Für viele Autofahrer gehört die Strecke durch die Schweiz seit Jahren zur klassischen Route nach Italien. Ob Richtung Gardasee, Toskana, Rom oder weiter bis nach Süditalien, besonders die Verbindung über Basel und den Gotthard zählt zu den meistgenutzten Nord-Süd-Achsen Europas. Nun könnte sich für Durchreisende künftig etwas ändern: In der Schweiz wird über eine zusätzliche Transitgebühr diskutiert, die Fahrzeuge betreffen soll, die das Land lediglich durchqueren.
Wie der ADAC zur geplanten Transitgebühr berichtet, gibt es inzwischen politische Unterstützung für entsprechende Modelle. Hintergrund ist vor allem die starke Belastung wichtiger Transitstrecken. Gerade vor Feiertagen und während der Ferienzeiten kommt es rund um den Gotthard regelmäßig zu langen Staus. Die Route zählt seit Jahren zu den wichtigsten Verkehrsachsen für den Reiseverkehr in Richtung Süden.
Zusätzliche Gebühr neben der Vignette im Gespräch
Nach den derzeit diskutierten Überlegungen könnte zusätzlich zur bisherigen Schweizer Vignette eine weitere Gebühr für Durchreisende anfallen. Im Gespräch sind derzeit etwa 21 Schweizer Franken pro Fahrt, umgerechnet rund 23 Euro. Die bestehende Jahresvignette würde dadurch allerdings nicht ersetzt, sondern weiterhin zusätzlich benötigt.
Die reguläre Schweizer Vignette bleibt also unverändert bestehen und kostet aktuell 40 Schweizer Franken beziehungsweise rund 44,50 Euro. Informationen zu den derzeit gültigen Gebühren und Regelungen stellt der ADAC zur Schweizer Vignette bereit. Für Reisende würde das bedeuten: Bei Hin- und Rückfahrt könnten zusätzliche Kosten entstehen, die neben den später anfallenden italienischen Autobahngebühren einkalkuliert werden müssten.
Wer könnte betroffen sein?
Nach den bisherigen Überlegungen richtet sich die geplante Regelung vor allem an Fahrzeuge, die die Schweiz ausschließlich als Transitland nutzen. Diskutiert wird dabei unter anderem ein Zeitfenster: Wer innerhalb weniger Stunden wieder ausreist, könnte automatisch als Durchreisender eingestuft werden. Eine klassische Mautstation scheint dabei eher unwahrscheinlich zu sein. Stattdessen wird über digitale Erfassungssysteme diskutiert.
Für Reisende ist jedoch ein Punkt entscheidend: Eine neue Gebühr wurde bislang noch nicht eingeführt. Es gibt derzeit keinen konkreten Termin für eine Umsetzung. Vor einer möglichen Einführung wären weitere politische und rechtliche Schritte erforderlich. Der ADAC geht deshalb aktuell nicht von kurzfristigen Änderungen für Reisende aus. Wer in diesem Jahr über die Schweiz nach Italien fährt, benötigt damit weiterhin lediglich die bekannte Schweizer Vignette sowie anschließend die regulären italienischen Mautgebühren. Wir halten euch auf dem Laufenden.

