Am Mittwoch, 9. September 2026, haben schwere Unwetter Norditalien erreicht und damit die Hitzewelle der vergangenen Wochen beendet. Die italienische Zivilschutzbehörde Protezione Civile hat für weite Teile der Regionen Veneto und Lombardei sowie für die westlichen Sektoren der Emilia-Romagna eine orange Warnung wegen Gewittern ausgesprochen. Für zahlreiche weitere Regionen im Norden und Zentrum des Landes gilt die niedrigere gelbe Warnstufe. Erwartet werden Wolkenbrüche, Hagel und starke Windböen, dazu ein Temperaturabfall von sieben bis acht Grad Celsius innerhalb weniger Stunden.
Orange Warnung in Veneto, Lombardei und Emilia-Romagna
Die orange Warnstufe ist die zweithöchste in Italien und gilt für Gebiete, in denen mit lokalen Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen ist. Nach der offiziellen Mitteilung der Protezione Civile vom 8. September 2026 betrifft die orange Warnung große Teile der Lombardei und Venetiens, dazu die westlichen Provinzen der Emilia-Romagna. Konkret unter erhöhter Aufmerksamkeit stehen die Provinzen Piacenza, Parma, Reggio Emilia und Modena.
Die gelbe Warnstufe für Gewitter und hydrogeologisches Risiko erstreckt sich zusätzlich über Trentino-Südtirol, Umbrien und Teile von Aostatal, Piemont, Ligurien, Toskana, Friaul-Julisch-Venetien und Kalabrien, so eine Übersicht des Nachrichten-Portals Fanpage zu den betroffenen Regionen. In Ligurien hat die regionale Umweltschutz-Agentur Arpal für das Zentrum und den Osten der Region eine gelbe Warnung für den heutigen Mittwoch von 8:00 Uhr bis Mitternacht ausgesprochen, mit erwarteten starken Gewittern, örtlich intensiven Niederschlägen und Hagel.
Donnerstag als Höhepunkt mit bis zu 200 Millimetern Regen
Der stärkste Niederschlag wird für Donnerstag, 10. September, erwartet. Nach der Wetterprognose des italienischen Wetterdienstes ilmeteo.it rechnen die Modelle mit kumulierten Niederschlagsmengen von bis zu 200 Millimetern in Veneto und Friaul-Julisch-Venetien innerhalb weniger Stunden. In der Toskana und in Latium liegen die erwarteten Mengen bei 40 bis 80 Millimetern, wobei die genaue Verortung der Spitzenwerte weiterhin unsicher bleibt.
Zum Vergleich: Der langjährige September-Durchschnitt liegt in den betroffenen Regionen typischerweise bei 60 bis 100 Millimetern Regen im gesamten Monat. Wenn 200 Millimeter innerhalb weniger Stunden fallen, kann das die Kanalisation überlasten, kleine Wasserläufe über die Ufer treten lassen und in Berggebieten Erdrutsche auslösen. Besonders sensibel sind die Küstengebiete Liguriens und der Toskana, wo die Regenzellen vom Meer kommend auf die Berghänge treffen und sich dort verstärken können.
Ende der Hitzewelle und weiterer Verlauf
Das Unwetter markiert das Ende der Hitzewelle, die Italien seit Wochen im Griff hatte. Nach den Prognosen des Wetterdienstes fallen die Temperaturen im Norden binnen weniger Stunden um sieben bis acht Grad Celsius. Am Freitag, 11. September, greift die Störung auch auf Mittel- und Süditalien über und erreicht Latium, die Marken, Umbrien, Sizilien, Kampanien, Apulien und Kalabrien, so eine Analyse der Nachrichten-Seite Today zum Temperaturumschwung. Erst am Samstag, 12. September, kehrt für weite Teile Italiens der reguläre Herbstverlauf zurück.
Reisende in Norditalien sollten in den kommenden 24 bis 48 Stunden mit Verzögerungen im Bahn- und Autoverkehr rechnen. Wer eine Wanderung in den Alpen, im Trentino oder in den Apennin-Vorbergen geplant hat, sollte diese verschieben. Auch auf Campingplätzen in Flussnähe oder in engen Talsohlen ist besondere Vorsicht angeraten. Für den Norden endet mit dem Unwetter auch die seit Wochen anhaltende Hitze in Italien. Die aktuelle Lage fassen unsere Unwetter-Warnungen für Italien zusammen. Den offiziellen Status der regionalen Warnstufen veröffentlicht die Protezione Civile in Echtzeit auf ihrer Website.




