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Ab 2027 in Italien: Personalisierte Autokennzeichen

Redaktion
Italien plant personalisierte Autokennzeichen. Unsere kleine KI-Fotomontage zeigt mit „VV 123 RE“ eine beispielhafte Kombination im bisherigen Kennzeichenformat.

Italien plant personalisierte Autokennzeichen. Unsere kleine KI-Fotomontage zeigt mit „VV 123 RE“ eine beispielhafte Kombination im bisherigen Kennzeichenformat.

(Foto: © Bastian Glumm (mit KI verändert))
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Italiens Autofahrer sollen ihre Autokennzeichen künftig in Teilen selbst gestalten können. Die Ankündigung machte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni laut ANSA im Anschluss an die Ministerratssitzung, die die Haushaltsvorlage für 2027 verabschiedete. Für ein Pkw-Paar aus Vorder- und Rückkennzeichen fallen 600 Euro Gebühr an, für ein einzelnes Motorrad-Schild 360 Euro. Die bisher übliche Zulassungsgebühr von 41,78 Euro für den Pkw entfällt bei einer personalisierten Variante. Meloni rechnet demnach mit viel Einfallsreichtum der italienischen Autobesitzer.

600 Euro: So setzt sich die Gebühr zusammen

Nach Angaben von Quifinanza teilen sich die 600 Euro beim Pkw in 500 Euro für das Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato, das die Schilder herstellt, und 100 Euro Aufschlag für das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr (MIT). Beim Motorrad fallen 300 Euro für das Poligrafico an und 60 Euro Aufschlag für das MIT, zusammen 360 Euro. Wer sich für ein personalisiertes Kennzeichen entscheidet, spart dagegen die reguläre Gebühr für Zulassung und Inbetriebnahme von 41,78 Euro beim Pkw und 45,31 Euro beim Motorrad. Der Nettomehrpreis liegt damit beim Pkw bei rund 558 Euro, beim Motorrad bei rund 315 Euro. Nach Il Fatto Quotidiano wird die Maßnahme in der Haushaltsvorlage auch als zusätzliche Einnahmequelle für den Staatshaushalt eingeordnet; eine konkrete Prognose zu den Einnahmen nennt der Entwurf nicht.

Codice della Strada: Alter Rahmen, neuer Anlauf

Die rechtliche Grundlage für personalisierte Kennzeichen besteht in Italien bereits seit 2010 im Codice della Strada, konkret in Artikel 100 Absatz 8. Die Norm wurde nach Sicurauto-Angaben allerdings nie umgesetzt, da das notwendige Durchführungsdekret fehlte. Ein Versuch des damaligen Verkehrsministers Danilo Toninelli im Jahr 2019 blieb nach Sicurauto-Angaben ohne Ergebnis. Die aktuelle Regierung Meloni greift die Idee nun im Haushaltsgesetz 2027 auf und verbindet sie mit der laufenden Reform des italienischen Straßenverkehrsgesetzes, die auch andere Themen wie den Umgang mit Blitzern neu regelt. Antragsteller sollen laut Sicurauto beim MIT eine Kombination beantragen, die dann vom Poligrafico in Serie gefertigt wird; die Zustellung soll analog zum heutigen Verfahren innerhalb von 30 Tagen nach Fahrzeugschein erfolgen.

Zeitplan: Vom Haushaltsgesetz 2027 bis zur Umsetzung 2028

Das Haushaltsgesetz 2027, das die neue Regelung enthält, muss nach Angaben von Sicurauto bis zum 31. Dezember 2026 vom Parlament verabschiedet werden; im Parlamentsverlauf sind noch Änderungen möglich. Das Legislativdekret zum reformierten Codice della Strada ist für das Frühjahr 2027 angekündigt, das Inkrafttreten für den 30. April 2027. Angewendet werden die neuen Regelungen auf den Straßen voraussichtlich ab dem 1. Januar 2028. Bereits zugelassene Fahrzeuge erhalten laut Sicurauto nur bei Neuzulassung nach Diebstahl, Verlust oder Beschädigung ein personalisiertes Kennzeichen; wer sein bestehendes Auto behält, bleibt beim Standardschild. Ob die neuen Kennzeichen vom ersten Anwendungstag an verfügbar sein werden, ist laut Sicurauto zudem noch nicht gesichert.

Was darf drauf stehen: Buchstaben und Ziffern statt Symbole

Der Gesetzestext spricht nach Fanpage-Angaben von einer frei gewählten Folge aus personalisierten alphanumerischen Zeichen, also aus Buchstaben und Ziffern. Grafische Symbole, Logos, Flaggen oder farbige Elemente sieht die Regelung nicht vor. Das aktuelle Standardschema in Italien besteht aus zwei Buchstaben, drei Ziffern und zwei Buchstaben; ob dieses Format erhalten bleibt oder gelockert wird, hängt von der noch ausstehenden Durchführungsverordnung (Regolamento) ab. Auch die maximale Länge der personalisierten Zeichenfolge steht nach Fanpage-Angaben noch nicht fest. Der Antragsteller wird damit innerhalb der freigegebenen Zeichenklassen kombinieren können, aber keine völlig freie Hand erhalten.

Was nicht erlaubt ist: Doppelte und mehrdeutige Kombinationen

Welche konkreten Zeichenkombinationen am Ende zulässig sein werden, steht laut Il Fatto Quotidiano noch nicht abschließend fest. Ausgeschlossen werden sollen jedenfalls beleidigende, mehrdeutige oder bereits vergebene Kombinationen; eine Sigla, die im zentralen CED-System einem anderen zugelassenen Fahrzeug zugeordnet ist, kann nicht gewählt werden. Nach ANSA-Angaben spricht Meloni von einem bewusst gewählten Preis für diesen Gestaltungsspielraum. Parallel kündigte sie an, den Verzicht auf die Kfz-Steuer (bollo auto) für Fahrzeuge bis 80 Kilowatt sowie für Motorräder dauerhaft zu machen; das betrifft nach ihren Angaben rund 70 Prozent der Fahrzeuge im Verkehr.

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