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Camping am Gardasee 2026: Glamping, Nachhaltigkeit und Inklusion

Redaktion
Campingplätze direkt am Ufer des Gardasees bieten kurze Wege zum Wasser und einen idealen Ausgangspunkt, um die Region zwischen Natur und Dolce Vita zu entdecken.

Campingplätze direkt am Ufer des Gardasees bieten kurze Wege zum Wasser und einen idealen Ausgangspunkt, um die Region zwischen Natur und Dolce Vita zu entdecken.

(Foto: © Lago di Garda Camping)
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Wer heute an Camping am Gardasee denkt, denkt längst nicht mehr nur an Zeltplane und Kochtopf. Das Netzwerk Lago di Garda Camping mit seinen 20 Anlagen rund um den größten See Italiens hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Referenzpunkt für einen Urlaub entwickelt, der Naturerlebnis, Komfort und Verantwortung miteinander verbindet. Wer Freiluft mit Design verbinden möchte oder sich für einen barrierefreien Aufenthalt interessiert, findet dabei am See ein Angebot, das über die klassische Vorstellung vom Campingurlaub deutlich hinausgeht.

Glamping: Wenn Camping auf Komfort trifft

Der Begriff Glamping steht für die Verschmelzung von Glamour und Camping und beschreibt Boutiquezelte, designorientierte Mobilheime und großzügige Stellplätze mit exklusivem Service. Am Gardasee interpretiert jede Anlage das Konzept auf eigene Weise. Im Weekend Glamping Resort in San Felice del Benaco stehen Glamping-Zelte auf zwei Etagen mit Panoramaterrasse und Seeblick, Inhaber Luc Van De Loo gilt als einer der Väter des Begriffs und hat ihn vor einigen Jahren geprägt.

Weitere Beispiele sind das Riva Blu Camping in Padenghe sul Garda mit Zelten zwischen alten Olivenbäumen und Blick auf den See, der Camping Park delle Rose in Lazise mit den Modellen „Olivi" und „Cocò Sweet", das Camping Fossalta ebenfalls in Lazise und der Villenpark Sanghen in Manerba del Garda mit Blick auf die Rocca di Manerba. Das Europa Silvella Camping Village in San Felice del Benaco setzt auf klimatisierte Zelte, einige neue Modelle sogar mit privatem Whirlpool.

Nachhaltigkeit als gelebte Haltung

Wer in der Natur urlaubt, trägt Verantwortung für sie. Alle 20 Anlagen des Netzwerks haben in den vergangenen Jahren Schritte in Richtung umweltfreundlicher Betrieb unternommen: Solaranlagen, wassersparende Technologien, Elektrofahrzeuge, Fahrrad- und E-Bike-Verleih sowie konsequente Mülltrennung gehören vielerorts zum Standard. Als Dämmmaterial kommt Kork zum Einsatz, der auch im heißen Sommer für ein angenehmes Raumklima sorgt. Mehrere Anlagen tragen Umweltzertifikate wie Garda Green, GSTC oder ISO 14001.

Ein Steg am Gardasee lädt zum Innehalten ein. Für viele Urlauber gehört die Ruhe am Wasser zu den schönsten Momenten eines Campingurlaubs.

Ein Steg am Gardasee lädt zum Innehalten ein. Für viele Urlauber gehört die Ruhe am Wasser zu den schönsten Momenten eines Campingurlaubs.

(Foto: © Europa Silvella Camping Village)

Nachhaltiger Urlaub am Gardasee bedeutet auch, langsam zu reisen und die Region zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden. Der See gehört zu den Regionen Norditaliens mit dem dichtesten Radwegenetz, was ihn auch für längere Aufenthalte attraktiv macht. Wer Inspiration für Routen sucht, findet in unserem Beitrag zu den schönsten Bike-Erlebnissen am Gardasee 2026 Anregungen, die sich gut mit einem Aufenthalt in einem der Camps verbinden lassen.

