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Mobilfunk in Italien: Tarife, Verträge und was Auswanderer wissen müssen

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Smartphone mit geöffneter Website vivereinitalien.de: Wer nach Italien auswandert, sollte sich frühzeitig über Mobilfunk, Tarife und die Weiternutzung der eigenen Rufnummer informieren. (Foto: © Bastian Glumm)
Smartphone mit geöffneter Website vivereinitalien.de: Wer nach Italien auswandert, sollte sich frühzeitig über Mobilfunk, Tarife und die Weiternutzung der eigenen Rufnummer informieren. (Foto: © Bastian Glumm)

Wer nach Italien reist oder dorthin auswandert, muss beim Thema Mobilfunk keine technischen Hürden fürchten. Innerhalb der EU gelten einheitliche Roaming-Regeln, die Netze sind gut ausgebaut, und SIM-Karten lassen sich unkompliziert aktivieren. Dennoch gibt es Unterschiede zu Deutschland, vor allem bei Tarifmodellen, Preisen und der Frage, ob man seine deutsche Rufnummer dauerhaft weiter nutzen kann. Gerade für Auswanderer und Langzeitaufenthalte lohnt deshalb ein genauer Blick auf Verträge, Kosten und praktikable Lösungen.

Mobilfunk: Netze und Anbieter in Italien

Italien verfügt über eine nahezu flächendeckende 4G- und LTE-Versorgung, der 5G-Ausbau schreitet in größeren Städten und Ballungsräumen weiter voran. Zu den wichtigsten Mobilfunkanbietern zählen TIM, Vodafone Italia, WindTre und Iliad. Daneben existieren weitere Marken, die auf diesen Netzen aufsetzen. Anders als in Deutschland ist der Markt weniger stark von Discountern geprägt. Statt vieler Untermarken setzen die Netzbetreiber selbst regelmäßig günstige Aktionsangebote mit viel Datenvolumen auf.

Prepaid-Tarife spielen in Italien eine besonders große Rolle. Sie lassen sich ohne langfristige Bindung nutzen und sind vor allem für Neuankömmlinge und Kurzzeitaufenthalte attraktiv. Die Aktivierung erfolgt in der Regel direkt im Shop gegen Vorlage eines Ausweisdokuments. Guthaben wird anschließend flexibel aufgeladen. Vertragstarife sind ebenfalls verbreitet und laufen meist über ein oder zwei Jahre. Sie sind vor allem dann interessant, wenn zusätzliche Leistungen oder ein neues Smartphone im Paket enthalten sind. Auffällig ist insgesamt das Preis-Leistungs-Verhältnis, denn viele italienische Tarife bieten ein vergleichsweise hohes Datenvolumen zu niedrigeren Monatskosten als man es aus Deutschland kennt.

Mobilfunk: Deutschland und Italien im Vergleich

Im direkten Vergleich zeigt sich, dass der italienische Mobilfunkmarkt oft stärker auf große Datenpakete ausgerichtet ist. Prepaid-Angebote sind alltäglich und akzeptiert, während sie in Deutschland zwar verbreitet, aber seltener marktführend sind. Die Tarifstruktur wirkt in Italien häufig übersichtlicher, weil die großen Netzbetreiber ihre Angebote selbst vermarkten und bündeln. Deutsche Nutzer sind dagegen an eine Vielzahl von Drittmarken und Resellern gewöhnt.

Ein deutscher Mobilfunkvertrag kann in Italien problemlos genutzt werden. Grundlage ist die EU-Regel „Roam like at home“. Sie sorgt dafür, dass Telefonate, SMS und mobile Datennutzung innerhalb der EU zu denselben Konditionen berechnet werden wie im Heimatland. Das Handy bucht sich automatisch in ein italienisches Partnernetz ein, die deutsche SIM bleibt aktiv und die gewohnte Rufnummer erreichbar. Für Urlaubsreisen und vorübergehende Aufenthalte ist das in der Praxis meist völlig ausreichend.

