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TTG Rimini 2026: Unser Besuch auf Italiens Tourismusmesse

Bastian Glumm
Svitlana vor dem Messegelände in Rimini. Gemeinsam waren wir für Vivere in Italien auf der TTG Travel Experience unterwegs und haben zahlreiche interessante Kontakte geknüpft.

Svitlana vor dem Messegelände in Rimini. Gemeinsam waren wir für Vivere in Italien auf der TTG Travel Experience unterwegs und haben zahlreiche interessante Kontakte geknüpft.

(Foto: © Bastian Glumm)
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2.800 ausstellende Marken, mehr als 1.000 internationale Einkäufer und rund 15.000 Geschäftstreffen: Die TTG Travel Experience 2026 in Rimini hat ihre Bedeutung als eine der wichtigsten Tourismusmessen Italiens erneut unterstrichen. Auch Vivere in Italien war vor Ort. Neben vielen interessanten Gesprächen gab es für uns einige persönliche Premieren und eine wichtige Erkenntnis.

Von Pozzuoli nach Rimini sind es rund 550 Kilometer. Etwa sechs Stunden waren wir mit dem Auto unterwegs, einmal quer über den italienischen Stiefel. Unsere Route führte uns durch die Abruzzen, vorbei an beeindruckenden Berglandschaften und Ausblicken, die allein schon die Fahrt wert waren. Eine wirklich großartige Strecke, die uns einmal mehr gezeigt hat, wie abwechslungsreich Italien landschaftlich ist.

In Rimini angekommen, bot sich ein ganz anderes Bild. Der bekannte Badeort an der Adriaküste, im Sommer eine der großen Touristenhochburgen Italiens, wirkte Mitte Oktober beinahe verlassen. Die Saison war vorbei, viele Hotels und touristische Einrichtungen hatten bereits geschlossen. Für uns war das kein Problem. Wir fanden ein gutes, einfaches Hotelzimmer und konnten am nächsten Morgen bequem mit einem Shuttlebus zum Messegelände fahren. Die Organisation funktionierte hervorragend.

2.800 Marken und 15.000 Geschäftstreffen

Vom 14. bis 16. Oktober fand auf dem Messegelände in Rimini die 63. Ausgabe der TTG Travel Experience statt, gemeinsam mit der parallel veranstalteten InOut (The Hospitality Community). Die Dimensionen waren beachtlich: 28 Messehallen, rund 140.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und 2.800 ausstellende Marken.

Nach Angaben des Veranstalters Italian Exhibition Group (IEG) kamen mehr als 1.000 internationale Buyer nach Rimini. Insgesamt wurden rund 15.000 Geschäftstreffen gezählt. Besonders deutlich entwickelte sich die internationale Beteiligung: Die Ausstellungsfläche ausländischer Anbieter wuchs um acht Prozent, die Zahl internationaler Aussteller um elf Prozent. Vertreten waren 75 Länder, darunter elf neue Ausstellerländer. Die Messe bestätigte damit ihre Rolle als wichtiger Treffpunkt der internationalen Reise- und Tourismuswirtschaft.

Wir selbst waren am Donnerstag, 15. Oktober, den ganzen Tag auf der TTG unterwegs. Und unser Eindruck deckt sich mit der positiven Bilanz der Veranstalter: volle Hallen, eine ausgesprochen gute Atmosphäre und überall Menschen, die miteinander ins Gespräch kamen. An den Ständen wurde diskutiert, präsentiert, verhandelt und gelacht. Es herrschte eine angenehme, offene Stimmung.

Auch die Regionen Toskana und Latium waren auf der TTG Travel Experience mit großen Messeständen vertreten. Zwischen den Präsentationsflächen fanden zahlreiche Gespräche zwischen Tourismusvertretern, Reiseveranstaltern und internationalen Geschäftspartnern statt. Für uns war die Messe eine gute Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen innerhalb der italienischen Tourismusbranche aufzubauen.

Auch die Regionen Toskana und Latium waren auf der TTG Travel Experience mit großen Messeständen vertreten. Zwischen den Präsentationsflächen fanden zahlreiche Gespräche zwischen Tourismusvertretern, Reiseveranstaltern und internationalen Geschäftspartnern statt. Für uns war die Messe eine gute Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen innerhalb der italienischen Tourismusbranche aufzubauen.

(Foto: © Bastian Glumm)

Unser Schwerpunkt: Italien und seine Regionen

Angesichts der Größe der Messe mussten wir uns zwangsläufig auf bestimmte Bereiche konzentrieren. Für Vivere in Italien standen die italienischen Aussteller im Mittelpunkt. Schließlich wollten wir vor allem mit Tourismusorganisationen, regionalen Vertretern, Hoteliers und Unternehmen sprechen, die für unser internationales Italien-Magazin interessant sind.

