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Diesel-Preisbremse in Italien bis 5. September verlängert

Redaktion
Am 26. August 2026 hat der italienische Ministerrat die Diesel-Preisbremse von 17 Cent pro Liter bis zum 5. September verlängert. Die Reduzierung gilt nur für Diesel, nicht für Benzin, und kostet den Staat rund 130 Millionen Euro. (Symbolbild)

Am 26. August 2026 hat der italienische Ministerrat die Diesel-Preisbremse von 17 Cent pro Liter bis zum 5. September verlängert. Die Reduzierung gilt nur für Diesel, nicht für Benzin, und kostet den Staat rund 130 Millionen Euro. (Symbolbild)

(Foto: © Engin_Akyurt - Pixabay)
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Nach dem historischen Rekord von 2,204 Euro pro Liter auf italienischen Autobahnen hat die Regierung Meloni im Ministerrat vom Mittwoch die Verlängerung der Diesel-Preisbremse beschlossen. Wie in unserem Bericht zum Rekordwert dokumentiert, lag der Durchschnittspreis in der Woche zuvor bereits über dem bisherigen Höchststand vom März 2022 und drohte ohne staatliches Eingreifen weiter zu steigen. Der Ministerrat hat die pauschale Reduzierung der Verbrauchsteuer um 17 Cent pro Liter Diesel bis zum 5. September 2026 verlängert. Was das für Reisende bedeutet, wie die politische Debatte weitergeht und was nach Anfang September passieren wird, im Überblick.

Die Entscheidung des Ministerrats

Die Sitzung des Consiglio dei Ministri am 26. August 2026 dauerte nach übereinstimmenden Berichten nur rund 15 Minuten. Wie die italienische Nachrichtenagentur Sky TG24 aus dem Kommuniqué des Palazzo Chigi zitiert, wurde die bereits geltende Reduzierung von 17 Cent pro Liter Diesel vom 27. August auf den 5. September 2026 verlängert, mit einem Gesamtaufwand von rund 130 Millionen Euro. Die Reduzierung gilt ausschließlich für Diesel und nicht für Benzin, obwohl auch der Benzinpreis auf der Autobahn mit 2,088 Euro pro Liter deutlich über dem historischen Durchschnitt liegt.

Die Finanzierung der Verlängerung erfolgt über einen technischen Mechanismus, der die Vorauszahlung der Steuern auf Dividenden der großen italienischen Energiekonzerne, insbesondere Eni, um rund 39 Prozent nach vorne verschiebt. Die betroffenen Konzerne erhalten dafür ein entsprechendes Steuerguthaben, das in den Folgemonaten verrechnet wird. Wie das Wirtschafts-Portal Quifinanza in seiner Analyse zur Regierungsentscheidung dokumentiert, handelt es sich um ein Instrument, das die Regierung bereits 2023 in der Auseinandersetzung um die tassa sugli extraprofitti der Banken eingesetzt hatte, ohne die Windfall-Tax formal einzuführen.

Der Streit in der Koalition

Die Verlängerung ist als misura tampone konzipiert, also als kurzfristige Notlösung ohne strukturelle Wirkung. Im Hintergrund läuft ein Konflikt innerhalb der Regierungskoalition um die Einführung einer Windfall-Tax auf Extragewinne der Banken und Energieunternehmen, die eine dauerhafte und substantiellere Reduzierung der Kraftstoffpreise ermöglichen würde. Wie die Tageszeitung Il Fatto Quotidiano aus der politischen Debatte berichtet, fordert die Lega unter Matteo Salvini die Einführung einer solchen Steuer, während Forza Italia unter Antonio Tajani sie strikt ablehnt und von „Steuern nach sowjetischem Vorbild" spricht.

Die Opposition kritisiert die Verlängerung deutlich. M5S-Vorsitzender Giuseppe Conte bezeichnete die Maßnahme als „sconticino" und „beffa", also als kleinen Rabatt und Verhöhnung der Verbraucher. PD-Sekretärin Elly Schlein warf der Regierung „scarso coraggio" vor, also mangelnden Mut, weil sie sich mehr Sorgen um die Kritik von Tajani als um die tägliche Belastung der Autofahrer mache. Die Verbraucherverbände Codacons und Unione Nazionale Consumatori sprechen von einer „mezza pezza per il gasolio e nulla cosmico per la benzina", also von einem halben Pflaster für Diesel und gar nichts für Benzin, und fordern eine strukturelle Reform der italienischen Kraftstoff-Besteuerung.

Was nach dem 5. September kommt

Für die Zeit nach dem 5. September hat die Regierung eine strukturelle Maßnahme angekündigt, die die pauschale Reduzierung durch gezielte Hilfen ersetzen soll. Wie mehrere Regierungsvertreter, darunter Vizepremier Matteo Salvini, in den Stunden nach der Entscheidung erklärt haben, sollen die neuen Maßnahmen „selettivi sulla base del reddito" sein, also nach Einkommensklassen gestaffelt. Konkrete Details fehlen bislang, aber es wird erwartet, dass Pendler, kleine Speditionen und einkommensschwache Familien im Zentrum der neuen Regelung stehen sollen.

Die Gesamtkosten der bisherigen Steuerreduzierungen belaufen sich nach Berechnungen mehrerer Wirtschafts-Analysten auf bislang rund zwei Milliarden Euro, mit vergleichsweise begrenzten Effekten auf den Endpreis an der Zapfsäule. Wie das italienische Nachrichten-Portal Il Post in seiner Analyse zur Kraftstoff-Politik der Regierung Meloni festhält, ist die pauschale Reduzierung politisch sensibel, weil sie mit einem historischen Wahlkampf-Versprechen der Ministerpräsidentin verbunden ist, die Verbrauchsteuern auf Kraftstoffe strukturell zu senken. Ob und wie diese Zusage bis zum 5. September in eine dauerhafte Regelung überführt wird, ist eine der zentralen politischen Fragen der kommenden Woche.

Was Reisende jetzt wissen sollten

Für Reisende, die in den nächsten Tagen mit dem Auto in Italien unterwegs sind, gilt bis zum 5. September der aktuelle Rabatt von 17 Cent pro Liter Diesel. Der durchschnittliche Preis auf der Autobahn liegt aktuell bei 2,204 Euro pro Liter Diesel und 2,088 Euro für Benzin. Wie die Tabelle der aktuellen Tankpreise in Italien zeigt, variiert der konkrete Preis je nach Region und Autobahn erheblich. Wer nach dem 5. September in Italien tanken möchte, sollte mit einer Preissteigerung von bis zu 17 Cent pro Liter rechnen, falls keine neue Regelung greift oder die neue Regelung Reisende ohne italienischen Wohnsitz nicht erfasst.

Für die Praxis bleiben die bewährten Empfehlungen aus dem Bericht zum Rekord bestehen. Reguläre Tankstellen im Umland sind mit einem typischen Preisabstand von 8 bis 15 Cent pro Liter deutlich günstiger als Autobahn-Raststätten, und bei einer längeren Fahrt lohnt sich die kurze Abfahrt von der Autobahn zu einer regulären Stadt-Tankstelle. Wer einen umfassenden Vergleich der Autokosten in Italien im Vergleich zu Deutschland sucht, findet in unserem Grundlagenartikel weiterführende Praxis-Hinweise zu Maut, Vignette, Umweltzonen und Kraftstoffpreisen.

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