Der Orient Express kehrt nach Italien zurück und hinter dem Projekt stehen konkrete Namen: Entwickelt wird der „La Dolce Vita Orient Express“ vom italienischen Unternehmen Arsenale S.p.A. in Kooperation mit der Luxusmarke Accor. Nach mehreren Jahren Entwicklung hat der Zug seine ersten Passagiere im April 2025 begrüßt und wird seitdem schrittweise ausgebaut.
Damit ist der Luxuszug Italien längst mehr als ein Konzept. Vielmehr entsteht ein wachsendes Netzwerk an exklusiven Zugreisen, das große Teile des Landes erschließt und Italien bewusst als zusammenhängenden Erlebnisraum inszeniert. Der Fokus liegt dabei nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf dem Reisen selbst. Mit Landschaft, Kultur und Atmosphäre als zentralen Elementen. Der „La Dolce Vita Orient Express“ hat seine ersten Passagiere am 4. April 2025 begrüßt. 2026 läuft das Angebot weiter; aktuell werden Nachtfahrten bis Dezember 2026 beworben.
Luxuszug Italien: Routen durch 14 Regionen
Das Projekt ist in seiner Dimension klar definiert. Insgesamt sollen sechs Züge mit jeweils elf Waggons eingesetzt werden, die durch 14 italienische Regionen und mehr als 130 Städte führen. Pro Zug ist die Kapazität bewusst begrenzt, rund 60 Gäste reisen gleichzeitig in einem exklusiven Umfeld mit verschiedenen Kabinenkategorien, darunter Deluxe-Kabinen, Suiten und eine besonders ausgestattete Honor Suite. Die Routen sind so angelegt, dass sie unterschiedliche Teile Italiens miteinander verbinden und dabei sowohl bekannte als auch weniger erschlossene Regionen einbeziehen. Der Luxuszug Italien soll damit nicht nur klassische Reiseziele abdecken, sondern auch neue Perspektiven auf das Land eröffnen.

Blick in den Restaurantwagen des „La Dolce Vita Orient Express“, in dem italienische Küche und Servicekonzept Teil des Reiseerlebnisses sind.
Verbindungen von Rom, Venedig und Palermo aus
Zentrale Ausgangspunkte der Reisen sind mehrere Städte, darunter vor allem Rom, aber auch Venedig und Palermo. Von hier aus starten verschiedene Routen, die sich über das gesamte Land verteilen und teilweise auch internationale Strecken umfassen. Geplant und teilweise bereits umgesetzt sind Verbindungen von Italien in europäische Metropolen wie Paris, Istanbul und Split. Diese Strecken knüpfen an die historische Idee des Orient Express an und verbinden Italien mit anderen kulturellen Zentren Europas.
Die Streckenführung ist so angelegt, dass sie möglichst viele Facetten Italiens abbildet. Dazu gehören alpine Regionen im Norden, Kulturlandschaften in Mittelitalien sowie Küsten- und Inselregionen im Süden. Routen führen unter anderem durch Gebiete rund um Städte wie Venedig, Florenz, Siena, Neapel oder Palermo. Je nach Strecke dauern die Reisen in der Regel ein bis mehrere Nächte. Dabei entsteht ein Erlebnis, das nicht auf einzelne Stationen reduziert ist, sondern bewusst als fließende Bewegung durch unterschiedliche Landschaften und Regionen verstanden wird.
Ausstattung: Luxuszug mit begrenzter Kapazität
Die Züge sind auf ein gehobenes Publikum ausgelegt und bieten ein klar strukturiertes Raumkonzept. Neben den Kabinen stehen Restaurantbereiche, Lounge-Zonen und Serviceflächen zur Verfügung, die den Aufenthalt an Bord zu einem zentralen Bestandteil der Reise machen.
Die Gestaltung orientiert sich an der Ästhetik der 1960er- und 1970er-Jahre und verbindet klassische Elemente mit modernen Ansprüchen. Ziel ist ein Gesamtbild, das italienisches Design und zeitgemäßen Komfort miteinander kombiniert.

Außenansicht des „La Dolce Vita Orient Express“, der seit 2025 auf ausgewählten Routen durch Italien unterwegs ist.
Slow Travel und Nutzung bestehender Bahnstrecken
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Idee des entschleunigten Reisens. Der Fokus liegt nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf der bewussten Wahrnehmung der Strecke und der Umgebung. Damit wird der Luxuszug Italien Teil eines Trends hin zu nachhaltigerem und intensiverem Reisen.
Dabei werden auch bestehende Bahnstrecken genutzt, darunter Abschnitte, die bisher weniger im touristischen Fokus standen. Ziel ist es, neue Räume zu erschließen und gleichzeitig vorhandene Infrastruktur sinnvoll einzubinden.
Kulinarik und Service als Teil des Reiseerlebnisses
Auch an Bord ist das Konzept klar definiert. Geplant ist ein gastronomisches Angebot auf hohem Niveau, das italienische Küche und regionale Produkte in den Mittelpunkt stellt. Ergänzt wird dies durch einen Service, der sich an klassischen Luxusstandards orientiert.
Damit wird die Zeit im Zug selbst zum wesentlichen Bestandteil der Reise. Der Luxuszug Italien verbindet Routen, Gestaltung und Service zu einem Gesamtangebot, bei dem nicht nur das Ziel, sondern vor allem der Weg im Mittelpunkt steht.
Für 16.000 Euro Teil der "Grand Tour" sein
Die sogenannte „Grand Tour“ gehört zu den exklusivsten Angeboten des „La Dolce Vita Orient Express“ und ist als fünftägige Rundreise konzipiert. Die Fahrt beginnt und endet in Rom und verbindet Stationen wie Venedig, Matera, Taormina und Palermo. Preislich bewegt sich diese Route deutlich über den kürzeren Reisen: Während ein- oder zweitägige Fahrten bereits ab rund 3.000 bis 6.000 Euro pro Person beginnen, liegt die „Grand Tour“ mit rund 16.000 Euro und mehr pro Person im absoluten Premiumsegment des Angebots.

