
Der zweijährige Junge aus Neapel, dessen fehlgeschlagene Herztransplantation in den vergangenen Wochen landesweit für Bestürzung sorgte, ist gestorben. Darüber berichten am Samstag mehrere italienische Medien übereinstimmend. Laut Angaben des behandelnden Krankenhauses Monaldi in Neapel habe sich der Zustand des Kindes plötzlich und irreversibel verschlechtert.
Über den Tod des Jungen und die offizielle Mitteilung aus dem Krankenhaus berichtete unter anderem ANSA. Demnach sei das Kind am Samstag in den frühen Morgenstunden auf der Intensivstation verstorben, nachdem alle intensivmedizinischen Maßnahmen ausgeschöpft worden seien.
Keine Möglichkeit mehr für zweite Transplantation
Bereits in den Tagen zuvor hatten Ärzte erklärt, dass der Junge nicht mehr in einem Zustand gewesen sei, der eine erneute Transplantation erlaubt hätte. Wie der Corriere della Sera (Ausgabe Napoli) berichtet, hätten schwere Komplikationen und die langfristige künstliche Unterstützung von Herz und Lunge eine zweite Operation unmöglich gemacht.
Auch Sky TG24 schreibt, dass ein interdisziplinäres Ärzteteam die Situation neu bewertet habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass keine realistische therapeutische Option mehr bestand.
Ermittlungen gehen weiter
Der tragische Tod des Kindes ändert nichts an den laufenden juristischen Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft in Neapel prüft weiterhin die Abläufe rund um Transport und Konservierung des Spenderorgans. Wie Il Post berichtet, stehen mehrere medizinische Fachkräfte unter Verdacht, gegen bestehende Protokolle verstoßen zu haben.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Frage, ob das Spenderherz während des Transports unsachgemäß gekühlt wurde und dadurch Schaden nahm. Dieser Aspekt war bereits vor dem Tod des Jungen Gegenstand intensiver Berichterstattung und juristischer Prüfungen.
Mit dem Tod des Kindes hat der Fall in Italien eine neue Dimension erreicht. Neben der strafrechtlichen Aufarbeitung wird nun auch politisch über mögliche Konsequenzen für Kontrollmechanismen im Transplantationssystem diskutiert. Mehrere italienische Medien sprechen von einem der schwerwiegendsten Fälle im Bereich der Transplantationsmedizin der vergangenen Jahre.




