Diese Entscheidung erwies sich als richtig. Wir konnten zahlreiche interessante Gespräche führen und neue Kontakte knüpfen. Dabei ging es nicht nur darum, unser Magazin vorzustellen, sondern auch darum, mehr über die Arbeit der verschiedenen Organisationen, ihre Projekte und die touristische Entwicklung ihrer Regionen zu erfahren. Besonders wichtig war uns dabei unsere neue Heimatregion Kampanien. Seit September leben wir in Pozzuoli, westlich von Neapel, und möchten künftig noch intensiver über die touristischen Angebote der Region berichten.

Umso erfreulicher war es, dass wir in Rimini gleich zwei wichtige Vertreter der regionalen Hotellerie persönlich kennenlernen und interviewen konnten: Luca D'Ambra, Präsident von Federalberghi Ischia e Procida, und Roberto Laringe, Präsident von Federalberghi Campi Flegrei. Mit beiden sprachen wir über ihre Regionen und den Tourismus vor Ort. Gerade die Phlegräischen Felder mit Pozzuoli und Umgebung sowie die Insel Ischia sind für uns von besonderem Interesse. Die Interviews haben wir aufgezeichnet und mit deutschen Untertiteln für unsere internationalen Social-Media-Kanäle aufbereitet.

Die Campi Flegrei sind mehr als eine Erdbebenregion

Gerade das Gespräch mit Roberto Laringe, dem Präsidenten von Federalberghi Campi Flegrei, war für mich persönlich von besonderem Interesse. Denn die Phlegräischen Felder haben aus meiner Sicht vor allem in der deutschen Berichterstattung ein erhebliches Imageproblem. Wenn die Region dort in den Nachrichten auftaucht, geht es fast ausschließlich um Erdbeben, beschädigte Gebäude, vulkanische Aktivitäten und mögliche Gefahren für die Bevölkerung.

Diese Berichterstattung hat selbstverständlich ihre Berechtigung. Schließlich sind die seismischen Aktivitäten eine Realität, mit der die Menschen hier leben müssen. Allerdings entsteht dadurch in Deutschland ein sehr einseitiges Bild einer Region, die wesentlich mehr zu bieten hat. Seit wir selbst in Pozzuoli leben, erleben wir die Phlegräischen Felder aus einer völlig anderen Perspektive. Hier gibt es beeindruckende archäologische Stätten, eine jahrtausendealte Geschichte, wunderschöne Küstenlandschaften, hervorragende Gastronomie und zahlreiche Orte, die außerhalb Italiens kaum bekannt sind.

Genau hier sehen wir auch eine Aufgabe für Vivere in Italien. Wir möchten dazu beitragen, dass die Campi Flegrei international nicht ausschließlich als Erdbebenregion wahrgenommen werden, sondern auch als ein interessantes und vielseitiges Reiseziel. Mit unserem Magazin, dessen Inhalte in 16 Sprachen erscheinen, können wir diese andere Seite der Region einem internationalen Publikum näherbringen.

Vielleicht ergeben sich gerade aus den Gesprächen mit Federalberghi und weiteren regionalen Partnern interessante Möglichkeiten, die touristischen und kulturellen Besonderheiten der Phlegräischen Felder künftig stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Das wäre für uns nicht nur journalistisch reizvoll, sondern auch eine schöne Gelegenheit, etwas zur positiven Wahrnehmung unserer neuen Heimat beizutragen. Darüber hinaus ergaben sich viele weitere Begegnungen mit Vertretern der italienischen Tourismuswirtschaft. Nicht wenige dieser Gespräche werden wir in den kommenden Wochen fortsetzen.

Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Ein wesentlicher Anteil an unserem erfolgreichen Messetag ging auf die Vorbereitung zurück. Svitlana hatte bereits im Vorfeld zahlreiche Kontakte hergestellt, Ansprechpartner recherchiert und Termine vereinbart. Dadurch konnten wir unseren Tag in Rimini gezielt planen und mussten uns nicht darauf verlassen, zufällig die richtigen Personen an den Messeständen anzutreffen. Das funktionierte ausgesprochen gut. Viele unserer Gesprächspartner nahmen sich Zeit, interessierten sich für unser Magazin und waren offen für einen weiteren Austausch. Dabei wurde mir wieder einmal deutlich, wie groß der Unterschied zwischen einer persönlichen Begegnung und der klassischen Kontaktaufnahme per E-Mail sein kann.

