Wenn der Ätna Asche in die Höhe schleudert, wird der Luftraum über Catania gesperrt — mehrmals im Jahr, und meist genau dann, wenn Sizilien voller Urlauber ist. Diese Seite zeigt die aktuelle Warnstufe und beantwortet die Fragen, die sich dann stellen.
Aktueller Status des Ätna
Bericht vom 6. August 2026
Warnstufe für den Flugverkehr
Gelb
Erhöhte Aktivität ohne Aschewolke. Der Flugverkehr läuft normal.
- Berichtszeitraum
- 30. Juli – 5. August 2026
- Höhe der Aschewolke
- 7 km
- Stufe Rot erreicht
- ja, im Berichtszeitraum
Ob dein Flug geht, sagt dir deine Fluggesellschaft. Den amtlichen Betriebsstatus veröffentlicht der Flughafen Catania selbst: aeroporto.catania.it
The Sezione di Catania - Osservatorio Etneo (INGV) reported eruptive activity at Etna’s summit craters during 27 July-2 August characterized by sporadic explosive activity and ash emissions at Northeast Crater (NEC) and Bocca Nuova Crater (BN), Strombolian activity and lava effusion at Voragine Crater (VOR), and gas emissions at Southeast Crater. Strombolian activity began at VOR at 0330 on 30 July.
Wöchentlicher Lagebericht, kein Live-Flugstatus · Quelle: Smithsonian Global Volcanism Program · Dipartimento della Protezione Civile, Sezione di Catania - Osservatorio Etneo (INGV)
Warum Asche den Flugbetrieb stoppt
Vulkanasche besteht aus feinen Gesteins- und Glaspartikeln. Gerät sie in ein Triebwerk, schmilzt sie an den heißen Turbinenschaufeln und setzt sich als Glasschicht ab — im schlimmsten Fall fällt das Triebwerk aus. Deshalb gilt in der Luftfahrt eine einfache Regel: Wo Asche in der Luft steht, wird nicht geflogen.
Die Entscheidung fällt nicht der Flughafen allein. Das Osservatorio Etneo des INGV in Catania beobachtet den Vulkan rund um die Uhr und gibt bei Ausbrüchen eine Meldung an die Luftfahrt heraus, die sogenannte VONA. Sie enthält den Aviation Colour Code — grün, gelb, orange oder rot. Bei Rot steht Asche in der Atmosphäre, und dann wird der Luftraum in der betroffenen Windrichtung gesperrt.
Wie oft es Catania trifft
Häufiger, als viele erwarten, und fast immer in der Reisezeit. 2024 musste der Flughafen im Juli und im August schließen. Im Juni 2025 löste eine mehrere Kilometer hohe Aschesäule den roten Alarm aus. 2026 traf es Sizilien zweimal binnen fünf Wochen: vom 5. bis 7. Juli und erneut am 7. und 8. August, als alle Ankünfte bis zum Mittag ausgesetzt wurden und drei Maschinen umgeleitet werden mussten.
Die Sperrungen dauern selten länger als einen Tag. Sobald der Wind die Aschewolke wegträgt oder der Ausbruch nachlässt, wird die Warnstufe herabgesetzt und der Betrieb läuft wieder an. Das Problem ist weniger die Dauer als der Rückstau: Ein halber Tag ohne Landungen verschiebt Flugpläne bis in den Folgetag.
Dein Flug ist gestrichen — was jetzt gilt
Ein Vulkanausbruch ist ein außergewöhnlicher Umstand. Das bedeutet: Die Fluggesellschaft muss keine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung leisten, wie sie bei einer selbstverschuldeten Verspätung fällig würde. Die übrigen Pflichten bleiben aber bestehen, und die sind erheblich.
Die Airline muss dich kostenlos umbuchen oder den Ticketpreis erstatten — du hast die Wahl. Solange du wartest, schuldet sie dir Verpflegung und, wenn eine Übernachtung nötig wird, ein Hotel samt Transfer. Sammle Belege und fordere die Kosten schriftlich ein, falls dich niemand am Schalter versorgt. Wer selbst umbucht, ohne der Airline die Gelegenheit dazu gegeben zu haben, bleibt auf der Differenz sitzen.
Von Sizilien wegkommen, wenn Catania stillsteht
Der nächste Ausweichflughafen ist Palermo an der Nordküste, gut drei Stunden mit dem Bus oder Zug von Catania entfernt. Bei größeren Störungen setzt Trenitalia zusätzliche Verbindungen ein, und die Busgesellschaften verstärken die Strecke — beides lohnt sich zu prüfen, bevor man einen Mietwagen für eine einfache Fahrt bucht.
Auch Comiso im Südosten wird von einigen Gesellschaften angeflogen und ist eine Alternative, wenn man in der Gegend von Ragusa oder Syrakus untergekommen ist. Wer Zeit hat, kommt mit der Fähre von Messina aufs Festland und von dort mit dem Zug weiter.
Ist ein Ausbruch am Boden gefährlich?
Für Urlauber in den Städten praktisch nie. Die Lavaströme des Ätna bleiben typischerweise in den unbewohnten Gipfelregionen und im Valle del Bove, einem großen Talkessel ohne Ortschaften. Was ankommt, ist feine Asche: Sie legt sich auf Autos und Balkone, macht Straßen rutschig und reizt bei größeren Mengen die Atemwege. Die Behörden sperren dann Bergstraßen und untersagen zeitweise das Befahren mit Zweirädern.
Wanderungen und Seilbahnfahrten am Vulkan selbst werden bei erhöhter Aktivität eingestellt. Wer eine Tour gebucht hat, sollte den Anbieter direkt fragen — die Zugangsregeln ändern sich mit der Warnstufe, oft von einem Tag auf den anderen.



