
Pizza ist in Italien kein Trend, sondern Alltag. Umso schwerer ist es für eine Kette, sich in diesem Umfeld dauerhaft zu etablieren, ohne austauschbar zu wirken. Pizzium ist genau das gelungen. Seit der Gründung im Jahr 2017 in Mailand hat sich das Unternehmen innerhalb weniger Jahre zu einer der bekanntesten italienischen Pizza-Ketten entwickelt und betreibt heute rund 50 Restaurants in verschiedenen Regionen Italiens.
Vollwertige Pizzerien mit Service am Tisch
Trotz dieser Größe versteht sich Pizzium nicht als klassische Systemgastronomie. Die Restaurants folgen zwar einem klar definierten Marken- und Raumkonzept, funktionieren jedoch wie vollwertige Pizzerien mit Service am Tisch und einer Atmosphäre, die zum Sitzenbleiben einlädt. Man richtet sich nicht an den schnellen Durchlauf, sondern an Gäste, die bewusst essen gehen möchten – Einheimische ebenso wie Reisende.
Im Mittelpunkt steht durchgängig die neapolitanische Pizza. Der Teig ist weich, lange gereift und entwickelt den typischen luftigen Rand, der für diesen Stil charakteristisch ist. Gebacken wird bei hoher Temperatur, die Pizza bleibt saftig, leicht und gut ausbalanciert. Damit positioniert sich Pizzium klar gegenüber vielen anderen Ketten, die zwar Pizza anbieten, aber stärker auf Vereinfachung und Standardisierung setzen.

Die Restaurants wirken modern, aber nicht kühl
Gerade in Italien, wo die lokale Pizzeria oft ein sehr persönlicher Ort ist, fällt dieser Ansatz auf. Pizzium versucht nicht, Tradition zu imitieren, sondern übersetzt sie in ein zeitgemäßes, urbanes Gastronomiekonzept. Die Restaurants wirken modern, aber nicht kühl, professionell geführt, ohne distanziert zu sein. Diese Balance ist ein wesentlicher Grund dafür, warum sich die Marke in einem anspruchsvollen Markt etablieren konnte.
Unser persönlicher Kontakt mit Pizzium entstand eher zufällig. Eine Autopanne im Dezember machte aus einer geplanten Durchreise zwei ungeplante Nächte in Parma. In unmittelbarer Nähe unseres Hotels befand sich eine Pizzium-Filiale, die wir zunächst aus praktischen Gründen aufsuchten und am zweiten Abend ganz bewusst erneut wählten.
Pizzium: Pizza überzeugt mit guter Qualität
Das Restaurant präsentierte sich lebendig und zugleich entspannt. Es war gut besucht, ohne laut oder hektisch zu wirken. Der Service war aufmerksam und routiniert, die Abläufe eingespielt. Entscheidend war jedoch die Pizza selbst, die uns durch ihre Qualität überzeugte und den Ausschlag dafür gab, ein zweites Mal wiederzukommen.

Besonders aufgefallen ist uns ein Detail der Speisekarte in der Parma-Filiale. Dort wurden neapolitanische Pizzen mit regionalen Namen angeboten, unter anderem mit den Bezeichnungen Emilia-Romagna und Lombardia. Verkauft wurde dabei eindeutig neapolitanische Pizza, deren Zusammenstellung jedoch regionale Bezüge aufgriff. Ob dieses Prinzip Teil eines übergreifenden Konzepts ist oder standortabhängig variiert, lässt sich aus unserer Erfahrung nicht sicher sagen. In Parma jedenfalls wirkte dieser Ansatz schlüssig und gut eingebettet in den lokalen Kontext.
Wachsende Kette in Italien
Pizzium zeigt, dass eine wachsende Kette in Italien nicht zwangsläufig auf Austauschbarkeit hinauslaufen muss. Mit einer landesweiten, aber überschaubaren Präsenz, einem klaren kulinarischen Fokus und Restaurants, die sich wie echte Pizzerien anfühlen, nimmt das Unternehmen eine bemerkenswerte Zwischenposition ein. Unser ungeplanter Aufenthalt in Parma hat Pizzium als verlässliche, qualitativ überzeugende Adresse in Erinnerung behalten lassen, gerade weil nichts überinszeniert war, sondern vieles einfach stimmte.
Adresse:
Viale Mentana 120, 43121 Parma (PR), Italien
Öffnungszeiten:
täglich 12.00–14.30 Uhr
täglich 19.00–23.00 Uhr
Telefon:
+39 0521 1475281
Website & Reservierung:
www.pizzium.com







































