
Limoncello ist nicht einfach nur ein Likör. Es ist flüssiger Sonnenschein in einer Flasche. Es ist ein kleiner Urlaub in Sorrent bei jedem Schluck. Es ist dieser Moment nach dem Essen, wenn du etwas eisgekühltes, süßes, unglaublich zitroniges servierst – und plötzlich wirkt das Leben ein bisschen heller.
Limoncello: Was steckt drin?
Dieser traditionelle italienische Likör wird aus Zitronenschale, Alkohol, Zucker und Wasser hergestellt. Eine simple Rezeptur, aber was für ein Ergebnis! Leuchtend gelbe Farbe, intensives Aroma, süß, aber nicht zu süß – der perfekte Abschluss jedes Essens. Und obwohl er mittlerweile weltweit bekannt ist, ist die Herkunft des Limoncellos bis heute ein kleines Rätsel.
Drei Regionen Italiens – Amalfi, Sorrent und Capri – streiten sich (freundlich oder auch nicht so ganz), wer als Ursprungsort dieses Getränks gilt. Auf Capri erzählt man sich die schöne Geschichte von Maria Antonia Farace, die Ende des 19. Jahrhunderts einen Zitronenlikör für die Gäste ihres kleinen Hotels zubereitete. Ihr Enkel ließ 1988 schließlich die Marke „Limoncello“ offiziell eintragen.
Ein Getränk mit Geschichte
In Sorrent sagt man, dass der Likör schon im 18. Jahrhundert getrunken wurde – von Bauern, die ihn einfach zu Hause für Freunde und Familie ansetzten. Und in Amalfi geht man noch weiter zurück: dort sollen bereits Mönche im Mittelalter Zitronenschalen in Alkohol eingelegt haben – als Heiltrunk. Wer wirklich der Erste war, wird man wohl nie mit Sicherheit wissen. Aber was feststeht: Alle drei Regionen schenken uns unglaublich aromatische Zitronen – und aus denen entsteht der echte Limoncello.
Die Herstellung scheint einfach, hat aber ihre Raffinessen. Die Schale von Zitronen (oft der Sorte sfusato amalfitano) wird einige Tage oder Wochen in Alkohol eingelegt. Danach wird der Auszug mit Zuckersirup vermischt. Wichtig: Nur der gelbe Teil der Schale darf verwendet werden – das Weiße darunter schmeckt bitter. Die Zitronen sollten unbehandelt und intensiv duftend sein. Das Ergebnis: ein dickflüssiger, leuchtend gelber Likör mit etwa 30 Prozent Alkohol, der nach Sommer duftet.
Am besten Limoncello Eiskalt genießen
Getrunken wird Limoncello eisgekühlt, aus kleinen Gläsern, meist nach dem Essen – als Digestif. In Italien bewahrt man ihn oft direkt im Gefrierfach auf, damit er noch erfrischender ist. Außerdem findet er seinen Platz in Desserts, Cremes, Cocktails oder sogar in Marinaden. Limoncello ist mehr als nur ein Getränk – es ist Teil der italienischen Esskultur.

Ein echtes Souvenir
Heute ist Limoncello ein echtes Symbol Süditaliens. Seine bunten Flaschen mit typischen Etiketten stehen in jedem Souvenirladen zwischen Neapel und Rom. Und obwohl man ihn mittlerweile auf der ganzen Welt produziert, ist echter Limoncello immer ein Stück Italien – mit Zitrusfrüchten, Sonne, Tradition und ganz viel Herz.
Limoncello selbst gemacht
Und jetzt zum Wichtigsten: Wenn du dir dieses kleine Stück italienisches Lebensgefühl nach Hause holen willst – hier kommt ein super einfaches Rezept für hausgemachten Limoncello.
Du brauchst: 8–10 frische (unbehandelte) Zitronen, 0,5 Liter Alkohol (95 % oder guten Wodka), 0,7 Liter Wasser und 400–600 g Zucker – je nachdem, wie süß du es magst. Die gelbe Schale vorsichtig abschälen (kein Weiß!), in ein großes Glas geben und mit Alkohol übergießen. Dann für 7–10 Tage an einem dunklen Ort stehen lassen. Danach den Zucker mit Wasser zu einem Sirup aufkochen, abkühlen lassen, mit dem Zitronenalkohol vermischen, abseihen und in Flaschen abfüllen. Noch ein paar Tage im Kühlschrank oder Gefrierfach ziehen lassen – und voilà, dein eigener Limoncello ist fertig!
Der perfekte Sommerdrink
Und wenn du Lust auf etwas noch Erfrischenderes hast – hier kommt der perfekte Sommerdrink:
Limoncello Spritz. Fülle ein Glas mit Eis, gib 60 ml Limoncello, 90 ml Prosecco und einen Schuss Soda oder Sprite dazu. Garniere das Ganze mit etwas Minze oder einer Zitronenscheibe – und genieße den Abend. Ein Cocktail wie ein Kurzurlaub am Meer.