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Alpenseen und Wanderungen: Friaul-Julisch Venetien langsam erleben

Wandern in Friaul Julisch Venetien: 19 Touren zu alpinen Seen, Almen und Gipfeln – fünf ausgewählte Routen im Überblick.

Redaktion
Der Barcis-See aus der Luft: Ausgangspunkt für eine der zugänglicheren Touren, die rund um das Wasser und durch die umliegende Berglandschaft führt. (Foto: © Luciano Gaudenzio)
Der Barcis-See aus der Luft: Ausgangspunkt für eine der zugänglicheren Touren, die rund um das Wasser und durch die umliegende Berglandschaft führt. (Foto: © Luciano Gaudenzio)
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Insgesamt 19 von PromoTurismoFVG kartierte Wandertouren führen in eine authentische, zugängliche und überraschende Bergwelt: in Karnien, im Raum Gemona, in den Friauler Dolomiten und in den Julische Alpen. In Friaul-Julisch Venetien verbindet ein neues Angebot gezielt Wandern und alpine Seen. Entlang eines weit verzweigten Wegenetzes führen die Routen durch abwechslungsreiche Landschaften, von dichten Wäldern über Almen bis in hochalpine Lagen – und machen die Vielfalt der Region erlebbar.

Das Angebot richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen – von erfahrenen Wanderern über Familien bis hin zu Reisenden, die Natur und Erholung abseits der großen Besucherströme suchen – und verbindet eindrucksvolle Ausblicke mit Biodiversität, Geschichte und lokalen Traditionen.

Wandern zwischen Seen, Tälern und Hochgebirge

Rund um die alpinen Seen und Bergseen der Region erstreckt sich ein dichtes Netz an Wandertouren, das Besucher durch sehr unterschiedliche Landschaftsräume führt – von den Almen Karniens über die markanten Gipfel der Julischen Alpen bis hin zu den Dolomitenfelsen sowie den sanfteren, gut zugänglichen Bereichen der Täler und voralpinen Becken.

Im Bereich „Trekking und Seen“ auf dem offiziellen Portal sind 19 ausgewählte Routen gebündelt:

Diese Touren laden dazu ein, die Bergwelt im langsamen Tempo zu entdecken, zwischen Gletscherseen, grünen Senken, Berghütten und besonderen Aussichtspunkten in einer der vielfältigsten Alpenregionen Europas.

Entlang des alpinen und voralpinen Bogens von Friaul-Julisch Venetien erstreckt sich – von West nach Ost – ein entsprechend breit gefächertes Angebot. Die Routen unterscheiden sich deutlich in Höhe, Länge und Zugänglichkeit. Jede Strecke bietet konkrete Angaben zu Ausgangspunkten, Verlauf, Wegbeschaffenheit, landschaftlichen Besonderheiten sowie empfohlener Ausrüstung. Ergänzt wird dies durch Hinweise zu Berghütten, Kartenmaterial und Beschilderung.

Alpine Szenerie mit Bergsee und Weideflächen: typische Landschaft entlang vieler Routen zwischen Karnien und den Julischen Alpen. (Foto: © Luciano Gaudenzio)

Alpine Szenerie mit Bergsee und Weideflächen: typische Landschaft entlang vieler Routen zwischen Karnien und den Julischen Alpen. (Foto: © Luciano Gaudenzio)

Unterstützt wird das Angebot durch eine App. Diese ermöglicht den Zugriff auf interaktive Karten mit Routen, detaillierten Streckenbeschreibungen, Fotos und praktischen Tipps. Zudem können eigene Touren dokumentiert und mit anderen Outdoor-Begeisterten geteilt werden.

Rundweg um den See von Barcis – zwischen Wasser, Dörfern und Schlucht

Für alle, die eine einfache, aber landschaftlich eindrucksvolle Route suchen, ist der Rundweg um den See von Barcis ideal. Die Strecke – auf der am 30. Mai auch der Giro d’Italia (Etappe Gemona–Piancavallo) vorbeiführt – verläuft rund um den bekannten künstlichen See, der durch den Ponte-Antoi-Damm entstanden ist.

Sie führt über Rad- und Fußwege, Stege und Aussichtspunkte entlang der Schlucht Forra del Cellina. Die Route verläuft durch den Ort Barcis, durchquert Wiesen und Laubwälder und umfasst einen Abschnitt des Sentiero degli Alpini mit Blicken auf den Caltea-Bach. Eine Wanderung, die sich auch für Familien oder Einsteiger eignet.

