Die Amalfiküste gehört zu den spektakulärsten Reisezielen Italiens. Atemberaubende Ausblicke, malerische Küstenorte und die berühmte Panoramastraße entlang des Tyrrhenischen Meeres locken jedes Jahr Millionen Besucher an. Wer 2026 einen Urlaub an der Amalfiküste plant und mit dem Auto unterwegs sein möchte, sollte jedoch eine wichtige Regel kennen: Auf der Küstenstraße SS163 Amalfitana gelten erneut Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge. Die sogenannte Kennzeichenregelung soll die chronischen Verkehrsprobleme entlang der Küste entschärfen und den Verkehr in den Hauptreisezeiten besser steuern.
Warum gibt es Fahrverbote an der Amalfiküste?
Die Amalfiküste zählt zu den beliebtesten Urlaubsregionen Italiens. Gerade in den Frühlings- und Sommermonaten strömen Besucher aus aller Welt in die Region zwischen Salerno und der Halbinsel von Sorrent. Die Straßeninfrastruktur stammt jedoch aus einer Zeit, in der niemand mit einem solchen Verkehrsaufkommen rechnen konnte. Die SS163 Amalfitana gilt als eine der schönsten Küstenstraßen Europas. Gleichzeitig ist sie schmal, kurvenreich und führt direkt an steilen Felswänden entlang. Begegnungen zwischen Reisebussen, Lieferfahrzeugen, Mietwagen und privaten Pkw sorgen insbesondere in der Hochsaison regelmäßig für Staus und lange Wartezeiten. Um die Verkehrslage zu verbessern, setzen die Behörden seit mehreren Jahren auf das System der „Targhe Alterne“, also wechselnde Fahrverbote abhängig vom Kennzeichen.
Welche Orte an der Amalfiküste sind betroffen?
Die Regelung betrifft die gesamte SS163 Amalfitana zwischen Vietri sul Mare und Positano. Entlang dieser Strecke liegen zahlreiche bekannte Orte der Amalfiküste, die jedes Jahr besonders viele Besucher anziehen. Dazu gehören unter anderem Vietri sul Mare, Cetara, Maiori, Minori, Atrani, Amalfi, Conca dei Marini, Furore, Praiano und Positano. Wer diese Orte mit dem Auto besuchen möchte, sollte die geltenden Vorschriften unbedingt beachten. Nicht betroffen sind grundsätzlich andere Straßenverbindungen im Hinterland, wobei diese Alternativrouten oftmals deutlich länger und ebenfalls stark befahren sind.
So funktioniert die Kennzeichenregelung
Das Prinzip ist einfach: Zwischen 10 und 18 Uhr dürfen an bestimmten Tagen Fahrzeuge mit einer bestimmten Endziffer im Kennzeichen die SS163 nicht befahren. An geraden Kalendertagen gilt das Fahrverbot für Fahrzeuge mit gerader Endziffer. An ungeraden Kalendertagen dürfen Fahrzeuge mit ungerader Endziffer die Strecke nicht nutzen. Maßgeblich ist dabei die letzte Zahl des Kennzeichens. Die Regelung gilt nicht nur für italienische Fahrzeuge, sondern ausdrücklich auch für ausländische Autos und Mietwagen. Deutsche Urlauber sind daher genauso betroffen wie italienische Besucher.
Wann gelten die Fahrverbote 2026?
Nach den aktuellen Vorgaben gelten die Beschränkungen in mehreren Zeiträumen. Bereits rund um Ostern sowie die Feiertage Ende April und Anfang Mai wurden entsprechende Verkehrsmaßnahmen eingeführt. Für Urlauber besonders relevant sind jedoch die Sommermonate. Vom 1. Juni bis zum 31. Juli 2026 gelten die Fahrverbote an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen. Vom 1. August bis zum 30. September 2026 wird die Regelung täglich angewendet. Im Oktober gelten die Beschränkungen erneut an Wochenenden und Feiertagen. Wer einen Tagesausflug entlang der Amalfiküste plant, sollte deshalb vorab prüfen, ob das eigene Fahrzeug am jeweiligen Tag überhaupt auf der SS163 fahren darf.
Gelten die Fahrverbote auch für Mietwagen?
Ja. Ein häufiger Irrtum vieler Urlauber besteht darin zu glauben, dass Mietwagen von den Regelungen ausgenommen seien. Das ist jedoch nicht der Fall. Auch Mietwagen unterliegen grundsätzlich den Fahrverboten. Entscheidend ist ausschließlich die letzte Ziffer des Kennzeichens. Wer am Flughafen Neapel oder Salerno ein Fahrzeug übernimmt, sollte dies bereits bei der Reiseplanung berücksichtigen, da das Kennzeichen möglicherweise an bestimmten Tagen nicht auf der Küstenstraße genutzt werden darf.

