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Italien: Generalstreik am 20. November gegen Haushaltsgesetz

Redaktion
Die CGIL erwartet am 20. November leere Gleise im ganzen Land, der Generalstreik legt Bahn, ÖPNV und Flugsicherung lahm. (Symbolfoto)

Die CGIL erwartet am 20. November leere Gleise im ganzen Land, der Generalstreik legt Bahn, ÖPNV und Flugsicherung lahm. (Symbolfoto)

(Foto: © Bastian Glumm)
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Für Freitag, den 20. November 2026, hat die italienische Gewerkschaft CGIL einen 24-stündigen nationalen Generalstreik ausgerufen. Nach Angaben von Tecnica della Scuola kündigte CGIL-Generalsekretär Maurizio Landini den Streik am 17. Oktober 2026 in Rom bei der Kundgebung „La Via maestra" auf der Piazza del Popolo an. Nach dem Generalstreik vom 30. Oktober ist es damit der zweite nationale Ausstand binnen weniger Wochen. Die CGIL-Bildungsgewerkschaft FLC CGIL beteiligt sich für Schulen, Universitäten, Forschung und AFAM, parallel streikt die unabhängige USB Pubblico Impiego für Schule und öffentlichen Dienst. Dazu kommt ein separater Verkehrsstreik der Basisgewerkschaften Sgb und Cub Trasporti über 24 Stunden. Der Streik fällt zusammen mit einem europaweiten Studentenstreik am gleichen Tag.

Was die CGIL fordert

Die Mobilisierung richtet sich laut Soldionline gegen das Haushaltsgesetz 2027, die italienische Legge di Bilancio der Regierung Meloni, die aktuell im Parlament verhandelt wird. Landini kritisiert den Rückgang bei Arbeitnehmerrechten, die Prekarität und die niedrigen Löhne. Die CGIL verlangt Antworten auf die soziale Frage und bezeichnet den Streik als verfassungsrechtlich garantiertes Recht. Konkret kritisiert sind nach Tecnica della Scuola das Wahlgesetz und die Autonomia differenziata, die geplante regionale Autonomiereform, die Landini als Angriff auf die Verfassung einstuft. Die CGIL erwartet laut Landini mehr als 100.000 Teilnehmer bei den begleitenden Demonstrationen in Rom. Die USB Pubblico Impiego begründet ihren eigenen Streiktag mit der Forderung nach höheren Gehältern im öffentlichen Dienst und besseren Arbeitsbedingungen in Schulen und Verwaltung.

Wer streikt wann

Der Streikfahrplan verteilt sich auf zwei Tage. CGIL, FLC CGIL und USB streiken am Freitag, 20. November, 24 Stunden lang in allen öffentlichen und privaten Sektoren inklusive Auftragnehmern und ausgelagerten Diensten, wie quifinanza in seiner Übersicht vom 3. November 2026 festhält. Der parallele Verkehrsstreik der Basisgewerkschaften Sgb und Cub Trasporti beginnt am 20. November um 21.00 Uhr und läuft bis zum 21. November 20.00 Uhr. Betroffen sind damit auch Bahnunternehmen in der Nacht, inklusive Schienengüterverkehr und lokaler ÖPNV. Am Folgetag, Samstag 21. November, streikt zusätzlich die Flugsicherung Enav von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr, ausgerufen von Filt Cgil und Ugl Ta.

Betroffene Verkehrsmittel

Die Streikwelle trifft den Verkehrssektor besonders hart. Betroffen sind Trenitalia, Italo, Trenord und alle weiteren Bahnbetreiber im nationalen und regionalen Netz, dazu der komplette Schienengüterverkehr sowie die städtischen Nahverkehrsnetze mit Bus, Metro und Tram, wie studentville berichtet. Bei den Städten wird mit besonderen Auswirkungen in Rom, Mailand, Neapel, Turin und Bologna gerechnet, wo Berufspendler und Studenten stark auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Flughäfen sind durch den Enav-Streik am 21. November direkt betroffen, für Reisende können sich Flugzeiten verschieben oder Flüge ausfallen. Fluggesellschaften haben nach EU-Verordnung 261/2004 Informationspflichten, bei Ausfällen stehen Ausgleichs- oder Erstattungsansprüche zu. Für den Bahnverkehr in Italien sichert quifinanza konkret Regionalzüge in den Pendlerzeiten 6.00 bis 9.00 Uhr und 18.00 bis 21.00 Uhr als Garantie-Zeitfenster zu.

Weitere Streiks im November

Der Monat November ist stark von Arbeitskämpfen geprägt. Bereits in der laufenden Woche vom 6. bis 14. November läuft eine ganze Streikserie mit Italo am 11. November, Telekommunikation am selben Tag und ATM Milano am 13. November. Am 16. November streikt ANM Napoli von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr, parallel zu einem nationalen Streik der Sanitätskooperativen. Am 22. November folgt ein weiterer Enav-Streik am Flughafen Mailand-Malpensa über den ganzen Tag, mit garantierten Abflügen zwischen 7.00 und 10.00 Uhr sowie zwischen 18.00 und 21.00 Uhr. Weitere Streiks bei den städtischen Verkehrsbetrieben in Palermo, Genua, Cosenza, Bari, Monza und Venedig ergänzen das Bild. Am 4. Dezember folgt bereits der nächste nationale Streik der Cub-Konföderation mit Forderungen nach mindestens 20 Prozent Lohnerhöhung und einem Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde.

Was Reisende und Pendler jetzt tun sollten

Für Reisende empfiehlt sich am 20. und 21. November eine genaue Prüfung der Reisepläne. Trenitalia und Italo veröffentlichen die konkreten Streikfahrpläne und garantierten Verbindungen regelmäßig 24 bis 48 Stunden vor Streikbeginn auf ihren Websites. Das Bollettino der Commissione di Garanzia listet alle rechtmäßig ausgerufenen Streiks mit Fasce-di-garanzia-Zeiten auf. Im Flugverkehr garantiert quifinanza die Abflüge zwischen 7.00 und 10.00 Uhr sowie 18.00 und 21.00 Uhr, dazu Verbindungen zu den Inseln und Staats-, Humanitär- sowie Sanitätsflüge. In den Schulen bleiben Prüfungen und Notenkonferenzen garantiert, im Gesundheitswesen die Notfälle. Pendler können sich über die regionalen Verkehrsverbände ihrer Stadt informieren, wo nach Legge 146/90 die exakten Zeitfenster lokal festgelegt werden. Wer auf den Nahverkehr angewiesen ist, sollte auf Bike-Sharing, E-Scooter oder Taxi umsteigen. Im Zweifel hilft ein Blick auf die Live-Streiklage des Monatspillars, der laufend mit aktuellen Daten aktualisiert wird.

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