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Capo Vaticano in Kalabrien: Ein Ort, der an die Malediven erinnert

Svitlana Glumm
Capo Vaticano in Kalabrien: türkisfarbenes Meer, weiße Felsen und ein Anblick, wie man ihn sonst nur aus der Karibik kennt.

Capo Vaticano in Kalabrien: türkisfarbenes Meer, weiße Felsen und ein Anblick, wie man ihn sonst nur aus der Karibik kennt.

(Foto: © Bastian Glumm)
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Capo Vaticano in Kalabrien gehört zu jenen Orten, die meine Überzeugung bestätigt haben: Die schönsten Plätze Italiens liegen oft abseits der bekanntesten Touristenrouten. Genau diesen Eindruck hat Kalabrien bei mir hinterlassen. Hier gibt es nicht die Hektik, die man beispielsweise in Kampanien oder an der Amalfiküste spürt. Die Region ist wirtschaftlich weniger entwickelt, doch vielleicht gerade deshalb hat sich hier etwas erhalten, das vielerorts längst verloren gegangen ist: eine nahezu unberührte Natur.

Vielleicht ist Kalabrien weniger wohlhabend als Norditalien oder Kampanien. Doch genau hier kann man Italien noch so erleben, wie es vor Jahrzehnten war: ohne Menschenmassen, ohne eine lückenlose Bebauung, mit wilder Natur, kristallklarem Meer und Landschaften, die den schönsten und teuersten Urlaubszielen des Landes in nichts nachstehen.

Ein Ausflug, der sich gelohnt hat

Einer der Orte, die mich besonders beeindruckt haben, ist Capo Vaticano. Von unserer Unterkunft aus waren es etwa 30 Minuten Fahrt, doch diese Strecke hat sich absolut gelohnt.

Wenn man auf der Aussichtsterrasse am Leuchtturm steht, eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf das Tyrrhenische Meer. Das Wasser ist so klar und schimmert in so intensiven Türkis- und Blautönen, dass man kaum glauben kann, noch in Europa zu sein. Hätte man mir die Fotos ohne Ortsangabe gezeigt, hätte ich durchaus denken können, sie seien irgendwo auf den Malediven entstanden.

Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen den weißen Felsen, der üppigen mediterranen Vegetation und den faszinierenden Farben des Meeres. Hier könnte man stundenlang stehen und einfach nur den Blick über den Horizont schweifen lassen.

Blick von Capo Vaticano auf die Costa degli Dei: die "Küste der Götter" zwischen Pizzo und Nicotera zählt zu den schönsten Küstenabschnitten Italiens.

Blick von Capo Vaticano auf die Costa degli Dei: die "Küste der Götter" zwischen Pizzo und Nicotera zählt zu den schönsten Küstenabschnitten Italiens.

(Foto: © Bastian Glumm)

Capo Vaticano und die Costa degli Dei

Capo Vaticano gehört zur berühmten Costa degli Dei, der "Küste der Götter". So wird ein rund 55 Kilometer langer Küstenabschnitt am Tyrrhenischen Meer zwischen Pizzo und Nicotera genannt. Zu dieser Küste gehören bekannte Orte wie Briatico, Zambrone, Tropea und Capo Vaticano. Einer Legende zufolge waren die Götter von der Schönheit dieser Landschaft so begeistert, dass sie diesen Küstenstreifen als ihren Aufenthaltsort auswählten. Eine andere Überlieferung bringt die Bezeichnung mit dem Meeresgott Poseidon in Verbindung, der von den spektakulären Ausblicken verzaubert gewesen sein soll. Wenn man heute auf den Aussichtspunkt von Capo Vaticano tritt und auf das türkisfarbene Meer sowie die Äolischen Inseln am Horizont blickt, kann man diese Legenden durchaus nachvollziehen.

Der Name und seine Geschichte

Interessant ist auch die Herkunft des Namens Capo Vaticano. Mit dem Vatikan in Rom hat er nichts zu tun. Die am weitesten verbreitete Theorie führt ihn auf das lateinische Wort vaticinium zurück, das "Prophezeiung" oder "Weissagung" bedeutet. Der Überlieferung nach befand sich auf dem Kap einst ein Orakel, das von Seefahrern aufgesucht wurde, bevor sie die gefährliche Meerenge zwischen Kalabrien und Sizilien passierten.

Türkisfarbenes Wasser, weiße Felsen und eine versteckte Bucht. Capo Vaticano gehört zu den schönsten Naturattraktionen Kalabriens.

Türkisfarbenes Wasser, weiße Felsen und eine versteckte Bucht. Capo Vaticano gehört zu den schönsten Naturattraktionen Kalabriens.

(Foto: © Bastian Glumm)

Die Geschichte dieses Ortes reicht bis in die Zeit der Magna Graecia zurück. Griechen, Römer, Byzantiner, Normannen und Araber haben hier ihre Spuren hinterlassen. Entlang der Küste sind noch heute historische Wachtürme zu sehen, die einst zum Schutz vor Piratenangriffen errichtet wurden.

Was Capo Vaticano heute zu bieten hat

Heute zählt Capo Vaticano zu den schönsten Naturattraktionen Kalabriens. Besonders beliebt sind der Aussichtspunkt am Leuchtturm, der Strand Grotticelle sowie Bootsausflüge entlang der zerklüfteten Küste.

Was mir besonders gefallen hat: Die Landschaft steht der Amalfiküste in ihrer Schönheit kaum nach. Gleichzeitig ist es hier deutlich ruhiger, weniger überlaufen und oft auch wesentlich günstiger. Genau deshalb war Capo Vaticano für mich eine der schönsten Entdeckungen während meiner Reise durch Kalabrien.

Wer seinen Urlaub in Tropea, Briatico oder Vibo Valentia verbringt, sollte sich unbedingt ein paar Stunden Zeit für einen Ausflug nach Capo Vaticano nehmen. Gut möglich, dass man hier eines der schönsten Meere ganz Kalabriens entdeckt.

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