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Agriturismo Prunara: Auszeit im Apennin bei Bologna

Bastian Glumm
Svitlana mit einem der beiden großen und ausgesprochen freundlichen Hunde des Agriturismo Prunara. Der herzliche Empfang passte perfekt zu unserem ersten Eindruck von diesem besonderen Ort im Bologneser Apennin.

Svitlana mit einem der beiden großen und ausgesprochen freundlichen Hunde des Agriturismo Prunara. Der herzliche Empfang passte perfekt zu unserem ersten Eindruck von diesem besonderen Ort im Bologneser Apennin.

(Foto: © Bastian Glumm)
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Nach 13 Stunden Fahrt waren wir ziemlich erledigt. Hinter uns lagen Solingen, die Schweiz und ein langer Tag auf der Autobahn, vor uns noch mehr als 600 Kilometer bis Pozzuoli. Das Agriturismo Prunara bei Monzuno sollte eigentlich nur unser Nachtquartier sein. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Gefühl weiter, einen Ort entdeckt zu haben, an den wir gerne zurückkehren würden. Und dann nicht nur für eine Nacht.

Als wir am 20. September morgens gegen drei Uhr in Solingen losfuhren, lagen mehr als 1.600 Kilometer vor uns. Unser Ziel war Pozzuoli bei Neapel, unser neuer Lebensmittelpunkt in Italien. Ursprünglich hatte ich tatsächlich vorgehabt, die komplette Strecke durchzufahren. Rückblickend bin ich sehr froh, dass daraus nichts geworden ist. Unser Ford Focus war vollgepackt, auf der Rückbank reisten unsere beiden Katzen Pusia und Liza mit. Für die beiden war die Fahrt naturgemäß alles andere als ein Vergnügen. Nach vielen Stunden im Auto, Hitze, Verkehr und reichlich Katzenprotest waren deshalb irgendwann nicht nur Pusia und Liza mit den Nerven durch.

Nach rund 13 Stunden Fahrt war für diesen Tag Schluss. Unser Quartier hatten wir im Bologneser Apennin gefunden: das Agriturismo Prunara Farmstead F.lli Santoli bei Monzuno, südlich von Bologna. Schon auf den letzten Kilometern änderte sich die Szenerie komplett. Wir ließen Autobahn und Verkehr hinter uns, die Straßen wurden kleiner und die Landschaft grüner. Nach einem Tag, an dem wir fast ausschließlich Asphalt, Rastplätze und Autoinnenraum gesehen hatten, war allein die Fahrt hinauf in den Apennin eine Wohltat.

Das Agriturismo Prunara bei Monzuno: Das traditionelle Natursteingebäude liegt mitten im Grünen des Bologneser Apennins.

Das Agriturismo Prunara bei Monzuno: Das traditionelle Natursteingebäude liegt mitten im Grünen des Bologneser Apennins.

(Foto: © Bastian Glumm)

Herzlicher Empfang im Agriturismo Prunara

Bei unserer Ankunft wurden wir ausgesprochen herzlich empfangen. Die Betreiber waren freundlich, unkompliziert und sehr zuvorkommend. Unser Italienisch bewegt sich derzeit ungefähr zwischen A2 und B1, was überhaupt kein Problem war. Wir konnten uns gut verständigen, und wenn einmal ein Wort fehlte, fand sich schnell eine Lösung. Gerade für Reisende, die Italienisch lernen und noch etwas Hemmung haben, die Sprache tatsächlich zu benutzen, ist eine solche Atmosphäre angenehm.

Unser Zimmer lag ganz oben im Haus und verfügte über zwei Betten sowie ein eigenes Badezimmer mit Dusche. Alles war sehr sauber und gepflegt. Auch die Einrichtung gefiel uns: gediegen und geschmackvoll, ohne den Charakter eines alten Landhauses durch künstlichen Luxus zu überdecken. Überhaupt ist Prunara ein sehr charmanter Ort. Es wirkt nicht wie ein Landhotel, das nachträglich auf rustikal getrimmt wurde, sondern wie das, was es ist: ein Agriturismo mitten im Apennin. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis hat uns ausgesprochen positiv überrascht. Einen konkreten Übernachtungspreis nennen wir bewusst nicht, weil sich dieser je nach Saison und Buchungszeitpunkt verändern kann.

Ein Abend mitten im Bologneser Apennin

Obwohl wir nach der langen Fahrt eigentlich genug für diesen Tag erlebt hatten, sind wir am Abend noch einmal hinausgegangen. Zum Glück, denn gerade die Lage gehört für uns zu den großen Stärken von Prunara. Die Aussicht über die Landschaft des Apennins ist großartig, und die Ruhe war nach den vielen Stunden auf der Straße genau das, was wir brauchten. Wir liefen noch ein wenig durch die Umgebung, genossen den Abend und mussten ausnahmsweise weder auf die Uhr noch auf die verbleibenden Kilometer schauen. Auch unsere beiden Katzen konnten endlich zur Ruhe kommen.

Abendstimmung im Bologneser Apennin: Bei einem Spaziergang rund um Prunara öffnet sich der Blick über die Berglandschaft – für uns der perfekte Ausgleich nach 13 Stunden auf der Autobahn.

