In der Woche vor dem CGIL-Generalstreik am 20. November trifft eine dichte Folge von Ausständen den Reiseverkehr in Italien. Nach dem Kalender des Verkehrsministeriums, zusammengefasst von Quotidiano Motori, stehen zwischen dem 6. und dem 14. November Flugsicherung, Bahn und städtischer Nahverkehr still, dazu kommt ein 24-Stunden-Streik der easyJet-Besatzungen. Der Monats-Überblick zu allen Terminen steht im Streikkalender.
Freitag 6. November: easyJet und ENAV Bari
Den Auftakt macht ein 24-Stunden-Streik des easyJet-Kabinen- und Cockpitpersonals, aufgerufen von der Basisgewerkschaft USB Lavoro Privato. Der Streik betrifft easyJet-Flüge in ganz Italien. Parallel streikt die italienische Flugsicherung ENAV am Flughafen Bari von 13.00 bis 17.00 Uhr, aufgerufen von FAST-Confsal AV. Beide Ausstände überlagern sich am Freitagnachmittag in Bari. Garantiert sind nach den Vorgaben des Ministeriums Abflüge zwischen 7.00 und 10.00 sowie zwischen 18.00 und 21.00 Uhr, dazu Langstrecken- und Inselverbindungen.
Montag 9. November: Italo, RFI und lokaler ÖPNV
Der zentrale Bahn-Streik der Woche trifft Italo: Acht Stunden zwischen 9.01 und 16.59 Uhr, aufgerufen von FILT-CGIL, FIT-CISL, UGL Ferrovieri, FAST-Confsal und ORSA Trasporti. Quifinanza weist auf eine mögliche Verschiebung auf den 11. November hin, maßgeblich bleibt der offizielle Ministerialkalender. Zeitgleich am 9. November streikt das Instandhaltungspersonal der RFI-Einheit Manutenzione Sud mit Sitz in Verona von 9.01 bis 17.00 Uhr, aufgerufen von ORSA Ferrovie. Italo-Reisende müssen am Montag im ganzen Land mit Ausfällen und Verspätungen rechnen, dazu kommen regionale Effekte durch den RFI-Streik.
Im lokalen ÖPNV streiken am selben Tag die AMAT in Palermo von 11.00 bis 15.00 Uhr und AMT Genua von 11.30 bis 15.30 Uhr. Beide Streiks umfassen vier Stunden in der Mittagszeit, Linienbusse und Straßenbahnen stehen partiell still. Am Dienstag 10. November schließt sich in Cosenza in Kalabrien ein vierstündiger B.U. Calabria-Streik von 10.00 bis 14.00 Uhr an.
Dienstag/Mittwoch 10.-11. November: SBB Cargo Italia
In der Nacht vom 10. auf den 11. November streikt der Schienen-Güterverkehr: SBB Cargo Italia steht von 21.00 bis 4.59 Uhr still, aufgerufen von FILT-CGIL. Der Ausstand betrifft ausschließlich den Frachtverkehr, Personenzüge sind laut Kalender nicht erfasst. Trend Online ordnet den Streik als nächtliche Protestaktion des Bahnpersonals ein.
Freitag 13. November: ATM Mailand und ATVO Venedig
Am Ende der Woche konzentrieren sich zwei große ÖPNV-Streiks in Norditalien. Die Mailänder ATM-Belegschaft streikt 24 Stunden, aufgerufen von AL-COBAS mit Beitritt von CONFIAL Trasporti. Die Streikzeiten laufen von 8.45 bis 15.00 Uhr sowie ab 18.00 Uhr bis Betriebsende. Betroffen sind Metro, Straßenbahnen und Linienbusse der ATM-Gruppe, auch das NET-Netz in Monza und das außerstädtische Trezzo-System.
In Venedig streikt ATVO 24 Stunden, aufgerufen von SGB und FAST Mobilità. Darüber hinaus sind laut Sicurauto weitere Nahverkehrsbetriebe in Venetien am 13. und 14. November ebenfalls im Ausstand.
Samstag 14. November: AMTAB Bari
Zum Wochenabschluss folgt ein 24-Stunden-Streik der AMTAB Bari, aufgerufen von FILT-CGIL, FIT-CISL, UILT-UIL und UGL Autoferro. Betroffen sind Busverbindungen innerhalb der Stadt Bari. Nach den gesetzlichen Fasce di garanzia gelten im Nahverkehr normalerweise 6.00 bis 9.00 Uhr und 18.00 bis 21.00 Uhr als Garantiezeiten, die konkreten Details gibt der Betreiber kurz vor dem Streik bekannt.
Was Reisende tun können
Die zentralen Empfehlungen bleiben unverändert: Flüge und Züge der betroffenen Tage über die offiziellen Portale von easyJet und Italo zeitnah prüfen, bei RFI-Streiks auch Trenitalia-Verbindungen checken und Reservierungen zur Umbuchung oder Erstattung nutzen. Bei Flugstreiks können Fluggäste zusätzlich die EU-Fluggastrechte nach Verordnung 261/2004 geltend machen. Die Garantiezeiten liegen bei Fernzug-Streiks werktags zwischen 6.00 und 9.00 sowie 18.00 und 21.00 Uhr, bei Flugstreiks zwischen 7.00 und 10.00 sowie 18.00 und 21.00 Uhr. Der laufende Streikkalender des Verkehrsministeriums wird bis kurz vor dem Streikdatum aktualisiert, zusätzliche Ausstände oder Rücknahmen bleiben möglich.




