Der Ätna ist in der Nacht auf Freitag, den 7. August 2026, in eine neue Phase intensiver Eruption eingetreten. Vom Voragine-Krater, einem der Gipfelkrater des sizilianischen Vulkans, stieg eine Fontana di lava auf, eine Lava-Fontäne, die von einer dichten Aschewolke begleitet wurde. Die Wolke zog in Richtung Süd-Ost und veranlasste die Behörden, den Flughafen von Catania zunächst für einige Stunden und dann bis in den Abend hinein für den Anflug-Verkehr zu schließen. Für Reisende, die aktuell auf dem Weg nach Sizilien waren oder eine Ausreise planten, kam es damit zu einem der spürbarsten Ätna-bedingten Betriebseinschnitte des Sommers 2026.
Die Eruptionsphase am Voragine-Krater
Nach dem Update des Osservatorio Etneo des INGV begann der plötzliche Anstieg des vulkanischen Tremors am Voragine-Krater bereits am Donnerstagabend gegen 21 Uhr. Zwischen 23:30 Uhr und 4 Uhr am Freitagmorgen erreichte die Amplitude ihren Höhepunkt, mit einer intensiven Lavafontäne, die von den Videokameras der INGV-Überwachung dokumentiert wurde. Der Ursprung des Tremors lag in etwa 2.900 bis 3.000 Metern Höhe direkt am Voragine-Krater. Neben der Lavafontäne öffneten sich weitere Eruptions-Bocche im Valle del Leone und im Valle del Bove, den beiden großen Tälern an der Ostflanke des Vulkans.
Aschefall wurde in mehreren Ortschaften auf der Süd- und Ostseite des Ätna gemeldet, darunter Adrano, Ragalna, Piano Vetore und Nicolosi. Der Lavastrom aus dem Voragine ergoss sich in den benachbarten Nord-Ost-Krater und wird weiterhin gespeist, allerdings mit deutlich abnehmender Intensität. Am Nachmittag hatte sich der Tremor stabilisiert und zeigte einen leicht rückläufigen Trend, während im Hintergrund weiterhin strombolianische Aktivität an den Gipfelkratern zu beobachten war.
Sperrung des Flughafens Catania
Die aufsteigende Aschewolke führte am Freitagmorgen zur Erhöhung des Volcano Observatory Notice for Aviation (VONA) auf die höchste Warnstufe Rot. Der Flughafen Catania Vincenzo Bellini setzte daraufhin die Ankünfte aus, zunächst bis 12 Uhr, dann bis 16 Uhr und schließlich bis 21 Uhr am selben Tag. Insgesamt drei Anflüge wurden nach Palermo und Rom umgeleitet, während die Abflüge der bereits am Flughafen befindlichen Maschinen regulär abgefertigt wurden.
Wie Sky TG24 im Live-Bulletin dokumentiert, stellte die Flughafenverwaltung SAC einen Sonderzug von Palermo Aeroporto nach Palermo Centrale bereit, mit anschließender Weiterfahrt nach Catania über Messina und rund 500 Sitzplätzen. Ab 21 Uhr wurde der Flughafen wieder für alle Flugbewegungen freigegeben, nachdem die Aschewolke aus dem Anflugbereich abgezogen war und die Sichtverhältnisse eine sichere Nutzung der Landebahn wieder erlaubten.
Ersatzverkehr für gestrandete Passagiere
Wer heute in Palermo oder Rom gelandet ist und ursprünglich in Catania ankommen sollte, findet die aktuellen Umleitungen und Ersatzverbindungen im Onlineportal von Trenitalia. Wie Catania News die Fahrpläne der beiden Sonderzüge im Detail dokumentiert, verkehrt für die Strecke von Palermo Aeroporto nach Palermo Centrale ein Sonderzug ohne Zwischenhalte, von wo aus ein weiterer Sonderzug um 9:15 Uhr über Messina nach Catania fährt und rund vier Stunden unterwegs ist. Ein zweiter Sonderzug startete zusätzlich um 13:10 Uhr von Palermo Aeroporto in Richtung Messina Centrale, mit Ankunft um 16:50 Uhr und einer Anschluss-Verbindung um 17:15 Uhr nach Catania, Ankunft 18:35 Uhr, mit 550 Sitzplätzen. Wer bereits in Rom Fiumicino gelandet ist, kann alternativ auf den Nachtzug Roma Termini nach Palermo oder Catania ausweichen, mit einer Reisezeit von rund zwölf Stunden. Wichtig: Vor der Anreise zum Flughafen sollten Passagiere den Status ihres Fluges direkt bei der Airline überprüfen. Auch für die kommenden Tage empfiehlt sich diese Vorgehensweise, da einzelne Beeinträchtigungen kurzfristig auftreten können, wenn sich der Windverlauf ändert und die Aschewolke erneut in den Anflugbereich zieht.
Was für Reisende jetzt gilt
Für die kommenden Tage bleibt trotz der abklingenden Eruption die Situation zu beobachten. Der Ätna zeigt in seiner aktuellen Phase mehrere solcher Eruptions-Episoden pro Jahr, mit einer Häufigkeit, die den sizilianischen Vulkan zum aktivsten Europas macht. Die Ascheausbreitung hängt stark von der Windrichtung ab, und die Flüge nach Ostsizilien können auch bei geringerer Aktivität kurzfristig eingeschränkt werden. Reisende, die in den kommenden Tagen nach Catania fliegen wollen, sollten den Status ihres Fluges direkt bei der jeweiligen Fluggesellschaft überprüfen und die Möglichkeit einer Umleitung nach Palermo einplanen, von wo die Weiterfahrt per Zug oder Auto etwa drei Stunden dauert.
Wer den Ätna vor Ort besuchen möchte, findet die Gipfelaufstiege im Umkreis der aktiven Krater bis auf Weiteres eingeschränkt. Die klassischen Besichtigungen der unteren Bereiche des Vulkans, etwa der Silvestri-Krater oder der Ätna-Weinberge an den Süd- und Ost-Flanken, sind weiterhin zugänglich.