Ecolodges, Ökostrom und filtriertes Wasser

Besonders weit geht das Fornella Camping & Wellness Family Resort in San Felice del Benaco: Mit vollständig energieautarken Ecolodges, die über Sonnenkollektoren mit Strom versorgt werden, und dem Pilotprojekt „Fornella one Earth 2030" hat es den ADAC-Nachhaltigkeitspreis gewonnen. Gäste können an Führungen teilnehmen, bei denen die Nachhaltigkeitsmerkmale des Platzes im Detail erläutert werden. Auch das La Rocca Camping Village in Bardolino ist Teil des Garda Green Netzwerks und setzt auf nachhaltige Lösungen im täglichen Betrieb.

Ein weiteres Beispiel ist das Camping Bergamini in Peschiera del Garda, das seit 1954 in dritter Generation von der Familie Beltrami-Gregori geführt wird. Neben der Nutzung von TÜV-zertifiziertem Ökostrom erzeugen Photovoltaikanlagen und ein Mikro-Blockheizkraftwerk rund 50 Prozent des Eigenstroms, Solarthermie deckt etwa die Hälfte des Warmwasserbedarfs. Seit 2020 wurden nach eigenen Angaben 329.000 Kilogramm CO₂-Äquivalente eingespart, im Jahr 2025 rund 70 Prozent der Abfälle recycelt. Seit 2023 ist der Platz GSTC-zertifiziert, seit 2026 zusätzlich nach ISO 14001 und ISO 9001 ausgezeichnet.

Barrierefrei Urlaub machen

Nachhaltigkeit bedeutet für einige Anlagen am Gardasee auch gesellschaftliche Verantwortung. Seit 2024 arbeitet Camping Bergamini gemeinsam mit dem Netzwerk Village for All an einem vollständig barrierefreien Gastgebermodell. Zu den umgesetzten Maßnahmen zählen barrierefreie Unterkünfte mit Whirlpool und Lifter, ein inklusiver Spielplatz, Induktionsanlagen für Hörgeschädigte, Speisekarten in Braille sowie runde Tische, die das Lippenlesen erleichtern. Ergänzt wird das Angebot durch glutenfreie Menüs, eine barrierefreie Rezeption und Sanitärbereiche sowie eine inklusive Beschilderung mit QR-Codes.

Das Fornella Camping & Wellness Family Resort am Gardasee verbindet modernen Komfort mit naturnahem Urlaub. Die großzügigen Mobilheime verfügen über überdachte Terrassen und bieten viel Platz für Familien.

Das Fornella Camping & Wellness Family Resort am Gardasee verbindet modernen Komfort mit naturnahem Urlaub. Die großzügigen Mobilheime verfügen über überdachte Terrassen und bieten viel Platz für Familien.

(Foto: © Fornella Camping & Wellness Family Resort)

Auch das San Francesco Camping Village in Desenzano del Garda und das Fornella Camping & Wellness Family Resort in San Felice del Benaco sind Teil des Village for All Netzwerks. Das Leitprinzip dahinter ist einfach: barrierefreie Auszeit bedeutet, frei wählen zu können, ohne sich erklären zu müssen. In der Praxis heißt das, dass Gäste mit unterschiedlichen Anforderungen dieselben Angebote nutzen können wie alle anderen, ohne dass Sonderlösungen den Aufenthalt bestimmen.

Wie aus einer Werbegemeinschaft ein Netzwerk wurde

Das Netzwerk Lago di Garda Camping startete 2011 als reine Werbegemeinschaft einiger Campingplatzbetreiber, die den Gardasee gemeinsam vermarkten wollten. Aus dieser Idee entwickelte sich Schritt für Schritt ein integriertes System aus Marketing, Dienstleistungen, Schulungen, Einkauf und lokalen Partnerschaften. Präsident Giovanni Bernini betont, dass die Initiative fast spontan aus dem Wunsch nach gemeinsamer Sichtbarkeit entstand. Koordinatorin Elena Oppizzi fasst das heutige Leitmotiv in zwei Worte: „Gemeinsam stärker".

Inzwischen umfasst das Netzwerk laut eigenen Angaben mehr als 29.500 Betten und generiert pro Saison über 2,5 Millionen Übernachtungen. Seit 2018, als der erste Campingplatz aus der Provinz Brescia hinzukam, hat sich das Verbundsystem kontinuierlich erweitert und deckt heute beide Ufer des Gardasees ab. Aus einer Marketingidee ist ein Kooperationsmodell geworden, das die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region stärkt und Camping als eigenständige Urlaubsform am See sichtbarer macht.

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