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Prosecco-Gebiet in vier Tagen: Treviso, Weinberge, Venedig und Friaul

Redaktion
Ein Glas Prosecco DOC im Blick auf die Seufzerbrücke: In Venedig gehört der Schaumwein zum Alltag – ob in den Bacari oder auf einer Piazza in der Sonne.
Ein Glas Prosecco DOC im Blick auf die Seufzerbrücke: In Venedig gehört der Schaumwein zum Alltag – ob in den Bacari oder auf einer Piazza in der Sonne.
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Wer an italienische Weinregionen denkt, landet meist zuerst in der Toskana. Deutlich weniger überlaufen und mindestens genauso vielfältig zeigt sich das Prosecco-Gebiet im Nordosten Italiens, zwischen den Regionen Veneto und Friaul-Julisch Venetien. Nur wenige Autostunden von Süddeutschland und der Schweiz entfernt, verbindet die Region Weinberge, Städte mit gelebter Aperitivo-Kultur und die Lagune von Venedig auf engem Raum. Wer nach einer kompakten Genussreise sucht, kann das Gebiet in vier Tagen erleben, ohne von Etappe zu Etappe zu hetzen.

Tag 1: Treviso als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt der Route ist Treviso, eine Stadt, die man in der ersten Reihe der italienischen Klassiker selten nennt, obwohl sie mitten in der Prosecco-Region liegt. Kleiner und ruhiger als Venedig, aber mit eigenem Kanalsystem, historischen Fassaden und einer sehr lebendigen Piazza-Kultur bietet sie den entspannten Auftakt einer Weinreise. Wer ankommt, braucht keinen straffen Plan: Ein Spaziergang entlang der Wasserläufe, ein Glas Prosecco DOC solo oder als Spritz auf einer Piazza und ein Abendessen in einer Trattoria genügen, um die Grundstimmung der Region kennenzulernen.

Tag 2: Weinberge und familiengeführte Kellereien

Am zweiten Tag führt die Route hinaus in die Weinlandschaft rund um Treviso. Zwischen Rebstöcken mit Panoramaaussicht wird bei den familiengeführten Weingütern erlebbar, wie viel Handwerk und Herkunft in einer Flasche Prosecco DOC stecken. Eine Verkostung oder Kellerführung ist dabei oft der schönste Programmpunkt des Tages und meist ohne die betuliche Feierlichkeit anderer Weinregionen. Der Consorzio di Tutela Prosecco DOC hält eine Übersicht der Erzeuger im geografischen Herkunftsgebiet bereit.

Wer mag, kombiniert den Ausflug mit einem einfachen Picknick zwischen den Reben oder mit einem Mittagessen in einer Osteria auf dem Land. Wer die anspruchsvollere Terrassenlandschaft der DOCG-Region sehen möchte, kann von Treviso aus einen Abstecher nach Conegliano und Valdobbiadene machen, deren Hügel seit 2019 zum UNESCO-Welterbe zählen.

Tag 3: Venedig und die Bacari-Tour

Der dritte Tag gehört Venedig, aber ohne Pflichtprogramm. Statt großer Menü-Dramaturgie lohnt sich ein Streifzug durch die Bacari, die traditionellen Weinbars der Lagunenstadt. Dort treffen sich Einheimische und Besucher zum späten Mittagessen mit Antipasti und einem Glas Prosecco DOC. Bruschetta, Hackbällchen, Sardinen und Artischocken nach venezianischer Art oder cremiger Stockfisch zeigen, warum der Schaumwein als Foodpairing so gut funktioniert: Seine Frische und feine Perlage balancieren salzige, cremige, frittierte oder süß-saure Aromen aus. Wer in Venedig übernachten möchte, findet in der Stadt zahlreiche Optionen, alternativ ist die Lagunenstadt von Treviso aus in einer knappen halben Zugstunde erreichbar.

Ein Blick in einen familiengeführten Weinkeller zwischen Treviso und Conegliano: Prosecco DOC wird ausschließlich im festgelegten Herkunftsgebiet im Nordosten Italiens produziert und abgefüllt.

Ein Blick in einen familiengeführten Weinkeller zwischen Treviso und Conegliano: Prosecco DOC wird ausschließlich im festgelegten Herkunftsgebiet im Nordosten Italiens produziert und abgefüllt.

(Foto: © Prosecco DOC)

Tag 4: Padua, Udine oder Triest

Der vierte Tag lässt sich in mehrere Richtungen gestalten. Padua begeistert mit malerischen Arkaden, belebten Plätzen und einer lebendigen Aperitivo-Kultur, die den Spritz in Italien wohl mit erfunden hat. Wer stattdessen östlich weiterfährt, kommt nach Udine, wo Alpen und Meer kulinarisch aufeinandertreffen: Schinken San Daniele DOP, der herzhafte Käse-Kartoffel-Fladen Frico und Weißweine aus dem Friaul stehen exemplarisch für die Region. Wer noch mehr Zeit hat, fährt bis nach Triest und trifft auf Hafenflair, Kaffeehauskultur und würzige Fisch-Eintöpfe.

Die Vielfalt in kurzer Distanz ist es, was die Prosecco-Region auch für einen Wochenendtrip attraktiv macht. Wo in der Toskana zwischen den Weingütern häufig 40 oder 50 Kilometer liegen, sind es zwischen Treviso, den Weinbergen, Venedig und Padua meist deutlich weniger, was den Verkehr entspannt und die Abende länger macht.

Was das Prosecco-Gebiet ausmacht

Der Name Prosecco bezeichnet eine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOC), die seit Juli 2009 auf europäischer Ebene anerkannt ist. Der Wein wird ausschließlich in einem festgelegten Herkunftsgebiet im Nordosten Italiens produziert und abgefüllt, das neun Provinzen in den Regionen Veneto und Friaul-Julisch Venetien umfasst. Für den Reisenden bedeutet das: Wer im Herkunftsgebiet Prosecco DOC trinkt, kann davon ausgehen, dass die Herkunft von Trauben, Verarbeitung und Abfüllung geprüft ist.

Reife Glera-Trauben in einem Weinberg der Prosecco-Region: Aus dieser Rebsorte entsteht der Schaumwein, dessen geschütztes Herkunftsgebiet zwischen Veneto und Friaul-Julisch Venetien liegt.

Reife Glera-Trauben in einem Weinberg der Prosecco-Region: Aus dieser Rebsorte entsteht der Schaumwein, dessen geschütztes Herkunftsgebiet zwischen Veneto und Friaul-Julisch Venetien liegt.

(Foto: © Prosecco DOC)

Zusätzlich zum DOC-Gebiet existiert die kleinere, hochwertigere DOCG-Zone rund um Conegliano und Valdobbiadene, deren steile Terrassen-Weinberge zum UNESCO-Welterbe zählen. Wer die Landschaft in ihrer prägnantesten Form sehen möchte, findet sie dort. Die Kombination aus geschützter Herkunft, überschaubaren Distanzen und einer Preisstruktur, die abseits der Toskana-Klassiker deutlich moderater ausfällt, macht das Gebiet zu einer der zugänglicheren Weinregionen Italiens.

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