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Rom führt Tempo 30 im historischen Zentrum ein

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Rom hat in der Zona a Traffico Limitato des historischen Zentrums ein einheitliches Tempolimit von 30 km/h eingeführt. (Symbolfoto: © Bastian Glumm)
Rom hat in der Zona a Traffico Limitato des historischen Zentrums ein einheitliches Tempolimit von 30 km/h eingeführt. (Symbolfoto: © Bastian Glumm)

Rom hat sein historisches Zentrum verkehrspolitisch neu justiert. Seit Mitte Januar gilt innerhalb der Zona a Traffico Limitato des Centro Storico flächendeckend eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Die Entscheidung markiert keinen Bruch mit der bisherigen Verkehrspolitik, wohl aber eine deutliche Verschärfung der Regeln innerhalb eines seit Jahrzehnten bestehenden Systems.

ZTL: Keine neue Zone, sondern eine neue Logik

Entgegen mancher Berichte handelt es sich bei der aktuellen Maßnahme nicht um die Einführung einer neuen Verkehrszone. Die Zona a Traffico Limitato im historischen Zentrum Roms existiert bereits seit den 1990er-Jahren und gehört zu den ältesten ihrer Art in Italien. Ihr Zweck war von Anfang an, den Autoverkehr im sensiblen historischen Stadtkern zu begrenzen und die Zahl der einfahrenden Fahrzeuge zeitlich und strukturell zu kontrollieren.

Die ZTL regelte bislang in erster Linie den Zugang. Je nach Tageszeit, Wochentag und Fahrzeugtyp war die Einfahrt erlaubt oder verboten. Anwohner, Lieferverkehr, Taxis und Fahrzeuge mit Sondergenehmigungen unterlagen eigenen Regelungen. Was die ZTL jedoch nicht einheitlich regelte, war die Geschwindigkeit innerhalb der Zone.

Wo Tempo 30 jetzt gilt

Die neue Regelung betrifft ausschließlich das Gebiet der bestehenden ZTL im Centro Storico. Dieses umfasst das historische Zentrum in seiner klassischen Ausdehnung zwischen dem Tiber, der Piazza Venezia, der Via Nazionale, dem Bereich um den Circus Maximus sowie Teilen von Trastevere. Maßgeblich ist allein, ob eine Straße innerhalb der offiziellen ZTL-Grenzen liegt.

Elektronische Zugangskontrolle zur Zona a Traffico Limitato im historischen Zentrum von Rom, in dem seit Mitte Januar ein einheitliches Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde gilt. (Foto: © makis7 / Adobe Stock)
Elektronische Zugangskontrolle zur Zona a Traffico Limitato im historischen Zentrum von Rom, in dem seit Mitte Januar ein einheitliches Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde gilt. (Foto: © makis7 / Adobe Stock)

Innerhalb dieses gesamten Bereichs gilt nun ausnahmslos Tempo 30. Das schließt nicht nur enge Altstadtgassen ein, sondern ausdrücklich auch breite innerstädtische Verkehrsachsen. Straßen wie der Corso Vittorio Emanuele II, die Via del Teatro Marcello oder der Traforo zwischen Via Nazionale und Piazza Barberini unterliegen nun denselben Geschwindigkeitsvorgaben wie kleinere Nebenstraßen.

Wie die Situation vorher war

Vor der Einführung des flächendeckenden Tempolimits war die Geschwindigkeitsregelung im historischen Zentrum uneinheitlich. Viele kleinere Straßen waren bereits als Tempo-30-Zonen ausgewiesen, insbesondere dort, wo hohes Fußgängeraufkommen und bauliche Enge dies nahelegten. Auf größeren innerstädtischen Durchgangsstraßen innerhalb der ZTL galt hingegen in der Regel Tempo 50.

Das führte dazu, dass Autofahrer innerhalb weniger hundert Meter mit unterschiedlichen Tempolimits konfrontiert sein konnten. Die ZTL schuf zwar Zugangsbeschränkungen, ließ aber innerhalb der Zone ein Nebeneinander verschiedener Geschwindigkeitsregelungen zu. Genau diese Unübersichtlichkeit wollte die Stadtverwaltung nun beseitigen.

Ziel der Vereinheitlichung

Mit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 innerhalb der ZTL verfolgt die Stadt Rom das Ziel, den historischen Stadtkern verkehrlich zu beruhigen und die Regeln klarer zu gestalten. Niedrigere und einheitliche Geschwindigkeiten sollen die Verkehrssicherheit erhöhen, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, und gleichzeitig Lärm sowie Abgasemissionen reduzieren.

Zugleich wird das historische Zentrum stärker als Aufenthaltsraum verstanden und weniger als Durchfahrtsgebiet. Die neue Regelung unterstreicht damit eine Entwicklung, die auch in anderen europäischen Städten zu beobachten ist.

Was das für Verkehrsteilnehmer bedeutet

Für Autofahrer bedeutet die Änderung vor allem eines: Innerhalb der ZTL gilt grundsätzlich Tempo 30, unabhängig davon, ob es sich um eine kleine Seitenstraße oder eine frühere Hauptverkehrsachse handelt. Frühere Erfahrungswerte sind damit nicht mehr verlässlich.

Die ZTL bleibt weiterhin eine Zugangsbeschränkung mit festen Zeitfenstern. Neu ist jedoch, dass innerhalb dieser Zone nun eine klare und einheitliche Geschwindigkeitsregel gilt, die konsequent kontrolliert werden soll. Eine Übergangsphase ist bis Mitte Februar vorgesehen, in der Schilder, Polizeipräsenz und Informationskampagnen die Umstellung begleiten sollen. Das teilt die Stadtverwaltung in Rom mit.

Infokasten: Wo gilt Tempo 30 jetzt genau in Rom?
Tempo 30 gilt innerhalb der ZTL Centro Storico (einschließlich der Teilzone ZTL Tridente). Praktisch orientierst du dich an den ZTL-Zufahrten (Varchi): Alles, was hinter diesen Zugängen im historischen Zentrum liegt, fällt unter das neue einheitliche Tempolimit.
Wichtige ZTL-Zugänge/Grenzpunkte:

  • Via Ferdinando di Savoia
  • Passeggiata di Ripetta
  • Via Tomacelli
  • Via di Ripetta
  • Via Zanardelli
  • Via di Panico
  • Corso Vittorio Emanuele II (ZTL-Zugang im Bereich des Zentrums)
  • Largo dei Fiorentini
  • Via San Filippo Neri
  • Via Giulia
  • Via Arenula
  • Via del Teatro Marcello

Beispiele für zentrale Straßen innerhalb der ZTL, auf denen Tempo 30 ausdrücklich mitumfasst ist:

  • Corso Vittorio Emanuele II
  • Via del Teatro Marcello
  • Traforo (Verbindung zwischen Via Nazionale und Piazza Barberini)
  • Via del Corso (ZTL Tridente)

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