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Borgo Monchiero: Ein Kloster in der Langhe wird zum Boutique-Hotel

Redaktion
Das Bergdorf Monchiero Alto in der Langhe bei Dämmerung: Im ehemaligen Klosterkomplex neben den Kirchtürmen und dem Santuario della Madonna del Rosario aus dem Jahr 1752 ist das neue Boutique-Hotel Borgo Monchiero entstanden.

Das Bergdorf Monchiero Alto in der Langhe bei Dämmerung: Im ehemaligen Klosterkomplex neben den Kirchtürmen und dem Santuario della Madonna del Rosario aus dem Jahr 1752 ist das neue Boutique-Hotel Borgo Monchiero entstanden.

(Foto: © Atmosphere Hotels & Resorts)
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Seit dem 16. Juli 2026 empfängt in einem kleinen Ort in der piemontesischen Langhe ein neues Boutique-Hotel seine ersten Gäste. Borgo Monchiero heißt das Haus, entstanden aus einem ehemaligen Kloster aus dem 18. Jahrhundert, das über mehrere Jahre unter der Leitung des italienischen Architekten Stefano Tardito restauriert wurde. Betreiberin ist die auf den Malediven gegründete Hospitality-Gruppe Atmosphere Core, für die das Anwesen den ersten Standort in Europa markiert. Die Marke Heritage by Atmosphere zählt damit nach dem Auftakt in Indien nun eine zweite Adresse weltweit.

Vom Kloster zur historischen Residenz

Das Anwesen liegt in Borgo Monchiero, einer kleinen Ortschaft in der Provinz Cuneo, mitten in der Weinlandschaft der Langhe, seit 2014 UNESCO-Weltkulturerbe. Der Kern des Hauses ist das ehemalige Kloster, das im 18. Jahrhundert errichtet wurde und im Laufe der Jahrhunderte auch Wohnhaus, Rückzugsort und kulturelles Zentrum war. Für die Umwandlung in eine Hotelresidenz wurde die historische Substanz erhalten, die Mönchszellen wurden zu Zimmern mit modernen Annehmlichkeiten umgebaut, ohne die alten Materialien zu verlieren.

Verantwortlich für die Restaurierung ist der italienische Architekt Stefano Tardito, dessen Arbeit an Borgo Monchiero 2025 mit dem Rēgula-Award ausgezeichnet wurde, einem Preis für Denkmalpflege im Kontext zeitgenössischer Nutzung. Die Aufsicht lag bei der italienischen Behörde für Archäologie, Kunst und Landschaft, was den Rahmen für die Kombination aus Erhalt und Neuinterpretation setzte. Das Ergebnis ist ein Haus, das die klösterliche Struktur sichtbar lässt und sie zugleich für eine hotelnahe Nutzung öffnet.

Eine der 25 Suiten in der Heritage Villa des Borgo Monchiero: Wo einst Mönchszellen und aristokratische Wohnräume lagen, treffen historische Deckenbalken und Wandmalereien heute auf zurückhaltendes zeitgenössisches Design.

Eine der 25 Suiten in der Heritage Villa des Borgo Monchiero: Wo einst Mönchszellen und aristokratische Wohnräume lagen, treffen historische Deckenbalken und Wandmalereien heute auf zurückhaltendes zeitgenössisches Design.

(Foto: © Atmosphere Hotels & Resorts)

25 Zimmer zwischen Kloster und Villa

Insgesamt verteilen sich 25 Zimmer und Suiten auf das ehemalige Kloster und eine benachbarte Villa. Im Klosterbau sind die früheren Mönchszellen zu Rückzugsräumen umgestaltet, mit Originaldetails wie freigelegten Steinwänden und traditionellen Bodenbelägen. In der Villa dominiert eine andere Note, eher aristokratisch als monastisch, mit Blick auf die umliegende Hügellandschaft. Als größtes Angebot fungiert der Prior's Room, ein mehrraumiges Apartment, das sich an Familien oder kleinere Reisegruppen richtet.

Ergänzt wird das Zimmerangebot durch einen Wellnessbereich mit Panorama-Pool, beheiztem Wasserbecken, Sauna und Erlebnisdusche, jeweils mit Blick auf die Weinberge und Hügel der Umgebung. Die Landschaft, die den Rahmen bildet, gehört zu den Regionen, die im aktuellen italienischen Sommertourismus 2026 besonders stark wachsen: Piemont verzeichnet ein Plus von 9,22 Prozent bei den Ankünften im ersten Halbjahr 2026 und liegt damit unter den drei Wachstumsregionen des Landes.

