
Die italienische Tourismusbranche blickt mit vorsichtigem Optimismus auf das Jahr 2026. Darauf deuten aktuelle Erhebungen von Unioncamere und dem Istituto Nazionale Ricerche Turistiche (ISNART) hin, die erste Indikatoren für die laufende Saison vorgelegt haben. Nach einem stabilen Jahr 2025 setzt sich der positive Trend fort, mit soliden Buchungszahlen, wachsender internationaler Nachfrage und deutlichen Impulsen durch Großereignisse.
Solider Jahresauftakt und stabile Auslastung
Bereits in den ersten Monaten des Jahres erreichte die durchschnittliche Auslastung der Beherbergungsbetriebe – darunter Hotels, Ferienanlagen und andere Unterkunftsformen – rund die Hälfte der verfügbaren Kapazitäten. Für die Branche gilt dies als wichtiges Signal, dass die Nachfrage auch außerhalb der klassischen Hochsaison tragfähig bleibt. Frühzeitige Reservierungen sorgen zusätzlich für Planungssicherheit in vielen Regionen des Landes.
Schon das Jahr 2025 hatte ein beachtliches Niveau erreicht: Die Zahl der Übernachtungen bewegte sich auf sehr hohem Stand, verbunden mit einer wirtschaftlichen Gesamtwirkung in dreistelliger Milliardenhöhe. Neben Unterkunft und Gastronomie profitieren zunehmend auch Freizeitwirtschaft, Kulturangebote und lokale Produzenten von der touristischen Nachfrage.
Tourismus: Großereignisse als Wachstumstreiber
Ein wesentlicher Impuls geht 2026 von internationalen Großveranstaltungen aus. Das Heilige Jahr in Rom sowie die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina erhöhen die weltweite Aufmerksamkeit für Italien als Reiseziel. Bereits im Vorfeld zeigen sich hohe Buchungsstände in den betroffenen Regionen.
Solche Ereignisse wirken nicht nur kurzfristig. Sie stärken die Infrastruktur, verbessern die internationale Sichtbarkeit und können langfristige Imageeffekte erzeugen. Regionen, die im Fokus globaler Medien stehen, profitieren häufig auch über das Veranstaltungsjahr hinaus von einer anhaltend erhöhten Nachfrage.
Internationale Gäste und neue Reisetrends
Ein erheblicher Anteil der touristischen Übernachtungen entfällt weiterhin auf Gäste aus dem Ausland, insbesondere aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Internationale Besucher geben überdurchschnittlich viel für kulturelle Angebote, Gastronomie und authentische Erlebnisse aus. Damit verschiebt sich die Wertschöpfung zunehmend hin zu qualitätsorientierten Angeboten und regionaler Identität.
Gleichzeitig verändert sich das Buchungsverhalten. Immer mehr Reisende nutzen digitale Instrumente und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz, um Destinationen zu vergleichen, Preise zu analysieren oder individuelle Reisepläne zu erstellen. Für italienische Anbieter bedeutet das, verstärkt in digitale Sichtbarkeit, Datenkompetenz und personalisierte Angebote zu investieren.
Insgesamt zeichnen die aktuellen Indikatoren ein positives Bild. Der italienische Tourismus startet mit stabiler Basis, starker internationaler Nachfrage und eventgetriebenen Impulsen ins Jahr 2026. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, diese Dynamik langfristig zu sichern und qualitativ weiterzuentwickeln.
Tourismus: Bislang ausschließlich Frühindikatoren für 2026
Für das laufende Jahr 2026 liegen bislang ausschließlich Frühindikatoren vor. Zwischen Januar und April erreichte die durchschnittliche Auslastung der Beherbergungsbetriebe rund 50 Prozent der verfügbaren Kapazitäten. Dieser Wert gilt als solides Signal für einen stabilen Saisonstart, insbesondere vor dem Hintergrund der noch bevorstehenden Hauptreisezeit. Konkrete Gesamtzahlen zu Übernachtungen oder Umsätzen für 2026 liegen naturgemäß noch nicht vor.
Zum Vergleich: 2025 verzeichnete Italien rund 891 Millionen Übernachtungen mit einer geschätzten wirtschaftlichen Gesamtwirkung von 108,8 Milliarden Euro. Diese starke Basis bildet den Referenzrahmen für die Prognosen des laufenden Jahres. Die aktuellen Indikatoren deuten darauf hin, dass 2026 mindestens an dieses Niveau anknüpfen könnte, insbesondere gestützt durch internationale Nachfrage und Großereignisse.




































