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Spritkrise in Süditalien: Blockade in Tarent aufgehoben

Redaktion
Symbolbild: Lkw-Proteste gegen hohe Dieselpreise prägten den Freitag in mehreren Regionen Süditaliens. In Tarent wurden die Blockaden vor der Eni-Raffinerie aufgehoben.

Symbolbild: Lkw-Proteste gegen hohe Dieselpreise prägten den Freitag in mehreren Regionen Süditaliens. In Tarent wurden die Blockaden vor der Eni-Raffinerie aufgehoben.

(Foto: © KI-Visualisierung)
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In Süditalien hat eine Welle von Lkw-Protesten gegen die hohen Dieselpreise den ganzen Freitag geprägt. In Kalabrien, der Basilikata, Apulien und Kampanien standen seit Mitternacht Lastwagen an Autobahnen, Häfen und Raffineriezufahrten. Begleitet wurde die Protestwelle vom fünftägigen Streik an der Eni-Raffinerie in Tarent, der die Treibstoffversorgung mehrerer Südregionen lahmlegte. Laut Eni waren am Vormittag 150 der 270 Stationen des eigenen Netzes in Apulien leer; auch in Potenza zeigten die meisten Zapfsäulen Schilder mit „tutto esaurito".

Lkw-Protest in vier Regionen

Die Proteste reichen von Reggio Calabria bis Caserta. In Kalabrien hat der Logistikverband Fedralog rund 15 Standorte besetzt, darunter die A2-Anschlussstellen in der Provinz Cosenza, das Umfeld des Flughafens Lamezia Terme und den Hafen Gioia Tauro, wie die Gazzetta del Sud in einer Karte dokumentiert. In der Basilikata haben spontane Komitees Präsidien auf der Strada Statale Jonica an der Grenze zu Apulien und Kalabrien sowie im Vulture-Gebiet errichtet. In Apulien versammelten sich rund 500 Lastwagen in Costa Morena bei Brindisi.

In Kampanien begannen die Protestaktionen um Mitternacht. Lkw stehen an der Mautstelle Nola der A30 zwischen Caserta und Salerno sowie bei Caianello an der A1 nach Neapel, dazu kommen Fahrzeuge in Caserta Sud. Ein Durchgang bleibt überall offen, dennoch meldet die Polizia Stradale Staus. In Sizilien ist der Lkw-Streik des Comitato autotrasportatori siciliani Teil der laufenden Oktober-Streikwelle und reicht bis zum 20. Oktober.

Raffinerie Tarent: Blockade aufgelöst, Streik endet um 23 Uhr

Die zentrale Nachricht des Tages kommt aus Tarent. Nach fünf Protesttagen haben die Arbeiter des ehemaligen Ilva-Werks am Freitag die Blockaden vor der Eni-Raffinerie aufgelöst. Tankwagen können wieder nach Apulien, in die Basilikata und nach Kalabrien ausliefern, auch an Zapfsäulen anderer Betreiber. Der Streik selbst läuft bis 23 Uhr am Freitagabend.

Grundlage der Einigung ist ein überparteiliches Dokument, das die Region Apulien tags zuvor in Bari unterzeichnet hat. Dazu kommt eine für den 27. Oktober im Palazzo Chigi angesetzte Regierungssitzung. Die Gewerkschaften fordern außerordentliche Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsplätze sowie einen industriellen Plan zur Dekarbonisierung des Stahlwerks und zum Einsatz von Elektroöfen. Der Erzbischof von Tarent, Ciro Miniero, rief die Politik zu Verantwortung und Versöhnung auf.

Landwirte in Potenza, Ausblick auf nächste Woche

In Potenza versammelten sich am Vormittag Landwirte vor dem Sitz der Regione Basilicata zu einer von Coldiretti organisierten Kundgebung. Lokalpolitiker schlossen sich an. Die Lkw-Proteste in Kalabrien und Sizilien sind nach aktueller Ankündigung bis Dienstag, 20. Oktober, geplant und laufen damit auch am Wochenende weiter. Ein breiterer Generalstreik wurde laut dem Streikkalender für den 30. Oktober von der Basisgewerkschaft Usi Cit ausgerufen; der Verkehr ist dort ausdrücklich ausgenommen.

Für Reisen in den Süden gilt: Die Hauptproblemzone am Freitag war die Treibstoffversorgung. Mit dem Ende der Raffinerie-Blockade sollte sich die Lage ab dem Wochenende an den Tankstellen entspannen. Autobahn-Verengungen und Verzögerungen durch stehende Lkw bleiben an den Protest-Standorten in Kalabrien und Sizilien bis Dienstag möglich. Hintergrund des Zorns sind die Dieselpreise. Mit dem Auslaufen der staatlichen Preisbremse am 5. Oktober stieg der Diesel-Literpreis laut La Sicilia um mindestens drei Euro pro Tankfüllung.

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