Abendstimmung im Bologneser Apennin: Bei einem Spaziergang rund um Prunara öffnet sich der Blick über die Berglandschaft – für uns der perfekte Ausgleich nach 13 Stunden auf der Autobahn.

(Foto: © Bastian Glumm)

Zum tierischen Inventar des Agriturismo gehören außerdem zwei ziemlich beeindruckende Hunde, ein Rüde und eine Hündin. Beide sind riesig und gleichzeitig ausgesprochen freundlich. Wir hielten sie zunächst für Bernhardiner, sind uns bei der Rasse allerdings nicht sicher und belassen es deshalb lieber bei dieser Beschreibung. Dass wir selbst mit zwei Katzen ankamen, war ebenfalls völlig unkompliziert. Gerade bei einer längeren Italienreise mit Haustieren ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Nahe der Via degli Dei zwischen Bologna und Florenz

Erst als wir uns anschließend näher mit Prunara beschäftigten, wurde uns bewusst, wie interessant die Lage auch für einen längeren Aufenthalt ist. Der Agriturismo befindet sich bei Monzuno und nur wenige Schritte von der Via degli Dei entfernt, dem bekannten Fernwanderweg, der Bologna über den Apennin mit Florenz verbindet. Für Wanderer bietet Prunara sogar einen kostenlosen Transfer von der Piazza in Monzuno zur Unterkunft an.

Auch abseits der Via degli Dei gibt es in der Umgebung einiges zu entdecken. Monte Venere und Monte Adone liegen ebenso in der Region wie der historische Park Monte Sole. Marzabotto mit der etruskischen Ausgrabungsstätte Kainua ist ebenfalls erreichbar. Für uns war das im Nachhinein fast ein wenig schade, denn für solche Ausflüge hatten wir bei dieser Reise überhaupt keine Zeit eingeplant. Prunara war schließlich nur als Übernachtungsstation gedacht.

Abendessen und Frühstück im Agriturismo

Zum Agriturismo gehört ein eigenes Restaurant, was nach 13 Stunden Fahrt ein echter Vorteil war. Noch einmal ins Auto steigen und irgendwo zum Essen fahren wollten wir definitiv nicht, zumal die Unterkunft in den Hügeln liegt und man ein gutes Stück zum nächsten Ristorante unterwegs gewesen wäre. Also verbrachten wir auch den Abend im Haus und haben dort gut gegessen. Besonders die Sauce des Ragù ist uns positiv in Erinnerung geblieben. Die Küche ist unkompliziert und bodenständig und passte damit gut zu unserem Aufenthalt.

Schon bei der Ankunft zeigt sich der ländliche Charakter von Prunara: Parkmöglichkeiten befinden sich direkt am Agriturismo.

Schon bei der Ankunft zeigt sich der ländliche Charakter von Prunara: Parkmöglichkeiten befinden sich direkt am Agriturismo.

(Foto: © Bastian Glumm)

Am nächsten Morgen gab es ein kleines italienisches Frühstück. Kein riesiges Buffet, aber vollkommen ausreichend und vor allem sehr charmant angerichtet. Nach einer ruhigen Nacht konnten wir noch in Ruhe einen Kaffee trinken und frühstücken, bevor wieder gepackt wurde. Denn unsere Reise war noch lange nicht beendet: Bis Pozzuoli lagen noch einmal rund sechseinhalb Stunden Fahrt vor uns.

Mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden

Prunara war für uns zunächst eine rein praktische Entscheidung. Wir suchten ungefähr auf unserer Route einen Ort, an dem wir mit zwei Katzen übernachten konnten, um die mehr als 1.600 Kilometer lange Fahrt nach Pozzuoli nicht an einem Stück bewältigen zu müssen. Viel mehr hatten wir eigentlich gar nicht erwartet. Gerade deshalb hat uns der Aufenthalt so positiv überrascht.

Nach nur einer Nacht wollen wir daraus keine umfassende Hotelkritik machen. Was wir aber beurteilen können, ist das, was wir selbst erlebt haben: einen ausgesprochen herzlichen Empfang, ein schönes und sehr sauberes Zimmer, gutes Essen, eine großartige Landschaft und ein für uns hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor allem tat uns dieser Abend nach dem ziemlich aufreibenden ersten Reisetag gut. Wir konnten für ein paar Stunden tatsächlich in Italien ankommen, statt das Land nur durch die Windschutzscheibe zu sehen.

Als wir am nächsten Morgen wieder ins Auto stiegen, stand für uns deshalb fest, dass wir Prunara jederzeit wieder besuchen würden. Beim nächsten Mal allerdings nicht unbedingt nur auf der Durchreise. Zwei oder drei Tage im Bologneser Apennin, etwas wandern, die Umgebung kennenlernen und abends wieder zurück zum Agriturismo – nach unserer ersten Nacht dort können wir uns das ausgesprochen gut vorstellen.


Das Agriturismo Prunara bei Monzuno.
Foto: © Bastian Glumm
Das Agriturismo Prunara bei Monzuno.
Foto: © Bastian Glumm
Das Agriturismo Prunara bei Monzuno.
Foto: © Bastian Glumm
Das Agriturismo Prunara bei Monzuno.
Foto: © Bastian Glumm
Das Agriturismo Prunara bei Monzuno.
Foto: © Bastian Glumm
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