Vor der Küste von Triest haben sich derzeit große Mengen von Quallen im Wasser gesammelt, die dicht unter der Oberfläche treiben und stellenweise weite Bereiche des Küstenwassers prägen. Italienische Berichte sprechen davon, dass sich die Tiere aktuell in ungewöhnlich hoher Konzentration im Golf verteilen und das Erscheinungsbild des Meeres deutlich verändern.
Günstige Bedingungen für Quallen
Über die Entwicklung berichten unter anderem Rai News sowie das Online-Portal Il Post. Dort wird das Phänomen als „tappeto di meduse“ beschrieben, ein dichter Teppich aus Quallen, der sich über größere Wasserflächen erstreckt. Die Berichterstattung stützt sich dabei auch auf Einschätzungen regionaler Forschungseinrichtungen im Raum Triest.
Den italienischen Quellen folgend es sich um sogenannte Quallenblüten, ein im Mittelmeer regelmäßig auftretendes Naturphänomen. Solche Ansammlungen entstehen, wenn sich Quallenpopulationen unter günstigen Bedingungen stark vermehren und anschließend durch Strömungen in Küstennähe konzentriert werden.
Umweltfaktoren als Auslöser
Begünstigt wird die Entwicklung durch mehrere Faktoren: steigende Wassertemperaturen fördern die Vermehrung bestimmter Arten, während Strömungen und Windverhältnisse – insbesondere regionale Winde wie die Bora – die Tiere in den Golf treiben. Der vergleichsweise geschlossene Charakter des Golfs von Triest verstärkt diesen Effekt zusätzlich, da der Wasseraustausch mit dem offenen Meer eingeschränkt ist.
In der aktuellen Situation ist die Ausprägung besonders deutlich, da sich die Quallen nicht nur an der Oberfläche befinden, sondern in weiten Bereichen der Wassersäule vorkommen. Für die lokale Fischerei hat das praktische Folgen: Netze werden durch die große Menge an Tieren belastet oder verstopfen, wodurch der Betrieb teilweise erschwert wird.
Entwicklung in den vergangenen Jahren
Ähnliche Situationen wurden in der Region bereits mehrfach beobachtet, etwa in den vergangenen Jahren. Italienische Quellen weisen jedoch darauf hin, dass solche Ereignisse inzwischen in kürzeren Abständen auftreten könnten. Als möglicher Hintergrund werden veränderte Umweltbedingungen im Mittelmeer genannt, insbesondere steigende Temperaturen.
Für Besucher der Region ergeben sich in der Regel nur vorübergehende Einschränkungen. Je nach Quallenart kann es zu Hautreizungen kommen, schwerwiegende Gefahren sind jedoch selten und meist lokal begrenzt auf die betroffenen Küstenabschnitte.

