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Kalabriens Herbst: Klosterküche, Thalasso und Sternenhimmel

Redaktion
Baia del Sole am Capo Vaticano: In der warmen Herbstsonne zeigt sich die Anlage zwischen Palmen, Pinien und mediterraner Vegetation.

Baia del Sole am Capo Vaticano: In der warmen Herbstsonne zeigt sich die Anlage zwischen Palmen, Pinien und mediterraner Vegetation.

(Foto: © Mediterranean Hospitality Group)
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Kalabrien im September und Oktober ist noch nicht der klassische Herbst der europäischen Reiseklischees. Das Meer bleibt lange warm, die Tage sommerlich, die Abende mild. An der Costa degli Dei, dem rund 55 Kilometer langen Küstenabschnitt zwischen Pizzo und Nicotera mit Orten wie Briatico, Tropea und Capo Vaticano, verlängert sich damit die Reisesaison in eine ruhigere Phase, in der Strandspaziergänge, Küchentraditionen und Sternbeobachtungen mehr Raum bekommen. Drei Häuser der Mediterranean Hospitality Group in dieser Region stehen für drei sehr unterschiedliche Zugänge zu dieser dritten Saison: eine klösterliche Küchentradition, ein Longevity-Konzept mit wissenschaftlicher Grundlage und einer der offiziell dunkelsten Nachthimmel Süditaliens.

Villa Paola: Klostergarten, mediterrane Küche und Tropeas rote Zwiebel

Gegenüber der Altstadt von Tropea liegt die Villa Paola, ein ehemaliges Kloster aus dem 16. Jahrhundert und einst Sitz des Ordens der Minimi. Dessen Gründer, Francesco di Paola, wurde nach überlieferten Berichten 91 Jahre alt, ein bemerkenswertes Alter für seine Zeit. Seine Ordensregeln umfassten eine bewusst schlichte Ernährung mit Gemüse aus dem Klostergarten, Getreide und Fisch aus dem nahen Tyrrhenischen Meer. Im heutigen Boutiquehotel führt das Restaurant De' Minimi diese Tradition in einer zeitgemäßen Küche fort.

Auf den Tellern finden sich Zutaten, die auf der Costa degli Dei seit Generationen zu Hause sind. Auberginen, Tomaten, Bergamotte, Peperoncino, Zitronen, Kräuter und Knoblauch stammen teils aus dem hauseigenen Garten, teils aus der unmittelbaren Umgebung. Ergänzt werden sie durch fangfrischen Fisch aus der Region und die rote Zwiebel aus Tropea, deren geschützte Herkunftsbezeichnung Cipolla Rossa di Tropea Calabria IGP seit 2008 von einem eigenen Konsortium betreut wird und zu den bekanntesten kulinarischen Markenzeichen Kalabriens gehört. Die Terrasse mit Blick auf den Ort eignet sich vor allem in der Herbstsonne für einen späten Aperitivo, wenn Tropea in warmes Licht getaucht wird.

Villa Paola in Tropea: Das ehemalige Kloster aus dem 16. Jahrhundert verbindet historische Architektur mit mediterranen Gärten und dem Blick auf die Küste.

Villa Paola in Tropea: Das ehemalige Kloster aus dem 16. Jahrhundert verbindet historische Architektur mit mediterranen Gärten und dem Blick auf die Küste.

(Foto: © Lavinia Cernau)

Capovaticano Resort: Thalasso und Longevity als Gesamtkonzept

Wenige Kilometer weiter südwestlich liegt das Capovaticano Resort Thalasso Spa, ein Haus mit direktem Strandzugang und einem 2.000 Quadratmeter großen Thalasso-Bereich. Zum Angebot gehören ein beheiztes Meerwasserbecken, Sauna, türkisches Bad sowie Behandlungen mit regionalen Produkten wie Zitrone, Bergamotte, Rosmarinöl und Meersalz. Yoga- und Pilates-Einheiten sind für Hausgäste kostenlos, einige davon finden im Freien mit Blick auf die Äolischen Inseln statt. Das milde Herbstklima macht Outdoor-Programme länger möglich als in mitteleuropäischen Wellness-Regionen.

Mit den drei Longevity-Programmen Discovery, Balance und Immersion für drei, fünf oder sieben Nächte geht das Haus einen Schritt weiter. Das Konzept beruht auf fünf Säulen: Ernährung, Bewegung, Ruhe, Wohlbefinden und emotionales Gleichgewicht. Dazu gehören ein speziell entwickeltes Menü, das in Zusammenarbeit mit der Fondazione Valter Longo entstanden ist, tägliche Yoga-, Pilates- und Fitness-Einheiten sowie festgelegte Zeiten im Spa-Bereich. Die Stiftung wurde vom italoamerikanischen Biogerontologen Valter Longo gegründet, dessen Forschung zu Ernährung und Alterungsprozessen an der University of Southern California international beachtet wird.

Aperitivo mit Aussicht: Ein Drink vor der Kulisse der kalabrischen Küste – auch im September und Oktober bleiben die Abende an der Costa degli Dei lange mild.

Aperitivo mit Aussicht: Ein Drink vor der Kulisse der kalabrischen Küste – auch im September und Oktober bleiben die Abende an der Costa degli Dei lange mild.

(Foto: © Tiziano de Muro)

Baia del Sole: Sternenbeobachtung am Capo Vaticano

Am Capo Vaticano selbst liegt das familienorientierte Baia del Sole, das im Herbst mit E-Bike-Verleih, Wanderungen durch Olivenhaine und Tagesausflügen nach Tropea, Pizzo oder Reggio Calabria arbeitet. Bemerkenswert ist eine Auszeichnung, die das Haus für einen weniger sichtbaren Reisegrund erhalten hat: Es ist der erste Ferienort in Kalabrien, dem Astronomitaly die Silber-Zertifizierung „I cieli più belli d'Italia" („die schönsten Himmel Italiens") verliehen hat. Die Vereinigung bewertet Standorte nach ihrer Lichtverschmutzung, ihrer Sicht auf den Nachthimmel und ihrer Infrastruktur für astronomischen Tourismus.

In ausgewählten Nächten der Saison bietet das Resort begleitete Sternenbeobachtungen an. Die weite Sicht Richtung Tyrrhenisches Meer erlaubt Blicke auf zahlreiche Himmelsobjekte und Sternbilder. Um den zehnten bis zwölften Tag jedes Monats sind die Monduntergänge über dem Meer besonders spektakulär. Ende September geht die Milchstraße im Westen am Horizont unter, und Jupiter und Saturn bleiben zeitweise die ganze Nacht sichtbar. Für Reisende, die eine Verbindung von Familienurlaub, mildem Klima und Astronomie suchen, ist das Capo Vaticano im Herbst einer der wenigen wirklich dunklen Küstenabschnitte Süditaliens.

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