
In der italienischen Hafenstadt Genua ist eine neue Eisenbahngalerie im Bereich San Benigno in Betrieb gegangen. Das Bauwerk ist ein wichtiger Baustein für eines der größten Infrastrukturprojekte der Region: den geplanten Subportual-Tunnel unter dem Hafen.
Die neue Strecke ermöglicht es, die bisher genutzte Romairone-Galerie abzureißen, über die derzeit noch ein Teil des Güterverkehrs des Hafens läuft. An ihrer Stelle entsteht künftig der sogenannte Startschacht für die Tunnelbohrmaschine (TBM), mit der der neue Straßentunnel gebaut werden soll.
Neue Bahntrasse für den Hafenverkehr
Die Arbeiten wurden von Autostrade per l’Italia über ihre Tochtergesellschaft Amplia umgesetzt und in Abstimmung mit dem italienischen Infrastrukturministerium realisiert. Ziel der Maßnahme ist es, den Bahnverkehr im Hafengebiet umzuleiten, um Platz für den Bau des Subportual-Tunnels zu schaffen, ohne den laufenden Hafenbetrieb zu beeinträchtigen.

Die neue künstliche Eisenbahngalerie entstand auf dem Gelände des ehemaligen CSM-Gebäudes, das bereits im März 2024 abgerissen wurde. Der Bau begann im Mai 2024 und konnte nach rund 22 Monaten abgeschlossen werden.
410 Meter lange Galerie mit zwei Gleisen
Die neue Galerie ist rund 410 Meter lang und etwa 14 Meter breit. Sie wurde aus insgesamt 616 vorgefertigten Betonelementen errichtet und bietet Platz für zwei Gleise sowie die entsprechenden Bahnsteige. Die lichte Höhe im Inneren beträgt mehr als sechs Meter. Dadurch wurde das Bauwerk bereits so ausgelegt, dass eine spätere Elektrifizierung der Strecke möglich ist.
Die gesamte neue Bahntrasse ist rund 700 Meter lang und verläuft etwa 70 Meter südlich der bisherigen Strecke. Sie liegt teilweise parallel zur erhöhten Hafenstraße und unterquert diese im letzten Abschnitt.
Neuer Park über der Tunneltrasse geplant
Über der neuen Galerie soll nach Abschluss der Tunnelarbeiten ein neuer öffentlicher Grünbereich entstehen: der „Parco della Lanterna“. Dieser Park soll die Zone San Benigno über einen Rad- und Fußweg mit der berühmten Lanterna di Genova verbinden, dem historischen Leuchtturm der Stadt.

Weitere Arbeiten rund um den Subportual-Tunnel
Parallel zur neuen Eisenbahngalerie laufen in Genua weitere vorbereitende Bauarbeiten für den Subportual-Tunnel. Dazu zählen unter anderem die Fertigstellung der Hafenkais bei Calata Concenter, der Bau eines weiteren Abschnitts der erhöhten Hafenstraße sowie die erste Bauphase des Startschachts für die Tunnelbohrmaschine.
Auf der östlichen Seite des Projekts, im Bereich Foce, laufen derzeit vorbereitende Baustellenarbeiten. In den kommenden Monaten sind dort unter anderem strukturelle Untersuchungen der historischen Stadtmauern, archäologische Untersuchungen sowie Rodungsarbeiten vorgesehen.


































