Das Stresa Festival 2026 feiert seine 65. Ausgabe und bringt vom 16. Juli bis 9. September klassische Musik, Jazz und Barock an den Lago Maggiore. Neben der Konzerthalle in Stresa selbst gehören auch die Isola Bella, die Isola Madre und die Isola dei Pescatori zu den Schauplätzen, dazu die mittelalterliche Rocca di Angera hoch über der Südspitze des Sees. Wer die Region ohnehin besucht, findet in der Verbindung von Musik und Landschaft einen ganz eigenen Zugang zum norditalienischen Sommer.
Konzerte auf den Borromäischen Inseln
Die drei Inseln der Borromäischen Bucht gehören zu den bekanntesten Ausflugszielen am Lago Maggiore. Für das Festival werden sie zu Konzertbühnen unter freiem Himmel und in historischen Räumen. Besonders die Isola Bella mit ihrem barocken Palazzo Borromeo und den Terweiterführende Informationen zur Region unter visit-lakemaggiore.com. rassengärten schafft eine Kulisse, die man aus keiner Konzerthalle kennt.
Auch die Rocca di Angera, eine fast vollständig erhaltene mittelalterliche Festung, wird bespielt. In ihrer Sala della Giustizia mit Fresken aus dem späten 13. Jahrhundert verschmelzen Musik, Geschichte und Kunst zu einem Erlebnis, das über den reinen Konzertbesuch hinausgeht. Wer die Rocca noch nie besucht hat, bekommt hier gleich zwei Gründe für den Weg.
Vier musikalische Welten
Das Festival gliedert sich wie in den Vorjahren in vier Reihen: Jazz, Young, Antiqua und Classic. Jede richtet sich an ein anderes Publikum und schlägt gleichzeitig Brücken zwischen Epochen und Stilen. Wer klassisch orientiert ist, findet Haydn, Mozart, Beethoven und Schostakowitsch nebeneinander, oft mit ungewöhnlichen Programmzusammenstellungen.

Musik unter freiem Himmel: Das Stresa Festival 2026 bringt Konzerte an die Ufer des Lago Maggiore.
Ein Beispiel ist der Auftritt des türkischen Pianisten Fazıl Say mit dem Kammerorchester Basel unter der Leitung der jungen Dirigentin Bar Avni. Ein weiterer Höhepunkt ist das Belcea Quartet, das Beethovens frühe und späte Streichquartette in einem Bogen präsentiert und damit einen Blick auf das gesamte Schaffen des Wiener Klassikers gibt.
A cena con Traviata und Bach & Beyond
Zu den ungewöhnlicheren Formaten zählt „A cena con Traviata" auf der Isola dei Pescatori. Im Restaurant Il Verbano folgt ein eigens kreiertes Menü den drei Akten von Verdis Oper, zwischen den Gängen singen Solistinnen und Solisten des Ensembles Musica a Palazzo die bekanntesten Arien. Wein und Speisen werden auf die musikalische Dramaturgie abgestimmt.
Der Pianist Francesco Tristano widmet sich in seinem Projekt Bach & Beyond der Verbindung von Barockmusik und modernen Klangwelten. Giovanni Sollima geht mit Il Pomo d'Oro der Frage nach, was den italienischen Barockkomponisten Francesco Zappa mit dem US-amerikanischen Rockmusiker Frank Zappa verbindet, während Lukas Geniušas und Anna Geniushene Werke von Rachmaninow und Gershwin gegenüberstellen.
Antiqua, Jazz und junge Formate
Die Reihe Antiqua widmet sich historischer Aufführungspraxis und selten zu hörenden Instrumenten. Sergey Malov interpretiert Bachs Cellosuiten auf einem historischen Violoncello da spalla, das Trio Lisci, Spagnolo und Pascal lässt den romantischen Klang der Harfe in Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts wieder aufleben.

Konzert zur blauen Stunde: Das Stresa Festival 2026 verbindet Musik mit der Kulisse des Lago Maggiore.
Die Reihe Jazz reicht vom italienischen Pianisten Raphael Gualazzi über den deutschen Jazzpianisten Luca Sestak bis zum tunesischen Oud-Meister Dhafer Youssef, der orientalische Traditionen mit modernem Jazz verbindet. Die Reihe Young versteht sich als Festival im Festival und setzt auf aktuelle elektronische Musik und neue Formen musikalischer Kreativität.
Sinfonisches Finale in der Scala
Zu den sinfonischen Höhepunkten zählen Tschaikowskys Violinkonzert mit dem jungen Solisten Andrea Cicalese, Dvořáks Cellokonzert sowie Beethovens „Eroica" und Dvořáks Siebte Sinfonie mit renommierten europäischen Orchestern. Große Werke prägen den zweiten Teil des Programms und verbinden es mit der Konzerttradition der Region.
Den Abschluss bildet ein Gastspiel im Teatro alla Scala in Mailand: Dort interpretiert das Mahler Academy Orchestra unter der Leitung von Philipp von Steinaecker Gustav Mahlers Neunte Sinfonie auf historischen Instrumenten. Für längere Aufenthalte am See bietet sich das Lakeview Cannobio Camping Resort an.





