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Ab Donnerstag endet Italiens Diesel-Preisbremse endgültig

Redaktion
An italienischen Tankstellen könnten die Diesel-Preise ab Donnerstag deutlich steigen: Ohne die Preisbremse würde der Landesdurchschnitt auf rund 2,36 Euro pro Liter springen.

An italienischen Tankstellen könnten die Diesel-Preise ab Donnerstag deutlich steigen: Ohne die Preisbremse würde der Landesdurchschnitt auf rund 2,36 Euro pro Liter springen.

(Foto: © ClickerHappy - Pixabay)
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Am kommenden Donnerstag, 18. September 2026, läuft die Reduzierung der italienischen Verbrauchsteuer auf Diesel endgültig aus. Nach mehreren Verlängerungen im August und September gilt der Rabatt von 17,08 Cent pro Liter nur noch bis einschließlich Mittwoch, 17. September. Ohne die staatliche Steuersenkung würde der Diesel-Preis in Italien einen neuen historischen Rekord erreichen und den bisherigen Höchststand vom März 2022 klar übertreffen. Unsere Live-Übersicht der Tankpreise zeigt, dass Benzin und Diesel bereits jetzt auf dem höchsten Niveau seit mehr als drei Jahren liegen. Die Regierung hat für die Zeit nach dem 17. September einen Wechsel von pauschalen Steuersenkungen zu gezielten Hilfen angekündigt.

Was ab dem 18. September passiert

Mit dem Auslaufen der Steuersenkung springt die Verbrauchsteuer auf Diesel zurück auf den regulären Wert. Rechnerisch bedeutet das einen Aufschlag von 17,08 Cent pro Liter zuzüglich Mehrwertsteuer, also insgesamt rund 20 Cent pro Liter. Bei einem Volltank von 50 Litern entspricht das einer zusätzlichen Belastung von rund zehn Euro. In der Praxis wird sich der Preis an der Zapfsäule allerdings nicht schlagartig um genau diesen Betrag verändern. Tankstellen kalkulieren mit einem gewissen Vorlauf und passen ihre Preise zusätzlich täglich an die Ölmärkte an, sodass der Anstieg gestaffelt und teils überlagert eintreten wird.

Nach den Berechnungen von Quattroruote unter Berufung auf Il Sole 24 Ore würde der Diesel-Preis ohne die Preisbremse auf über 2,4 Euro pro Liter im Landesdurchschnitt springen. Zum Vergleich: Der bisherige historische Rekord vom 17. März 2022 lag bei 2,229 Euro pro Liter. Auf den italienischen Autobahnen wären die Werte noch höher; einige Tankstellen im Servito-Bereich liegen bereits jetzt bei über 2,50 Euro pro Liter.

Die Preisentwicklung im September 2026

Die Kraftstoff-Preise in Italien sind seit Anfang September deutlich gestiegen. Auf dem nationalen Straßennetz kostete Diesel im Selbstbedienungsbereich am 31. August 2,130 Euro pro Liter, am 12. September lag der Preis bereits bei 2,208 Euro. Benzin verteuerte sich im gleichen Zeitraum von 2,017 auf 2,100 Euro pro Liter. Ein Volltank ist damit innerhalb von zwölf Tagen um rund vier Euro teurer geworden. Nach Angaben des Osservatorio prezzi carburanti des Ministero delle Imprese e del Made in Italy sind das die höchsten Werte seit dem Frühjahr 2022.

Auf der Autobahn liegen die Preise noch einmal deutlich darüber. Der Diesel-Durchschnitt im Selbstbedienungsbereich stieg von 2,269 Euro am 11. September auf 2,285 Euro am 12. September, für Benzin lauten die entsprechenden Werte 2,176 und 2,192 Euro pro Liter. Getrieben wird die Entwicklung von der Krise in der Straße von Hormus, die den Rohölpreis über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel gehoben hat, sowie vom nahenden Ende der Steuersenkung, das die Marktteilnehmer bereits einpreisen.

100-Euro-Kraftstoff-Bonus als diskutierte Alternative

Die italienische Regierung hat mehrfach angekündigt, ab dem 18. September von der pauschalen Steuersenkung auf gezielte Hilfen umzuschwenken. Im Gespräch ist unter anderem ein Kraftstoff-Bonus von 100 Euro, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern über die Lohnabrechnung ausgezahlt werden soll. Nach den bislang bekannten Plänen sollen sowohl abhängig Beschäftigte als auch Selbständige davon profitieren. Verkehrsminister Matteo Salvini hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass eine Regelung noch vor Monatsende gefunden werden soll.

Beschlossen ist der Bonus allerdings noch nicht. Die konkrete Ausgestaltung und die Frage, wer genau anspruchsberechtigt sein wird, sind Gegenstand der Verhandlungen zwischen dem Wirtschaftsministerium unter Giancarlo Giorgetti und den anderen Ressorts. Parallel prüft die Regierung eine Aufstockung des bereits bestehenden Steuerguthabens für das Transportgewerbe. Dieses Guthaben soll mit einem zusätzlichen Volumen von 16 Millionen Euro für das laufende Jahr ausgestattet werden. Für den Warentransport ist diese Regelung besonders relevant, weil die Lkw-Flotten in Italien überwiegend mit Diesel unterwegs sind.

Was Italien-Reisende jetzt wissen sollten

Für Reisende, die in den kommenden Wochen mit dem Auto in Italien unterwegs sind, empfiehlt sich ein Blick auf die Preisunterschiede zwischen Autobahn und Landstraße. Wer die Autobahn kurz verlässt und an einer freien Tankstelle im Umland tankt, spart nach den offiziellen MIMIT-Daten zwischen 12 und 17 Cent pro Liter, teils mehr. Sogenannte pompe bianche, also unabhängige Tankstellen ohne Markenzugehörigkeit, gehören häufig zu den günstigsten Anbietern. Die tagesaktuellen Durchschnittspreise für Benzin, Diesel und Autogas werden in der Live-Übersicht aus den offiziellen MIMIT-Daten aktualisiert.

Beim Tanken in Italien gilt zusätzlich: Der Servito-Bereich mit Tankwart kostet regelmäßig 15 bis 20 Cent pro Liter mehr als die Selbstbedienung. Wer die Wahl zwischen „Self" oder „Fai da Te" und dem Bedienpreis hat, spart mit dem Selbstbedienungssystem deutlich. Ob die Regierung tatsächlich einen strukturellen Wechsel zu selektiven Hilfen umsetzt oder ob unter dem Druck der weiter steigenden Preise doch noch eine kurzfristige Verlängerung der Steuersenkung folgt, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.

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