Dauerhafte Nutzung und Handynummer im Ausland

Die EU-Roaming-Regelung ist allerdings nicht für eine dauerhafte Nutzung im Ausland gedacht. Anbieter dürfen prüfen, ob ein Anschluss über längere Zeit überwiegend außerhalb des Heimatlandes verwendet wird. Ist das der Fall, können sie reagieren, etwa mit Hinweisen, später auch mit Aufschlägen auf die Nutzung oder weiteren vertraglichen Maßnahmen. Wer dauerhaft nach Italien auswandert, sollte sich deshalb nicht darauf verlassen, dass ein deutscher Vertrag unbegrenzt zu Inlandskonditionen weiterläuft.

Die deutsche Rufnummer bleibt nutzbar, solange der deutsche Vertrag weitergeführt wird. Sie funktioniert technisch auch in Italien ohne Einschränkung. Eine Übertragung der deutschen Mobilfunknummer auf einen italienischen Anbieter ist jedoch nicht möglich. Rufnummern lassen sich nur innerhalb desselben Landes portieren. Wer zu einem italienischen Tarif wechselt, erhält daher zwangsläufig eine neue Nummer mit italienischer Vorwahl.

Zwei Nummern parallel: gängige Lösung für Auswanderer

Ein italienischer Mobilfunktarif ist vor allem bei längerem oder dauerhaftem Aufenthalt sinnvoll. Wer viel mobiles Datenvolumen benötigt, regelmäßig mit italienischen Kontakten kommuniziert und im Alltag gut erreichbar sein muss, ist mit einer lokalen Nummer meist besser aufgestellt. Die Registrierung erfolgt unkompliziert im Shop, erfordert jedoch eine Identitätsprüfung.

Wichtig: Wer nach Italien auswandert, kann seine deutsche Mobilfunknummer dauerhaft behalten, auch wenn der ursprüngliche Laufzeitvertrag in Deutschland endet. Der praktikable Weg ist die Rufnummernmitnahme zu einem deutschen Prepaid-Tarif. Die Portierung erfolgt dabei innerhalb Deutschlands zu einem Prepaid-Anbieter, die bestehende +49-Nummer bleibt erhalten.

Diese Prepaid-SIM kann anschließend problemlos mit nach Italien genommen und dort weiter genutzt werden, etwa für Banking-SMS, Sicherheitscodes und wichtige Bestandskontakte. Ein stark genutzter deutscher Laufzeitvertrag ist für den dauerhaften Auslandseinsatz tariflich meist nicht geeignet, eine deutsche Prepaid-Karte mit geringer Nutzung dagegen in der Praxis eine stabile und verbreitete Lösung bei Auswanderern. In der Praxis entscheiden sich viele Auswanderer dafür, die deutsche Mobilfunk-Nummer zu behalten und zusätzlich eine italienische SIM-Karte zu nutzen.

Infokasten: SIM-Kauf und Registrierung in Italien – das braucht man vor Ort

Registrierung ist Pflicht:
In Italien muss jede SIM-Karte auf eine Person registriert werden. Beim Kauf im Mobilfunkshop oder Elektronikmarkt ist ein gültiger Ausweis oder Reisepass vorzulegen. Anonyme SIM-Karten sind nicht zulässig.

Aktivierung für Neuankömmlinge:
Prepaid-SIM-Karten können in der Regel sofort aktiviert werden. Die Freischaltung erfolgt oft innerhalb weniger Minuten direkt im Shop. Mitarbeiter erfassen die persönlichen Daten und richten den Tarif ein.

Codice Fiscale:
Häufig wird die italienische Steuernummer (Codice Fiscale) abgefragt. Wer sie noch nicht besitzt, kann sie oft später nachreichen. Viele Shops legen vorläufig einen Platzhalter an, damit die SIM sofort nutzbar ist.

Kosten und Starterpakete:
Startersets kosten meist zwischen 10 und 20 Euro und enthalten oft bereits ein erstes Daten- oder Gesprächspaket. Aktionsangebote mit hohem Datenvolumen sind weit verbreitet.

Aufladen im Alltag:
Guthaben kann landesweit in Tabakläden, Kiosken, Supermärkten und online aufgeladen werden. Viele Tarife erneuern sich automatisch alle 30 Tage. Ist nicht genug Guthaben vorhanden, pausiert das Paket bis zur nächsten Aufladung.

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