
Für Bahnreisende aus Deutschland wird die Anreise nach Norditalien deutlich einfacher: Ab Sommer 2026 soll ein neuer internationaler Nachtzug mit Halt in Köln direkt bis nach Mailand fahren. Das private Bahnunternehmen European Sleeper plant eine Verbindung von Amsterdam und Brüssel über Nordrhein-Westfalen, die Schweiz und weiter bis in die lombardische Metropole. Der Start ist nach Unternehmensangaben für den 18. Juni 2026 vorgesehen. Geplant sind zunächst drei Fahrten pro Woche je Richtung.
Damit entsteht eine neue umsteigefreie Nachtzugoption von einem der wichtigsten deutschen Bahnknotenpunkte aus, attraktiv für Italien-Reisende aus NRW und über die Kölner Achse auch für Fahrgäste aus weiten Teilen Deutschlands.
Verbindung über Köln und die Schweiz
Nach den bislang veröffentlichten Planungen soll der Zug über Köln führen und anschließend weiter Richtung Süddeutschland und Schweiz verkehren. Vorgesehene Halte sind unter anderem Bern und Brig sowie auf italienischer Seite Domodossola und Stresa am Lago Maggiore, bevor der Zug Mailand erreicht.
Die Alpenquerung erfolgt über die Simplonroute. Diese traditionsreiche Strecke zählt zu den wichtigsten Nord-Süd-Bahnachsen Europas und verbindet seit über 100 Jahren Mitteleuropa mit Norditalien. Für Reisende ist sie nicht nur verkehrlich bedeutend, sondern auch landschaftlich besonders reizvoll. Durch die zusätzlichen Haltepunkte profitieren nicht nur Mailand-Reisende. Auch Ziele im Wallis und rund um den Lago Maggiore werden direkt per Nachtzug erreichbar.
Alternative zu Flug und Umsteigeverbindungen
Für viele Deutschland-Italien-Reisende bietet die neue Verbindung eine praktische Alternative zum Flug oder zu langen Tagesfahrten mit Umstieg. Nachtzüge ermöglichen es, große Entfernungen im Schlaf zurückzulegen und morgens direkt am Ziel anzukommen. Reisezeit und Übernachtung fallen damit teilweise zusammen.
Gerade bei Verbindungen zwischen Westdeutschland und Norditalien relativiert sich der Zeitvorteil des Fliegens häufig durch Anfahrt zum Flughafen, Check-in-Zeiten und Transfers. Der Nachtzug punktet dagegen mit einem durchgehenden Reiseablauf und Innenstadt-zu-Innenstadt-Verbindungen. Auch der Umweltaspekt spielt für viele Reisende eine zunehmende Rolle: Bahnreisen verursachen im Vergleich zum Flugverkehr auf ähnlichen Strecken in der Regel deutlich geringere Emissionen.
Geplantes Komfortangebot an Bord
Nach Angaben des Betreibers sollen verschiedene Komfortklassen angeboten werden. Vorgesehen sind Sitzwagen, Liegewagen und Schlafwagenabteile. Damit richtet sich das Angebot sowohl an preisbewusste Reisende als auch an Fahrgäste mit höherem Komfortanspruch.
Endgültige Fahrzeiten, detaillierte Wagenkonzepte und konkrete Ticketpreise sind noch nicht vollständig veröffentlicht. Der Verkauf soll jedoch vor dem geplanten Betriebsstart freigeschaltet werden.
Mailand als Einstiegspunkt für Weiterreisen in Italien
Der Zielbahnhof Mailand ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Italiens. Von dort bestehen zahlreiche Hochgeschwindigkeitsverbindungen, unter anderem nach Turin, Bologna, Florenz, Rom und Venedig, sowie dichte Regionalverbindungen in die Lombardei. Die neue Nachtzugverbindung eignet sich damit nicht nur für Städtereisen nach Mailand, sondern auch als bequemer Einstieg für Weiterreisen in viele Regionen Italiens.
Die geplante Mailand-Linie ist Teil eines breiteren Trends: Internationale Nachtzugverbindungen werden in Europa wieder ausgebaut. Mehrere Anbieter erweitern derzeit ihr Angebot, nachdem das Nachtzugnetz über Jahre hinweg geschrumpft war. European Sleeper betreibt bereits grenzüberschreitende Nachtzüge unter anderem zwischen Brüssel, Amsterdam, Berlin und Prag. Die geplante Verbindung über Köln nach Mailand wäre die erste direkte Strecke des Unternehmens nach Italien und eine der wenigen neuen internationalen Nachtzugrouten mit direktem Italien-Ziel.
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