniger das Prestige, sondern vielmehr der einfache Komfort im Mittelpunkt. Sicherheit, Sauberkeit, Nähe zum Wasser und ein möglichst faires Preis-Leistungs-Verhältnis sind für viele entscheidend – besonders für Familien.

Preise für Schatten hier noch badetauglich

Etwas entspannter bleibt die Situation im Süden. In Regionen wie den Abruzzen, der Basilikata oder in Teilen Kalabriens lassen sich noch Plätze finden, die auch zur Hochsaison unter der 25-Euro-Marke liegen. Auch an einigen Abschnitten in Apulien und an der Adriaküste gibt es vergleichsweise günstige Strandbäder. Daneben gewinnen sogenannte „spiagge libere“, also frei zugängliche Strände, zunehmend an Beliebtheit. Manche Gemeinden bieten inzwischen einfache Sonnenschirme oder mobile Liegen zur Miete an – eine pragmatische Lösung für alle, die flexibel bleiben wollen.

Viele Betreiber bemühen sich zudem, den gestiegenen Preisen mit mehr Flexibilität zu begegnen. Halbtagesbuchungen, Rabatte bei Online-Reservierungen oder wetterabhängige Rückerstattungen sind keine Seltenheit mehr. Auch sogenannte Sharing-Modelle, bei denen sich zwei Parteien eine Liegezeit am Tag teilen, setzen sich langsam durch – besonders bei jüngeren Gästen.

Typisch Italien: Türkisblaues Wasser, geordnete Reihen aus Liegen und Schirmen – ein Bild perfekter Urlaubsidylle mit klar definiertem Komfort. (Foto: © Bastian Glumm)
Typisch Italien: Türkisblaues Wasser, geordnete Reihen aus Liegen und Schirmen – ein Bild perfekter Urlaubsidylle mit klar definiertem Komfort. (Foto: © Bastian Glumm)

Mehr als nur ein Platz am Meer

Der klassische Liegestuhl ist heute längst nicht mehr alleiniger Hauptdarsteller. Für viele Urlauber ist der Tag am Strand ein Gesamtpaket. WLAN, gepflegte Sanitäranlagen, Animation für Kinder, Yoga-Kurse im Sand oder ein Aperitivo mit Meerblick gehören für viele ebenso dazu wie der Sonnenschirm selbst.

Auch diese Zusatzangebote haben ihren Preis. Nebenleistungen wie Getränke, Snacks, Tretboot-Verleih oder Parkgebühren sind 2025 im Schnitt um zwei bis fünf Prozent teurer geworden – teilweise sogar noch mehr, wie Sky TG24 berichtete. Wer mit Familie oder Freunden ans Meer reist, sollte sich also nicht nur über die Liegepreise, sondern auch über die Zusatzkosten im Klaren sein. Frühzeitige Planung und gute Recherche lohnen sich – nicht zuletzt, weil viele beliebte Strandbäder längst auf Online-Reservierungen umgestellt haben.

Der Sommer wird nicht billig

Italien bleibt ein Sehnsuchtsziel für Sonnenhungrige – und trotz steigender Preise finden sich noch immer Orte, an denen der Tag am Meer nicht zum Luxus wird. Wer früh plant, flexibel ist und vielleicht auch mit der zweiten oder dritten Reihe vorliebnimmt, kann einen entspannten Strandurlaub genießen, ohne das Urlaubsbudget zu sprengen.

Denn manchmal liegt der wahre Luxus nicht in der teuersten Liege, sondern im Blick aufs Meer – mit einem kühlen Getränk in der Hand und Sand zwischen den Zehen.

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