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Meloni trifft Merz: Italien und Deutschland wollen Kooperationen vertiefen

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Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßen sich bei den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen in Rom. (Foto: © Presse- und Informationsamt der Bundesregierung/Guido Bergmann)
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßen sich bei den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen in Rom. (Foto: © Presse- und Informationsamt der Bundesregierung/Guido Bergmann)

Bundeskanzler Friedrich Merz und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni sind jetzt in Rom zu deutsch-italienischen Regierungskonsultationen zusammengekommen. Begleitet wurden sie von mehreren Mitgliedern ihrer Kabinette. Im Mittelpunkt des Treffens standen Gespräche über die Zusammenarbeit beider Länder in politischen, wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen und kulturellen Fragen.

Regierungskonsultationen sind ein fest etabliertes Format bilateraler Zusammenarbeit. Sie dienen dazu, Positionen abzustimmen und laufende Projekte zwischen zwei Regierungen zu koordinieren. In Rom fanden neben dem Gespräch der beiden Regierungschefs zahlreiche Treffen auf Ministerebene statt.

Meloni und Merz: Abstimmung auf europäischer Ebene

Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen innerhalb der Europäischen Union statt. Deutschland und Italien gehören zu den größten Mitgliedstaaten und sind in vielen Politikfeldern eng miteinander verbunden. In Rom ging es darum, bestehende Kooperationslinien zu überprüfen und Möglichkeiten einer engeren Abstimmung auszuloten.

Dabei spielten Fragen der europäischen Wirtschaftspolitik ebenso eine Rolle wie die Zusammenarbeit in internationalen Gremien. Konkrete politische Festlegungen wurden öffentlich nicht im Detail benannt.

Wirtschaft, Industrie und Verteidigungsfragen

Ein Schwerpunkt der Konsultationen lag auf wirtschafts- und industriepolitischen Themen. Beide Länder verfügen über ausgeprägte industrielle Strukturen und stehen vor vergleichbaren Herausforderungen, etwa bei Energieversorgung, Wettbewerbsfähigkeit und Lieferketten. In den Gesprächen wurde erörtert, wie Deutschland und Italien ihre Positionen innerhalb der Europäischen Union besser koordinieren können. Ziel war es, einen regelmäßigen Austausch über wirtschaftspolitische Fragen fortzuführen.

Auch sicherheits- und verteidigungspolitische Aspekte waren Teil der Konsultationen. Die Gespräche knüpften an bestehende Formen der Zusammenarbeit an und dienten der Abstimmung weiterer Vorhaben. Dabei ging es unter anderem um europäische Sicherheitsfragen und die Kooperation in der Verteidigungsindustrie. Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen bestehender internationaler Bündnisse und europäischer Strukturen.

Kulturelle Zusammenarbeit

Neben politischen und wirtschaftlichen Themen wurde auch die kulturelle Zusammenarbeit thematisiert. Beide Regierungen unterstrichen die Bedeutung kultureller Projekte für die bilateralen Beziehungen. Vereinbart wurden Initiativen, die den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Italien weiterführen sollen.

Dazu gehört unter anderem eine geplante Kulturroute durch Italien, die an die Italienreise Johann Wolfgang von Goethes anknüpft. Ergänzt werden soll sie durch Ausstellungen, digitale Angebote und weitere Austauschformate. Auch die Zusammenarbeit im Bereich literarischer Übersetzungen soll fortgesetzt werden.

Migration und weitere Gespräche

Migration war ebenfalls Gegenstand der Gespräche. Dabei tauschten sich beide Seiten über bestehende europäische Ansätze und aktuelle Herausforderungen aus. Öffentliche Stellungnahmen blieben allgemein gehalten.

Die Konsultationen in Rom dienten insgesamt der politischen Abstimmung und der Fortführung bestehender Kooperationsformate. Weitere Gespräche zwischen Deutschland und Italien sind vorgesehen.

Hintergrund: Deutsch-italienische Kulturroute

Im Rahmen der deutsch-italienischen Regierungskonsultationen wurde eine vertiefte kulturelle Zusammenarbeit vereinbart. Ein zentrales Projekt ist der Aufbau einer Kulturroute durch Italien, die sich an den Stationen der historischen Italienreise Johann Wolfgang von Goethes orientiert.

Die geplante Route soll zentrale Orte der Reise miteinander verbinden und kulturelle, literarische und historische Bezüge sichtbar machen. Ziel ist es, bestehende Kulturinstitutionen, Museen und Bildungsangebote entlang dieser Stationen stärker zu vernetzen und für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

Ergänzend sind digitale Angebote vorgesehen, die Hintergründe zur Reise Goethes, zur deutsch-italienischen Kulturgeschichte sowie zu den jeweiligen Orten vermitteln. Darüber hinaus sind Ausstellungen, Veranstaltungen und Austauschformate geplant, die den kulturellen Dialog zwischen Deutschland und Italien fördern sollen.

Die Kulturroute ist als langfristiges Projekt angelegt und Teil eines erweiterten kulturpolitischen Ansatzes, mit dem beide Länder ihre kulturellen Beziehungen weiterentwickeln und institutionell absichern wollen.

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