Am Messestand Siziliens herrschte auf der TTG Travel Experience in Rimini reger Betrieb. Die Mittelmeerinsel präsentierte sich mit zahlreichen Vertretern der Tourismusbranche und bot Besuchern Gelegenheit, sich über Reiseziele, touristische Angebote und neue Entwicklungen zu informieren.

Am Messestand Siziliens herrschte auf der TTG Travel Experience in Rimini reger Betrieb. Die Mittelmeerinsel präsentierte sich mit zahlreichen Vertretern der Tourismusbranche und bot Besuchern Gelegenheit, sich über Reiseziele, touristische Angebote und neue Entwicklungen zu informieren.

(Foto: © Bastian Glumm)

Wer schon einmal versucht hat, neue Geschäftskontakte ausschließlich über E-Mails aufzubauen, kennt das Problem: Viele Anfragen bleiben unbeantwortet, andere verlaufen nach einem kurzen Austausch im Sande. Auf einer Messe sieht das anders aus. Man steht sich gegenüber, kann Fragen unmittelbar beantworten, Ideen entwickeln und bekommt ein wesentlich besseres Gefühl dafür, ob eine Zusammenarbeit interessant sein könnte. Natürlich führt nicht jedes Gespräch automatisch zu einer Kooperation. Aber die Qualität der Kontakte ist eine andere. Diese Erkenntnis nehmen wir aus Rimini mit.

Eine ganz besondere Premiere

Für Svitlana war die TTG in Rimini übrigens die erste Messe ihres Lebens. Für mich war es nach mehr als 20 Jahren journalistischer Arbeit und zahllosen Messebesuchen in ganz Deutschland immerhin die erste Tourismusmesse und zugleich die erste Messe im Ausland. Insofern war Rimini für uns beide eine Premiere, wenn auch unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen.

Künstliche Intelligenz und neue Reisetrends

Neben den persönlichen Begegnungen lieferte die TTG auch interessante Einblicke in die Entwicklung der Tourismusbranche. Nach Angaben des Veranstalters planen 46,6 Prozent der im Rahmen des TTG Monitor befragten Buyer, künstliche Intelligenz künftig zur Personalisierung von Reiseangeboten einzusetzen. 43,4 Prozent sehen Einsatzmöglichkeiten im Direktvertrieb.

Gleichzeitig bleibt der persönliche Kontakt nach Einschätzung der Branche entscheidend. Beratung, Vertrauen und individuelle Betreuung spielen weiterhin eine wichtige Rolle, insbesondere dann, wenn auf Reisen einmal nicht alles nach Plan läuft.

Auch beim Reiseverhalten zeichnen sich interessante Entwicklungen ab. Erlebnisreisen, Wellness, Luxusangebote und Slow Travel gewinnen weiter an Bedeutung. Italien selbst lag mit 21,9 Prozent an der Spitze der von den befragten Buyern genannten gefragtesten Reiseziele, gefolgt von europäischen Hauptstädten und Japan. Für ein Magazin wie Vivere in Italien sind solche Entwicklungen besonders interessant. Sie zeigen, wie vielfältig der italienische Tourismus inzwischen aufgestellt ist und wie stark sich die Erwartungen internationaler Reisender verändern.

Unser Fazit nach einem langen Messetag

Am Ende des Tages waren wir ziemlich erschöpft, aber ausgesprochen zufrieden. Die TTG Travel Experience hat unsere Erwartungen erfüllt, in einigen Punkten sogar übertroffen. Die Organisation war gut, die Atmosphäre hervorragend und die Gesprächspartner durchweg interessant. Vor allem aber konnten wir unser Magazin persönlich vorstellen und Kontakte herstellen, die sich auf anderem Wege vermutlich deutlich schwieriger ergeben hätten.

Für uns hat sich die Fahrt von Pozzuoli nach Rimini jedenfalls gelohnt. Auch die sechs Stunden im Auto und die lange Rückreise ändern daran nichts. Und ganz nebenbei haben wir auf der Fahrt durch die Abruzzen wieder ein Stück Italien kennengelernt, das wir künftig unbedingt noch ausführlicher erkunden möchten. Die nächste TTG Travel Experience findet vom 13. bis 15. Oktober 2027 in Rimini statt. Ob wir dann wieder dabei sind? Nach unseren Erfahrungen in diesem Jahr spricht jedenfalls einiges dafür.

Quelle der Messezahlen und Branchentrends: TTG Travel Experience / Italian Exhibition Group, offizieller Abschlussbericht vom 16. Oktober 2026.

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