Start Aktuelles Drama in Neapel: Zweijähriger kämpft nach Herztransplantation ums Überleben

Drama in Neapel: Zweijähriger kämpft nach Herztransplantation ums Überleben

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Blick auf Neapel: Der Fall einer problematischen Herztransplantation bei einem Kleinkind sorgt landesweit für Aufmerksamkeit. (Foto: © Bastian Glumm)
Blick auf Neapel: Der Fall einer problematischen Herztransplantation bei einem Kleinkind sorgt landesweit für Aufmerksamkeit. (Foto: © Bastian Glumm)

In Italien sorgt derzeit der Fall eines zweijährigen Jungen aus Neapel für große Bestürzung. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer italienischer Medien kam es bei einer Herztransplantation zu schwerwiegenden Problemen, weil das Spenderorgan offenbar bereits vor dem Eingriff beschädigt war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, staatliche Gesundheitsstellen haben zusätzliche Prüfungen eingeleitet. Über den Fall berichtete unter anderem Rai News.

Transplantation kurz vor Weihnachten

Der Junge litt an einer schweren Herzmuskelerkrankung und stand seit längerer Zeit auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Kurz vor Weihnachten wurde ein kompatibles Herz gefunden. Die Entnahme erfolgte in Norditalien, die Transplantation in einem spezialisierten Herzzentrum in Neapel. Italienische Medien schildern den Ablauf als zunächst regulär geplant, bevor sich im Nachgang Hinweise auf Unregelmäßigkeiten ergaben. Eine detaillierte Rekonstruktion der Ereignisse veröffentlichte auch der Corriere della Sera (Ausgabe Napoli).

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht nach Medienangaben die Frage, ob beim Transport und bei der Kühlung des Organs gegen medizinische Protokolle verstoßen wurde. Nach Darstellung italienischer Berichte besteht der Verdacht, dass das Herz nicht korrekt konserviert wurde und dadurch Schaden nahm. Trotzdem wurde es implantiert, offenbar auch deshalb, weil der operative Eingriff beim Kind bereits begonnen hatte. Über diesen Aspekt und die laufenden Untersuchungen berichtete unter anderem Sky TG24 ausführlich.

Kritischer Zustand und juristische Aufarbeitung

Nach der Operation zeigte das Spenderherz demnach keine ausreichende Funktion. Der Junge wird seither intensivmedizinisch behandelt und durch ein mechanisches Herz-Lungen-Unterstützungssystem stabilisiert. Parallel läuft die Suche nach einem neuen geeigneten Spenderorgan über die zuständigen Transplantationsnetzwerke. Auch Il Post verweist auf die besondere Dringlichkeit und die außergewöhnliche medizinische Situation.

Die Staatsanwaltschaft in Neapel führt inzwischen Ermittlungen gegen mehrere beteiligte Fachkräfte. Untersucht werden die gesamte Transportkette, die Konservierung des Organs sowie die klinischen Entscheidungsabläufe vor der Transplantation. Nach Angaben italienischer Medien wurden Transportbehälter und Dokumentationen sichergestellt und durch Spezialeinheiten überprüft.

Landesweite Debatte über Sicherheitsstandards

Der Fall hat landesweit eine Debatte über Sicherheitsstandards in der Transplantationsmedizin ausgelöst. Mediziner betonen in mehreren italienischen Fach- und Nachrichtenbeiträgen, dass Herztransplantationen extrem enge Zeitfenster haben und jeder Schritt zwischen Entnahme und Implantation streng standardisiert ist. Bereits geringe Abweichungen können die Funktionsfähigkeit eines Organs entscheidend beeinträchtigen.

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