Kurz vor Beginn der Sommersaison hat Italien erneut eine Rekordzahl an ausgezeichneten Badeorten erhalten. Wie die italienische Umweltorganisation FEE Italia bekanntgegeben hat, tragen 2026 insgesamt 257 Küsten- und Seegemeinden die internationale „Bandiera Blu“. Ausgezeichnet wurden dabei 525 Strände sowie 87 touristische Häfen.
Die „Blaue Flagge“ gilt seit Jahren als eines der wichtigsten Umwelt- und Qualitätssiegel für Badeorte weltweit. Grundlage der aktuellen Zahlen sind die offiziellen Veröffentlichungen von FEE Italia sowie des italienischen Tourismusministeriums, über die unter anderem auch das Portal Spiagge.it berichtet.
Ligurien bleibt Italiens Spitzenregion
An der Spitze liegt erneut Ligurien. Die schmale Küstenregion im Nordwesten Italiens kommt inzwischen auf 35 ausgezeichnete Gemeinden und verteidigt damit ihre Spitzenposition im nationalen Vergleich. Dahinter folgen Kalabrien und Apulien mit jeweils 27 Orten. Auch die Toskana konnte weiter zulegen und erreicht inzwischen 20 ausgezeichnete Gemeinden. Neu hinzugekommen ist dort Monte Argentario an der südlichen Küste der Region. Weitere neue „Bandiera Blu“-Orte sind unter anderem Rimini in der Emilia-Romagna, Limone sul Garda in der Lombardei am Gardasee, Lipari auf Sizilien sowie Andora und Taggia in Ligurien.
Gerade Ligurien zeigt seit Jahren, wie stark sich nachhaltiger Tourismus und klassische Badeorte miteinander verbinden lassen. Viele der ausgezeichneten Orte liegen in Regionen, die gleichzeitig unter hohem Besucheraufkommen, begrenztem Raum und steigenden Anforderungen an Umwelt- und Küstenschutz stehen.
Mehr als nur sauberes Wasser
Die „Bandiera Blu“ wird häufig mit besonders sauberem Meerwasser verbunden. Tatsächlich sind die Kriterien inzwischen deutlich umfangreicher. Bewertet werden unter anderem Wasserqualität, Abwasseraufbereitung, Sicherheit an Stränden, Barrierefreiheit, Umweltmanagement, nachhaltige Mobilität sowie Umweltbildungsprogramme.
Die Wasserqualität muss dabei über mehrere Jahre konstant hohe Standards erfüllen. Grundlage sind Analysen der vergangenen vier Jahre. Gemeinden müssen zusätzlich nachweisen, dass sie nachhaltige Konzepte für Infrastruktur, Müllmanagement und Küstenschutz umsetzen. Nach Angaben der FEE verfügen inzwischen rund 94 Prozent der ausgezeichneten Gemeinden über mehrjährige Nachhaltigkeitsprogramme.
Auch bekannte Badeorte verlieren die Auszeichnung
Die „Blaue Flagge“ ist kein dauerhafter Status. Gemeinden werden jedes Jahr erneut überprüft. 2026 verloren drei Orte ihre Auszeichnung wieder, darunter San Felice Circeo im Latium. Gleichzeitig wächst die Bedeutung nachhaltiger Küstenpolitik in Italien weiter. Themen wie Küstenerosion, Wasserknappheit und der Druck des Massentourismus spielen mittlerweile auch bei touristischen Qualitätsbewertungen eine immer größere Rolle. Neben den klassischen Küstenregionen profitieren inzwischen auch italienische Seen zunehmend vom Programm. 23 Gemeinden an Seen tragen 2026 ebenfalls die „Bandiera Blu“.
International zählt Italien weiterhin zu den erfolgreichsten Teilnehmern des Programms. Nach Angaben der FEE befinden sich rund 11,5 Prozent aller weltweit ausgezeichneten Strände in Italien. Damit bleibt die „Bandiera Blu“ nicht nur ein touristisches Qualitätssiegel, sondern zunehmend auch ein Symbol dafür, welche Regionen versuchen, Tourismus, Umweltstandards und den Schutz ihrer Küsten langfristig miteinander zu verbinden.