Die SS163 Amalfitana gilt als eine der schönsten Küstenstraßen Europas. Gleichzeitig sorgen enge Fahrbahnen, steile Felswände und dichtes Verkehrsaufkommen besonders in der Hauptsaison regelmäßig für Herausforderungen.
Welche Ausnahmen gibt es?
Die Behörden haben verschiedene Ausnahmen vorgesehen. Von den Fahrverboten ausgenommen sind unter anderem Einwohner der betroffenen Gemeinden, Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungsdiensten, Taxis, Fahrzeuge mit Chauffeurdienst sowie Fahrzeuge von Menschen mit Behinderung. Auch für bestimmte Arbeitnehmer und Dienstleister können Sonderregelungen gelten. Für Urlauber besonders wichtig: Gäste mit einer nachweisbaren Hotel- oder Unterkunftsbuchung können unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen in Anspruch nehmen. Wer an der Amalfiküste übernachtet, sollte deshalb die Buchungsbestätigung während der Fahrt griffbereit haben. Motorräder und Motorroller sind von der Kennzeichenregelung grundsätzlich nicht betroffen.
Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Wer die Kennzeichenregelung ignoriert und trotz Fahrverbot auf der SS163 unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Einhaltung der Vorschriften wird regelmäßig kontrolliert. Zusätzlich kann es vorkommen, dass Fahrzeuge an Kontrollpunkten zurückgewiesen werden oder ihre Fahrt nicht fortsetzen dürfen. Dadurch können erhebliche Verzögerungen entstehen, die insbesondere bei Tagesausflügen den gesamten Reiseplan durcheinanderbringen.
Ist ein Auto an der Amalfiküste überhaupt sinnvoll?
Diese Frage stellen sich viele Italien-Urlauber. Die Antwort hängt stark von der Reisezeit ab. Außerhalb der Hauptsaison bietet ein Auto eine hohe Flexibilität und ermöglicht es, auch abgelegene Orte zu erkunden. In den Sommermonaten können jedoch Staus, Parkplatzmangel und die Kennzeichenregelung die Vorteile schnell zunichtemachen. Hinzu kommt, dass Parkplätze in Orten wie Amalfi oder Positano oft knapp und teuer sind. Wer in der Hochsaison reist, sollte daher überlegen, ob öffentliche Verkehrsmittel nicht die entspanntere Alternative darstellen.
Welche Alternativen gibt es?
Die Amalfiküste verfügt über mehrere Möglichkeiten, auch ohne eigenes Auto mobil zu bleiben. Besonders beliebt sind die Busverbindungen der Gesellschaft SITA Sud, die die wichtigsten Küstenorte miteinander verbinden. Während der Saison verkehren außerdem zahlreiche Fähren zwischen Salerno, Amalfi, Positano und weiteren Orten entlang der Küste. Viele Besucher entscheiden sich zudem für einen Motorroller. Diese sind von der Kennzeichenregelung nicht betroffen und lassen sich auf den engen Straßen deutlich einfacher bewegen. Dennoch sollten Fahrer aufgrund der anspruchsvollen Streckenführung ausreichend Erfahrung mitbringen.
Warum die Regelung durchaus nachvollziehbar ist
Wer die SS163 Amalfitana noch nie selbst befahren hat, unterschätzt häufig die tatsächlichen Straßenverhältnisse. Die Fahrbahn ist in vielen Abschnitten deutlich schmaler, als es Fotos oder Videos vermuten lassen. Gleichzeitig sind dort Linienbusse, Lieferfahrzeuge, Reisebusse, Mietwagen und private Pkw unterwegs. Auch die Redaktion von Vivere in Italien konnte diese Erfahrung bereits selbst machen. Bei einem früheren Besuch der Amalfiküste waren wir mit einem Fiat Punto unterwegs, einem für italienische Verhältnisse eher kompakten Fahrzeug mit italienischem Kennzeichen. Dennoch gab es mehrfach Situationen, in denen Begegnungen mit Bussen oder größeren Fahrzeugen äußerste Konzentration und Geduld erforderten. An einigen Stellen blieb nur wenig Platz zwischen Fahrzeug und Felswand oder der steil abfallenden Küste.
Vor diesem Hintergrund wird verständlicher, warum die Behörden seit Jahren versuchen, den Verkehr auf der SS163 zu entzerren. Auch wenn die Kennzeichenregelung für Urlauber zunächst umständlich erscheinen mag, soll sie letztlich dazu beitragen, Staus, gefährliche Situationen und lange Wartezeiten auf einer der bekanntesten Küstenstraßen Europas zu reduzieren. Wer die Amalfiküste besucht, sollte die Fahrverbote daher nicht nur als Einschränkung betrachten, sondern als Teil eines Versuchs, den Verkehr auf einer Straße zu steuern, die längst an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt ist.

