Die Gewerkschaft USI-CIT ruft für Freitag, den 30. Oktober, zum landesweiten Generalstreik auf, dem zweiten in diesem Monat. Betroffen sind nach Angaben des Streikkalenders alle öffentlichen und privaten Sektoren, darunter Schulen, Hochschulen, Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung und Handel. Der Verkehrssektor ist von der Mobilisierung ausgenommen: Luftverkehr, Schienenverkehr, lokaler öffentlicher Nahverkehr und Seeverkehr fallen laut Anordnung des Verkehrsministeriums (MIT) nicht in den Streik. Als Hintergrund nennt USI-CIT nach Angaben von Nostrofiglio den Protest gegen die Höhe der italienischen Verteidigungsausgaben.
Transport durch Ministerial-Anordnung ausgenommen
Nach einer Reihe von Transportstreiks im Oktober, von Trenitalia bis zu den Mailänder ATM-Verkehrsbetrieben, hat das Ministerium den Verkehrssektor am 30. Oktober aus dem Generalstreik herausgenommen. Fluggesellschaften, Fernzüge, Regionalzüge sowie Metro-, Bus- und Fähr-Verbindungen laufen damit regulär. Nach Angaben von Missionline bleibt diese Linie bis Streikstart stabil, Reisende sollten dennoch die offiziellen Angaben der jeweiligen Betreiber am Streiktag prüfen. Der Oktober zählt nach Finanza.com bereits zwölf Transportstreiks, der 30. Oktober wäre der dreizehnte gewesen.
Vorlauf am 29. Oktober: Trenitalia-Streik in Emilia-Romagna
Einen Tag zuvor laufen regionale Protestaktionen. Am 29. Oktober streikt nach Missionline das Personal von Trenitalia Customer Operations in der Region Emilia-Romagna 24 Stunden lang. Beteiligt sind die Standorte Bologna, Reggio Emilia Storica, der Hochgeschwindigkeitsbahnhof Mediopadana und Rimini. Aufgerufen haben die Gewerkschaften FILT-CGIL, FIT-CISL, UILT-UIL und ORSA Ferrovie. Auswirkungen auf den regulären Zugverkehr nennt der Streikaufruf nicht; Reisende in der Region sollten die Garantiezeiten im Regionalverkehr beachten, die werktags zwischen 6 und 9 Uhr sowie 18 und 21 Uhr gelten. Für Fernzüge veröffentlichen Trenitalia und Italo an Streiktagen zudem Listen garantierter Verbindungen.
Schulen, Verwaltung und Gesundheitswesen im Streik
Außerhalb des Verkehrssektors erwartet Finanza.com die größten Einschnitte in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitswesen und im Handel. Besonders Schulen und Universitäten sind nach Nostrofiglio in den Streik einbezogen; USI-CIT fordert dort konkret, die Militärausgaben zu reduzieren und die freigewordenen Beträge in Bildung, Gesundheit und Sozialdienste zu verlagern. Die einzelnen Einrichtungen informieren über die Beteiligung des Personals an ihren Aushängen und auf den Websites. Im Gesundheitswesen gelten unabhängig davon gesetzliche Mindestdienste, Notaufnahmen und lebenswichtige Behandlungen laufen weiter.
Oktober-Streikwelle: Zweiter Generalstreik des Monats
Der 30. Oktober ist nach dem Generalstreik vom 2. Oktober der zweite nationale Streiktermin dieses Umfangs im Monat. Zur Oktober-Welle gehören neben den beiden Generalstreiks nach Finanza.com zwölf weitere Transportaktionen; dazu kam die Lkw-Blockade in Süditalien während der Spritkrise gegen die hohen Dieselpreise. Hintergrund für den Protestdruck sind nach Angaben von Finanza ausbleibende Lösungen bei Reallöhnen, Krankenhausfinanzierung und Energiepreisen; zusätzlich wirkt das Ende der Diesel-Preisbremse am 5. Oktober nach. Im September hatte bereits der Bahnstreik der September-Welle für landesweite Ausfälle gesorgt; der Oktober umfasst mit zwei nationalen Mobilisierungen eine ausgedehnte Protestwelle.




