Wer 2026 einen Umzug nach Italien plant, einen Behördengang vorbereitet oder den nächsten Urlaub festlegt, sollte den italienischen Feiertagskalender genau kennen. Er funktioniert anders als der deutsche: Italien verlegt keine Feiertage, die aufs Wochenende fallen, kennt dafür aber lokale Patronatsfeste, an denen ganze Städte stillstehen. Und 2026 bringt eine echte Neuerung, denn erstmals seit fast 50 Jahren hat das Land wieder 13 statt 12 nationale Feiertage.
Neu ab 2026: San Francesco am 4. Oktober
Mit dem Gesetz Nr. 151 vom 8. Oktober 2025, veröffentlicht in der Gazzetta Ufficiale am 10. Oktober 2025, führt Italien den Gedenktag des heiligen Franz von Assisi zum 1. Januar 2026 als vollwertigen gesetzlichen Feiertag wieder ein. Der 4. Oktober war schon einmal arbeitsfrei, wurde aber 1977 im Zuge der damaligen Sparmaßnahmen gestrichen. 2026 fällt der neue Feiertag allerdings direkt auf einen Sonntag, zusätzliche Freizeit bringt er also noch nicht. Erst 2027 wirkt er zum ersten Mal richtig, dann als Montag mit automatisch verlängertem Wochenende.
Kurios am Rande: In Bologna ändert sich praktisch nichts. Die Stadt feiert ihren Schutzpatron San Petronio ohnehin am 4. Oktober, der bisher rein lokale freie Tag geht ab 2026 im Nationalfeiertag auf.
Alle Nationalfeiertage 2026 in der Übersicht
Die wichtigste Regel: kein Ersatztermin bei Wochenend-Feiertagen
Italien kennt keine Feiertagsverlegung. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, erhalten Arbeitnehmer nach dem Gesetz 260/1949 lediglich einen Lohnzuschlag, die sogenannte festività non goduta, die auf der Gehaltsabrechnung (busta paga) ausgewiesen wird. Feiertage an einem Samstag verfallen für alle mit Fünf-Tage-Woche sogar komplett. 2026 trifft das gleich fünf Termine: den 25. April und den 15. August (beide Samstag) sowie den 4. Oktober und den 1. November (beide Sonntag), dazu den 26. Dezember (Samstag).
Brückentage 2026: ein sehr gutes Ponte-Jahr
Brückentage heißen in Italien ponti, also Brücken, und 2026 ist dafür ein ausgesprochen gutes Jahr. Vier Feiertage fallen auf Dienstag oder Donnerstag, mit nur vier Urlaubstagen lassen sich viermal vier freie Tage am Stück herausholen:
- Neujahr (Donnerstag, 01.01.): Freitag, den 02.01. frei nehmen, ergibt vier Tage bis Sonntag.
- Epifania (Dienstag, 06.01.): Montag, der 05.01. als Brücke, ergibt frei vom 03. bis 06.01.
- Festa della Repubblica (Dienstag, 02.06.): Montag, der 01.06. als Brücke, ergibt frei vom 30.05. bis 02.06.
- Immacolata (Dienstag, 08.12.): Montag, der 07.12. als Brücke, ergibt frei vom 05. bis 08.12. In Mailand ist der 07.12. wegen des Stadtpatrons Sant'Ambrogio ohnehin arbeitsfrei, dort entsteht der Vier-Tage-Block ganz ohne Urlaubstag.
Dazu kommen automatische lange Wochenenden durch den Ostermontag (06.04.), den 1. Mai (Freitag) und Weihnachten (Freitag).
Ausblick 2027: das Kontrastprogramm
2027 sieht es deutlich schlechter aus. Kein einziger nationaler Feiertag fällt auf Dienstag oder Donnerstag, dafür landen Epifania, der 2. Juni und die Immacolata alle auf einem Mittwoch, der sich nur mit zwei Urlaubstagen überbrücken lässt. Fünf Feiertage verfallen aufs Wochenende, darunter beide Weihnachtstage. Lange Wochenenden gibt es nur durch Neujahr (Freitag), den Ostermontag am 29.03. sowie San Francesco (Montag, 04.10.) und Allerheiligen (Montag, 01.11.). Wer bei größeren Reiseplänen flexibel ist, legt sie besser in das Jahr 2026.
Patronatsfeste: wenn nur die eigene Stadt frei hat
Eine Besonderheit, die Zugezogene regelmäßig kalt erwischt: Jede italienische Gemeinde hat einen Schutzheiligen, und dessen Festtag ist ein lokaler gesetzlicher Feiertag. Ämter, Banken, Schulen und viele Geschäfte bleiben geschlossen, Busse fahren nach Sonntagsfahrplan. Wer ausgerechnet an diesem Tag einen Termin im Comune oder bei der Questura hat, steht vor verschlossener Tür, während zwei Orte weiter ganz normal gearbeitet wird.
Einige Beispiele aus den größten Städten:
- Rom: Santi Pietro e Paolo am 29. Juni (2026 ein Montag, also langes Wochenende nur für Römer).
- Mailand: Sant'Ambrogio am 7. Dezember, direkt vor der Immacolata.
- Venedig: San Marco am 25. April. Der Tag fällt mit dem nationalen Befreiungstag zusammen, extra frei gibt es also nicht.
- Bologna: San Petronio am 4. Oktober, ab 2026 identisch mit dem neuen Nationalfeiertag.
- Perugia: San Costanzo am 29. Januar, mitten im Winter.
- Verona: San Zeno am 21. Mai. Gefeiert wird die Überführung der Gebeine im Jahr 807, nicht der Todestag des Heiligen im April.
- Reggio Calabria: gleich zwei Patrone, zivil gilt San Giorgio am 23. April, das große Volksfest ist die Madonna della Consolazione im September.
- Prato: Santo Stefano am 26. Dezember, der im nationalen Feiertag aufgeht.
Ferragosto: mehr als nur ein Feiertag
Mariä Himmelfahrt am 15. August, der Ferragosto, ist der emotionale Höhepunkt des italienischen Sommers. Rund um diesen Tag macht halb Italien Urlaub: Handwerksbetriebe, Arztpraxen und kleine Läden in den Städten schließen oft für zwei bis drei Wochen, an den Türen hängt das berühmte Schild chiuso per ferie. Behördengänge und Handwerkertermine sollte man im August möglichst gar nicht erst planen. Dass Ferragosto 2026 auf einen Samstag fällt, ändert an der Reisewelle übrigens nichts: Strände, Autobahnen und Hotelpreise erreichen rund um Mitte August trotzdem ihren Jahresgipfel.
Alle Termine im Feiertags-Tool prüfen
Wer es genau wissen will, findet in unserem kostenlosen Feiertags-Tool für Italien alle nationalen Feiertage, die Brückentage-Analyse und die Patronatsfeste der größten italienischen Städte, immer jahresaktuell aufbereitet. Drei Faustregeln zum Schluss:
- Behördentermine nie auf den lokalen Patronatstag legen, vorher kurz im Tool nachschauen.
- Den August für alles meiden, was Ämter, Handwerker oder Lieferanten erfordert.
- Für die vier Ponti 2026 früh buchen, denn ganz Italien hat dieselbe Idee.




