
Seit dem 1. Januar 2026 gelten auf Italiens Autobahnen höhere Gebühren. Autofahrerinnen und Autofahrer zahlen für die Nutzung der pedaggi autostradali im Durchschnitt rund 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Betroffen sind sowohl italienische Pendler als auch Urlauber und der internationale Transitverkehr auf den italienischen Mautstrecken.
Die Erhöhung kam nicht überraschend. Italienische Medien hatten bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass eine Anpassung der Tarife zum Jahreswechsel vorgesehen war. Grundlage sind vertraglich festgelegte Mechanismen zwischen Staat und Autobahnbetreibern, insbesondere die Indexierung an die Inflationsentwicklung.
Bregenzter politischer Handlungsspielraum
Versuche der Regierung, die Mauterhöhung zu stoppen oder aufzuschieben, blieben erfolglos. Nach übereinstimmender Berichterstattung italienischer Medien bestätigte die Corte Costituzionale, dass die bestehenden Konzessionsverträge rechtlich bindend sind. Eingriffe in die Tarifgestaltung seien nur in sehr engen Grenzen zulässig.
Auch die Autorità di Regolazione dei Trasporti (ART) hatte bereits im Vorfeld betont, dass eine Anpassung an die programmierte Inflationsrate notwendig sei. Ziel sei es, Betrieb, Instandhaltung und Investitionen in das Autobahnnetz langfristig zu sichern.
Unterschiede je nach Strecke und Betreiber
Die Mauterhöhung fiel landesweit moderat aus, ist jedoch nicht auf allen Strecken identisch. Wie italienische Fachmedien berichten, liegt der durchschnittliche Anstieg zwar bei rund 1,5 Prozent, einzelne Autobahnabschnitte verzeichneten jedoch etwas höhere oder niedrigere Anpassungen. Auf stark frequentierten Strecken, insbesondere im Süden Italiens oder auf wichtigen Transitachsen, stiegen die Gebühren teilweise um knapp unter zwei Prozent.
Gleichzeitig blieben die Tarife auf einzelnen Abschnitten stabil. Dort greifen spezielle Regelungen in den jeweiligen Konzessionsverträgen oder bereits bestehende Tarifobergrenzen.
Politische Kritik hielt an, Kurswechsel blieb aus
Trotz des vergleichsweise moderaten Anstiegs blieb die Mauterhöhung politisch umstritten. Vertreter mehrerer Parteien hatten im Vorfeld ein Einfrieren der Gebühren gefordert und vor zusätzlichen Belastungen für Haushalte und Unternehmen gewarnt. Auch Verkehrsminister Matteo Salvini hatte wiederholt erklärt, man wolle zusätzliche Kosten für Autofahrer möglichst vermeiden.
Letztlich setzte sich jedoch die rechtliche und vertragliche Realität durch. Beobachter bewerten die Erhöhung weniger als politische Entscheidung, sondern als automatische tarifliche Anpassung, die aus dem bestehenden System resultiert. Ein grundlegender Kurswechsel würde eine umfassende Neuverhandlung der Autobahnkonzessionen erfordern.
Geringe Mehrkosten, Teil steigender Mobilitätsausgaben
Für Reisende aus dem Ausland macht sich die Erhöhung in der Praxis meist nur geringfügig bemerkbar. Auf typischen Urlaubs- oder Transitstrecken bedeutet der Anstieg in der Regel Mehrkosten von wenigen Eurocent bis zu einigen Euro pro Fahrt. Dennoch fügt sich die Mauterhöhung in eine Phase insgesamt steigender Mobilitätskosten ein, die auch durch höhere Energiepreise und Lebenshaltungskosten geprägt ist.
Langfristig sehen Experten in den regelmäßigen Anpassungen einen Versuch, die Finanzierung der italienischen Autobahnen stabiler zu gestalten. Die Diskussion über soziale und wirtschaftliche Auswirkungen dürfte Italien jedoch auch nach dem Jahreswechsel 2026 weiter begleiten.


