Länge: 5,6 km – Dauer: etwa 2 Stunden – Höhenunterschied: gering

Hochgelegener Bergsee in den Friauler Alpen: Ziel vieler anspruchsvollerer Wanderungen mit weiten Ausblicken über die umliegenden Gipfel. (Foto: © Luciano Gaudenzio)

Hochgelegener Bergsee in den Friauler Alpen: Ziel vieler anspruchsvollerer Wanderungen mit weiten Ausblicken über die umliegenden Gipfel. (Foto: © Luciano Gaudenzio)

Sauris – zwischen Almen und Gletscherseen

Von Sauris di Sopra führt eine weitläufige Route zur Sella di Festons und über ein Hochplateau mit Almen und Gletscherseen, mit durchgehendem Blick auf die Pesarine-Dolomiten. Der Weg verläuft über Weiden und Bergsättel wie Casera Festons, Malga Malino, Casera Vinadia Grande und Forcella Pieltinis.

Die Strecke vermittelt ein umfassendes Bild der Bergwelt rund um Sauris mit ihren weiten Horizonten und typischen alpinen Strukturen und richtet sich eher an geübte Wanderer.

Länge: 10,1 km – Dauer: 4 Std. 10 Min. – Höhenunterschied: +861 m

Olbe-Seen – das Hochplateau von Sappada

Auf dem Hochplateau von Olbe, unterhalb des Kamms vom Monte Righile zum Monte Ferro, liegen drei Gletscherseen, eingebettet in Wiesenhügel und alpine Mulden. Besonders auffällig ist der östlichste See mit seinem intensiven Grün, in dem sich die darüber liegenden Felsformationen spiegeln.

Die Route erfordert eine gute Kondition und beinhaltet einen anspruchsvollen Anstieg, bietet dafür aber weite Ausblicke und eine geschlossene alpine Landschaft.

Länge: 4,6 km – Dauer: ca. 3 Stunden – Höhenunterschied: +937 m

Blick über die sanften Höhenlagen in Friaul-Julisch Venetien: Wanderwege führen durch offene Berglandschaften und verbinden Almen, Seen und Aussichtspunkte. (Foto: © Luciano Gaudenzio)

Blick über die sanften Höhenlagen in Friaul-Julisch Venetien: Wanderwege führen durch offene Berglandschaften und verbinden Almen, Seen und Aussichtspunkte. (Foto: © Luciano Gaudenzio)

Tarond- und Crasulina-Seen – Hochgebirgslandschaft mit Geschichte

Zu den besonders eindrucksvollen Routen zählt auch der Rundweg zu den Seen Tarond und Crasulina. Die Strecke führt durch offene Weiden, über grasbewachsene Kämme und durch weite alpine Räume unterhalb des Höhenrückens zwischen Monte Crostis und Zoufplan.

Die beiden Gletscherseen werden von der Schneeschmelze gespeist und sind von Wiesen und Rhododendren umgeben. Entlang des Weges finden sich typische alpine Pflanzenarten sowie Spuren des Ersten Weltkriegs, die der Route zusätzlich eine historische Dimension geben.

Länge: 9 km – Dauer: ca. 3 Std. 30 Min. – Höhenunterschied: etwas über 300 m – Schwierigkeit: mittel

Sella-Sompdogna-Teich – Naturraum mit historischen Spuren

Kurz, leicht und zugleich eindrucksvoll ist die Route zum kleinen See von Sella Sompdogna. Nach der Auffahrt durch das Val Dogna beginnt der Weg am Passparkplatz und führt durch Lärchen- und Tannenwälder zu einem kleinen Gletschersee, der Lebensraum für verschiedene Amphibien und Insekten ist.

Auch hier verbindet sich Natur mit Geschichte: Entlang der Strecke finden sich Überreste des Ersten Weltkriegs wie Schützengräben und Befestigungen. Zudem kann die Hütte „Fratelli Grego“ erreicht werden, die einen weiten Blick auf die Julischen Alpen bietet.

Länge: 2,2 km – Dauer: etwa 50 Minuten – Höhenunterschied: 123 m

Region mit breitem Wanderangebot

Die fünf beschriebenen Touren stehen stellvertretend für das gesamte Angebot von PromoTurismoFVG. Insgesamt zeigt sich eine Region, in der sich unterschiedliche Landschaftsformen, Naturräume und historische Elemente miteinander verbinden.

Die Wanderwege ermöglichen es, die Bergwelt Schritt für Schritt zu erschließen – unabhängig davon, ob kurze Ausflüge oder längere Touren im Vordergrund stehen.

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