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Streikreiche Woche in Italien: Fähren, ÖPNV, Flugsicherung

Redaktion
Der Hafen von Pozzuoli am Golf von Neapel: Von hier legen die Fähren nach Ischia ab. Am 29. September können die Verbindungen streikbedingt ausfallen.

Der Hafen von Pozzuoli am Golf von Neapel: Von hier legen die Fähren nach Ischia ab. Am 29. September können die Verbindungen streikbedingt ausfallen.

(Foto: © Bastian Glumm)
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Zwischen dem 22. und dem 30. September 2026 stehen in Italien mehrere Streiks an, die vor allem für Reisende zu spürbaren Einschränkungen führen können. Nach den ersten Streiktagen zu Monatsbeginn (dokumentiert in unserer Übersicht zum Streikmonat September) rückt jetzt die letzte Septemberwoche in den Fokus. Am Dienstag, dem 29. September, legt der gesamte italienische Hafensektor national für 24 Stunden die Arbeit nieder. Betroffen sind damit auch zahlreiche Fährverbindungen. Am Tag darauf folgt ein vierstündiger Ausstand der italienischen Flugsicherung. Der zwischenzeitlich für Freitag und Samstag angekündigte Generalstreik der Gewerkschaft CSLE wurde dagegen offiziell widerrufen.

29. September: Hafensektor legt national für 24 Stunden die Arbeit nieder

Der Streik am 29. September betrifft die Beschäftigten der Hafenbetriebe nach Artikel 16, 17 und 18 des italienischen Hafengesetzes (Legge 84/94), die Hafenverwaltungen (Adsp) sowie die Unternehmen, die den nationalen Hafentarifvertrag anwenden. Die Arbeitsniederlegung ist national, dauert 24 Stunden und betrifft damit den gesamten italienischen Küstenbereich vom Ligurischen Meer über die Adria bis nach Sizilien und Sardinien.

Für Reisende bedeutet das vor allem: Fährverbindungen zu den italienischen Inseln können ausfallen oder verspätet ablegen. Betroffen sein können die klassischen Routen von Neapel und Pozzuoli zu den Inseln des Golfs (Ischia, Procida, Capri), die Fährverbindungen von Livorno und Piombino nach Elba und Sardinien, die Adria-Routen ab Ancona, Bari und Brindisi nach Griechenland und Albanien sowie die Sizilien-Verbindungen ab Villa San Giovanni, Neapel und Genua. Der genaue Umfang der Ausfälle hängt von der Beteiligung des Personals der jeweiligen Reederei ab. Wer in diesen Tagen eine Überfahrt gebucht hat, sollte den Status der eigenen Verbindung direkt bei der Reederei und über den offiziellen Streikkalender des italienischen Verkehrsministeriums prüfen.

30. September: Flugsicherung streikt vier Stunden

Am Mittwoch, dem 30. September, folgt ein vierstündiger Ausstand des Personals der italienischen Flugsicherung Enav und der zugehörigen Wartungsgesellschaft Techno Sky. Die Arbeitsniederlegung, ausgerufen von Uiltrasporti, läuft von 13.00 bis 17.00 Uhr und kann in dieser Zeit zu Verspätungen, Umleitungen und einzelnen Streichungen im gesamten italienischen Luftraum führen. Zusätzlich streikt am selben Tag Personal an den Flughäfen Pisa und Florenz sowie an regionalen Enav-Standorten in Rom, Bologna und Bari. Nach den Regeln der italienischen Zivilluftfahrtbehörde ENAC bleiben in solchen Fällen Flüge in den morgendlichen und abendlichen Garantiefenstern (7.00 bis 10.00 Uhr und 18:00 bis 21:00 Uhr) sowie sämtliche Verbindungen zu den italienischen Inseln garantiert.

Bereits am Montag, dem 28. September, streikt in Neapel der Nahverkehrsbetreiber AIR Campania für vier Stunden zwischen 8.00 und 12.00 Uhr. Vom 23. bis zum 29. September findet außerdem die Ausstandsaktion der italienischen Strafverteidigervereinigung (Unione delle Camere Penali Italiane) statt, die den Betrieb an den Gerichten bremst, für den normalen Alltag aber kaum spürbar wird.

Generalstreik am 26. September: widerrufen

Der ursprünglich für den 25. und 26. September proklamierte Generalstreik der Gewerkschaft CSLE mit Beteiligung der FISI wurde am 2. September 2026 formell zurückgezogen. Die Ausstandsaktion, die alle öffentlichen und privaten Sektoren betreffen sollte (Ministerien, Schulen, Sanitätswesen, Bahnen, Tankstellen, Feuerwehr), findet nicht statt. Der Widerruf ist im Cruscotto GEPAS der Presidenza del Consiglio unter dem Status „REVOCATO" verzeichnet. Einige ältere Presseartikel führen den Streik weiter als aktiv – zuverlässig sind ausschließlich die offizielle Datenbank der Regierung sowie die Website der Commissione di Garanzia.

Wie Reisende sich vor Streiks in Italien informieren

Streiks in Italiens öffentlichem Sektor unterliegen der Legge 146/1990, die den Schutz der essenziellen öffentlichen Dienste regelt. Für den regionalen Bahnverkehr sind an Werktagen die Fenster von 6.00 bis 9.00 Uhr und von 18.00 bis 21.00 Uhr als Zeiten garantierter Mindestleistungen definiert. Für den Fernverkehr veröffentlichen Trenitalia und Italo vor jedem Streik eigene Listen der garantierten Verbindungen. Züge, die sich bei Streikbeginn bereits auf der Strecke befinden, erreichen ihr Ziel, wenn dieses innerhalb einer Stunde nach Beginn der Arbeitsniederlegung erreichbar ist.

Für den Flugverkehr veröffentlicht die ENAC vor jedem Ausstand die Liste der garantierten Flüge. Wer wegen eines Streiks auf die Reise verzichtet, hat Anspruch auf vollständige Rückerstattung ohne Bearbeitungsgebühren. Die zentrale offizielle Anlaufstelle für alle Ausstandsaktionen im öffentlichen Sektor ist die Commissione di Garanzia dell'attuazione della legge sullo sciopero nei servizi pubblici essenziali, deren Kalender vom Verkehrsministerium ergänzt wird. Einen laufend aktualisierten Überblick über alle Streiks in Italien führen wir in unserem Service-Bereich. Weil Streiks kurzfristig widerrufen, verschoben oder verlängert werden können, empfiehlt sich eine Prüfung am Vortag oder am Reisetag selbst.

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