Regionale Küche unter Executive Chef Servetto

Das gastronomische Konzept verantwortet Executive Chef Giorgio Servetto, der zuvor im Ristoranti Nove (Michelin-Stern 2021 und 2022) und im Vignamare kochte, wo er 2023 einen Grünen Michelin-Stern und 2024 und 2025 den Michelin-Stern erhielt. An seiner Seite arbeitet Küchenchef Alessandro Di Giacomo, ein langjähriger Weggefährte. Die Küche verbindet piemontesische Tradition mit einer eigenen Handschrift, im Mittelpunkt stehen saisonale Produkte und die klassischen Zutaten der Region, von Trüffeln bis Weißen Bohnen aus dem Cuneesischen.

Das Restaurant Eira im Borgo Monchiero: Unter dem Executive Chef Giorgio Servetto verbindet die Küche piemontesische Tradition mit Einflüssen aus Ligurien und Frankreich, serviert in den Gewölben des ehemaligen Klosters.

Das Restaurant Eira im Borgo Monchiero: Unter dem Executive Chef Giorgio Servetto verbindet die Küche piemontesische Tradition mit Einflüssen aus Ligurien und Frankreich, serviert in den Gewölben des ehemaligen Klosters.

(Foto: © Atmosphere Hotels & Resorts)

Serviert wird im ehemaligen Kloster, ergänzt durch private Dinner-Erlebnisse und Verkostungen an weiteren Orten des Dorfes. Zum Angebot gehört auch eine Weinkarte, die die Nachbarschaft ernst nimmt: Barolo und Barbaresco haben in der Langhe ihre Heimat und liefern das Fundament, ergänzt durch die restliche Bandbreite der Weinregion Piemont mit Barbera, Dolcetto und Cortese. Die Nähe zu den Anbaugebieten macht das Haus auch für Weinreisende zu einer sinnvollen Basis.

Kunst und kulturelles Erbe

Das Dorf Borgo Monchiero ist im 20. Jahrhundert immer wieder von Künstlern besucht und bewohnt worden. Zu den Namen, die mit dem Ort verbunden sind, gehören Eso Peluzzi und Claudio Bonichi sowie mehrere Schlüsselfiguren der piemontesischen Kunst wie Piero Simondo, Gigi Chessa, Giulio Da Milano, Pietro Morando, Nino Aimone, Giovanni Bracco und Piero Solavaggione. Ihre Werke sind heute in die Räume des Hotels integriert und ergänzen die architektonische Restaurierung um eine kunstgeschichtliche Ebene.

Herzstück des kulturellen Angebots sind die ehemalige Privatkapelle, die heute als Museum genutzt wird, sowie das frühere Wohnhaus und Atelier von Eso Peluzzi. Beide Räume sind nach Vereinbarung für Besucher zugänglich und verbinden die Geschichte des Ortes mit einer aktiven Erinnerungspflege. Ergänzt wird das Ensemble durch das Santuario della Madonna del Rosario aus dem Jahr 1752, das für standesamtliche und religiöse Zeremonien nutzbar ist und Borgo Monchiero auch als Hochzeitsdestination positioniert.

Blick durch die Weinreben auf den Klosterkomplex von Borgo Monchiero: Das Anwesen thront auf einem Hügel mit Panorama über die Langhe und liegt in Sichtweite der klassischen Barolo- und Barbaresco-Weinorte.

Blick durch die Weinreben auf den Klosterkomplex von Borgo Monchiero: Das Anwesen thront auf einem Hügel mit Panorama über die Langhe und liegt in Sichtweite der klassischen Barolo- und Barbaresco-Weinorte.

(Foto: © Atmosphere Hotels & Resorts)

In der Langhe: Was die Region zu bieten hat

Die Langhe im südlichen Piemont zählt zu den bekanntesten Weinregionen Italiens und ist zugleich eine gastronomische Landschaft mit eigenem Rhythmus. Zu den klassischen Aktivitäten für Gäste gehören Weinberg-Touren, geführte Verkostungen, Trüffelsuchen mit lokalen Trifolau und den Hunden, sowie Kunsttouren durch die umliegenden Dörfer. Auch Oldtimer- und Vespa-Ausflüge lassen sich vom Hotel aus buchen, ebenso Fahrten in die piemontesischen Berge oder an die ligurische Küste, die von der Langhe in gut einer Stunde erreichbar ist.

Für Ankommende bietet das Haus einen Heritage Host, der die Gäste bereits am Flughafen abholt. Die nächsten Anreisen erfolgen über den Flughafen Turin-Caselle (rund 90 Minuten Autofahrt) oder Genua-Cristoforo Colombo (rund 100 Minuten). Von Deutschland aus ist auch die Anreise mit dem Auto praktikabel, über die Schweiz und den Simplonpass oder den Gotthard bis Alba und weiter in die Langhe. Wer den Aufenthalt kompletter gestalten möchte, kann den sogenannten Heritage Experience Plan hinzubuchen, ein Paket aus Frühstück, Dinner, Weintouren und Verkostungen.


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