Am Sonntag, dem 6. September 2026, öffnen die staatlichen Museen, Monumente und archäologischen Parks Italiens erneut kostenlos. Das italienische Kulturministerium veranstaltet die Domenica al Museo, den Museumssonntag, an jedem ersten Sonntag im Monat. An der Aktion nehmen über tausend Häuser in ganz Italien teil, von den Uffizien in Florenz über die Pinacoteca di Brera in Mailand und das Kolosseum in Rom bis zum Museo Archeologico Nazionale in Neapel und den Musei Reali in Turin. Der freie Eintritt gilt unabhängig von Alter oder Herkunft, in stark frequentierten Häusern ist aber eine vorherige Reservierung nötig.
Rom: Kolosseum, Forum Romanum, städtische Museen
Der Archäologische Park des Kolosseums öffnet am 6. September kostenlos, so die Angaben auf der Ticketing-Seite des offiziellen Parco Archeologico del Colosseo. Der freie Eintritt gilt für das Kolosseum, das Forum Romanum und den Palatin. Kostenlose Eintrittskarten werden je nach Standort online reserviert oder direkt an der Kasse ausgegeben. Zu beachten ist, dass der gesamte Bereich seit dem 24. August 2026 als Zona Rossa mit verstärkter Polizei-Präsenz ausgewiesen ist. Der reguläre Zugang zum Park bleibt davon unberührt.
Neben dem Kolosseum beteiligen sich die städtischen Museen Roms. Nach der offiziellen Übersicht der Stadt Rom zum 6. September 2026 sind unter anderem die Kapitolinischen Museen, die Centrale Montemartini, die Galleria d'Arte Moderna, die Museen der Villa Torlonia und das Museo di Roma in Trastevere kostenlos zugänglich, dazu die Area Sacra am Largo Argentina, das Gelände des Circus Maximus und die Kaiserforen. Die üblichen Touristenfallen am Kolosseum erfordern am Museumssonntag besondere Wachsamkeit.
Florenz: Uffizien, Palazzo Pitti und die Accademia
In Florenz beteiligen sich am 6. September die drei wichtigsten Museums-Komplexe der Stadt: die Galleria degli Uffizi mit ihrer Sammlung italienischer Renaissance-Malerei, der Palazzo Pitti mit der Galleria Palatina, den Königlichen Appartements, der Galleria d'Arte Moderna und dem angeschlossenen Giardino di Boboli, sowie die Galleria dell'Accademia mit dem David Michelangelos. Alle drei Häuser sind am Museumssonntag für den Grundeintritt frei zugänglich.
Zusätzlich zur nationalen Aktion läuft am 6. September in Florenz die Domenica Metropolitana, die den Bewohnern der Metropolitanstadt Florenz kostenlosen Zugang zu den städtischen Museen und dem Palazzo Medici Riccardi ermöglicht. Für Reisende ohne Florentiner Wohnsitz betrifft das nicht direkt den Zugang, wohl aber den erwarteten Andrang: Der erste Sonntag im September trifft oft mit der Rückkehrwelle aus dem Sommerurlaub zusammen und macht die Uffizien und die Accademia zu besonders stark besuchten Zielen.
Mailand und Turin: Brera, Cenacolo, Musei Reali
In Mailand öffnen unter anderem die Pinacoteca di Brera mit Werken von Raffael, Caravaggio und Piero della Francesca, das Cenacolo Vinciano mit Leonardos Letztem Abendmahl im Refektorium von Santa Maria delle Grazie und die staatlichen Museen des Castello Sforzesco kostenlos. Für das Cenacolo Vinciano ist eine vorherige Reservierung aufgrund der stark begrenzten Zugangskontingente zwingend nötig. Wer spontan versucht, dort einzutreten, kann am Museumssonntag ohne Ticket nicht in den Raum gelangen.
In Turin beteiligt sich der gesamte Komplex der Musei Reali an der Aktion: die Cappella della Sindone (Grabtuch-Kapelle), die Galleria Sabauda, das Museo di Antichità und die Armeria Reale sind zwischen 9 und 19 Uhr geöffnet, die Kasse schließt um 18 Uhr. Ergänzend öffnen die königlichen Residenzen im Umland: das Castello di Aglié und das Castello di Racconigi, beide sind Teil des UNESCO-Welterbes der Residenzen des königlichen Hauses Savoyen. Am gleichen Tag ist zudem der Eintritt in die Gallerie d'Italia in Mailand, Turin, Vicenza und Neapel kostenlos. Diese private Institution der Bankengruppe Intesa Sanpaolo führt eine eigene, mit dem Museumssonntag zeitgleiche Aktion durch.
Neapel und Kampanien: MANN, Pompeji, Reggia und Paestum
Auch das Museo Archeologico Nazionale von Neapel, kurz MANN, beteiligt sich am Museumssonntag. Das Haus hat am 6. September von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet, so die Ankündigung auf der offiziellen Museums-Seite. Zur Sammlung gehören zahlreiche Funde aus Pompeji und Herculaneum, darunter Wandmalereien, Mosaike und Statuen aus den vom Vesuv verschütteten Orten. Zu beachten ist, dass das weltberühmte Alexander-Mosaik aktuell wegen umfangreicher Restaurierungsarbeiten nicht zu sehen ist.
In der Region Kampanien beteiligen sich am 6. September zudem die archäologische Stätte von Pompeji, der Palazzo Reale und das Museo di Capodimonte in Neapel, die Reggia di Caserta mit ihrem königlichen Park sowie die Ausgrabungen von Paestum und Velia in der Provinz Salerno. Der reguläre Museumseintritt entfällt in allen genannten Häusern, kostenpflichtig bleiben können bestimmte Führungen, Audioguides und Sonderausstellungen. Bei Pompeji ist mit besonders hohem Andrang zu rechnen.
Nicht dabei: der Vatikan
Die Musei Vaticani sind nicht Teil der Domenica al Museo. Der Vatikan ist ein souveräner Staat und unterliegt nicht dem italienischen Kulturministerium. An gewöhnlichen Sonntagen sind die Vatikanischen Museen zudem geschlossen, so auch am 6. September 2026. Der nächste kostenlose Öffnungstag im Vatikan ist der 27. September 2026, mit verkürzten Öffnungszeiten von 9 bis 14 Uhr und letztem Einlass um 12.30 Uhr. Reservierungen sind an diesem Tag nicht möglich, der Zugang erfolgt ausschließlich vor Ort.
Praktisches: Reservierung und App
Über tausend Häuser in ganz Italien nehmen am Museumssonntag teil. Die vollständige und laufend aktualisierte Liste findet sich auf der offiziellen Übersicht des italienischen Kulturministeriums zur Domenica al Museo. Ergänzend bietet das Ministerium die kostenlose App Musei Italiani an.
Wichtig: Auch wenn der Eintritt kostenlos ist, kann bei stark frequentierten Häusern eine Reservierung erforderlich sein, teilweise ausschließlich online. Ist das verfügbare Kontingent an kostenlosen Tickets erschöpft, kann der Zugang beendet werden. Frühes Erscheinen ist deshalb die zentrale Empfehlung des Ministeriums.




