Am Samstag, dem 22. August 2026, wird Papst Leo XIV. die Republik San Marino und die Adria-Stadt Rimini besuchen. Es ist die erste Pastoralvisite des seit Mai 2025 amtierenden neuen Pontifex in die Emilia-Romagna, und zugleich erst die zweite Teilnahme eines Papstes am Meeting per l'Amicizia fra i Popoli, nach der von Johannes Paul II. vor 44 Jahren.
Das Programm am 22. August
Wie die Sala Stampa des Vatikans in ihrem offiziellen Programm veröffentlicht hat, ist der Tag dicht getaktet. Um acht Uhr morgens startet der päpstliche Helikopter vom vatikanischen Heliport. Eine Stunde später landet er auf der Aviosuperficie di Torraccia in der Republik San Marino, mit anschließendem Transfer zur Piazza della Libertà. Im Palazzo Pubblico trifft Leo XIV. die Segretari di Stato und hat ein privates Kolloquium mit den Capitani Reggenti, den beiden auf sechs Monate gewählten Staatsoberhäuptern der Republik. Nach der Unterzeichnung des Ehrengästebuchs folgt ein Treffen im Consiglio Grande e Generale und ein Grußwort vom Zentralbalkon des Palazzo Pubblico.
Um 14:45 Uhr landet der Helikopter auf dem Gelände der Fiera di Rimini. Zwei Ausstellungen stehen auf dem Programm des Papstes: eine über Augustinus von Hippo, dem sich der aus dem Augustiner-Orden stammende Pontifex als geistlicher Erbe verbunden fühlt, und eine über den französischen Sozialreformer Leon Harmel. Nach einem Besuch beim Villaggio Ragazzi, dem Kinder- und Jugendbereich des Meetings, folgt um 16 Uhr die Ansprache im Grande Auditorium, das eigens für die Gelegenheit mit 10.000 Plätzen eingerichtet wurde. Um 17:30 trifft der Papst in der Kathedrale von Rimini Kranke, Menschen mit Behinderungen und Bedürftige der Caritas. Um 18:30 Uhr zelebriert er die Heilige Messe auf dem Piazzale del Porto. Um 20 Uhr endet die Visite, um 21 Uhr kehrt Leo XIV. in den Vatikan zurück.
Das Meeting Rimini als Rahmen
Der Papstbesuch fällt in die 47. Ausgabe des Meeting per l'Amicizia fra i Popoli, das vom 21. bis 26. August 2026 in der Fiera di Rimini stattfindet. Das Motto der diesjährigen Ausgabe, wie es der Veranstalter Comunione e Liberazione formuliert, lautet „L'amor che move il sole e l'altre stelle", „Die Liebe, die die Sonne bewegt und die anderen Sterne", die letzte Zeile der Divina Commedia von Dante Alighieri. Das Meeting ist seit 1980 einer der größten kulturell-religiösen Kongresse Italiens, mit jährlich hunderttausenden Teilnehmenden aus Kirche, Politik, Wissenschaft und Kultur.
Für den Papst-Auftritt haben die Organisatoren im Fiera-Gelände einen eigenen Auditorium-Raum mit 10.000 Plätzen geschaffen. Die Ansprache wird zusätzlich in alle Säle und öffentlichen Bereiche der Fiera übertragen. Wer den Papst persönlich sehen will, hat entlang seiner Route durch die Pavillons Gelegenheit zum Gruß.
44 Jahre nach Johannes Paul II.
Historisch ist der Besuch außergewöhnlich. Wie das Resto del Carlino aus Bologna dokumentiert, war der letzte Papst, der das Meeting Rimini persönlich besucht hat, Johannes Paul II. vor 44 Jahren. Damals war das Meeting noch in seinen Anfangsjahren, heute ist es eine international bekannte Institution. Der Besuch von Leo XIV. wird von den Organisatoren als historischer Moment eingeordnet, entsprechend hoch ist die Aufmerksamkeit weit über den kirchlichen Kreis hinaus. Der Präsident der Fondazione Meeting, Bernhard Scholz, hat den Papstbesuch als Quelle großer Freude bezeichnet und die inhaltliche Ausrichtung an alle Altersgruppen unterstrichen, von Kindern über Jugendliche bis zu jungen und älteren Familien.
Weitere Gäste und politischer Rahmen
Traditionell ist das Meeting Rimini auch eine Bühne des politischen Diskurses in Italien. Für die Ausgabe 2026 haben sich nach den Ankündigungen von Anfang Juli neben Papst Leo XIV. weitere prominente Persönlichkeiten angesagt: Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der lateinische Patriarch von Jerusalem, sowie die Vizepremiers Matteo Salvini und Antonio Tajani. Aus dem italienischen Ministerkabinett werden unter anderem Andrea Abodi, Marina Calderone, Alessandro Giuli, Francesco Lollobrigida, Matteo Piantedosi, Gilberto Pichetto Fratin, Adolfo Urso, Giuseppe Valditara und Paolo Zangrillo erwartet. Aus dem europäischen Rahmen ist am Mittwoch, dem 26. August, die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, angekündigt, ebenso wie der exekutive Vizepräsident der EU-Kommission, Raffaele Fitto.
Was Reisende in der Region wissen sollten
Für Reisende, die sich in dieser Woche in der Region Rimini oder in San Marino aufhalten, ist mit spürbaren Sicherheitsmaßnahmen und Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Die Fiera di Rimini und das Zentrum der Stadt werden am 22. August in großen Teilen gesperrt oder unter besonderer polizeilicher Aufsicht stehen. Die Heilige Messe am Piazzale del Porto wird voraussichtlich zehntausende Gläubige anziehen, die Rimini bereits am Vortag oder am frühen Samstag erreichen werden. Wer in dieser Zeit über den Flughafen Federico Fellini in Rimini oder über Bologna anreist, sollte mit einer erhöhten Auslastung von Zügen und Straßen rechnen. Für Fahrten zwischen San Marino und Rimini gilt in dieser Woche ohnehin eine höhere Auslastung, weil das Meeting die Region in den Wochen nach Ferragosto zusätzlich belebt. Wer die Region besucht und nicht Teil des Meetings ist, findet in der Kathedrale von Rimini und in den Kirchen um die Piazza Tre Martiri einen ruhigeren Zugang zu Geschichte und Architektur der Stadt.




