Wenige Kilometer von der Küste bei Syrakus, mitten in einer Landschaft aus Zitronen- und Orangenhainen, liegt eine Anlage, die auf den ersten Blick nichts von einem Hotel verrät. Steinerne Mauern, eine langgestreckte Fassade mit rundbogigen Öffnungen, eine schlichte Kapelle im Innenhof, dazwischen Olivenbäume und weite Rasenflächen: Das Dolce by Wyndham Siracusa Monasteri ist ein Vier-Sterne-Resort, das in einem ehemaligen Benediktinerkloster aus dem 9. Jahrhundert untergebracht ist. Das Gebäude war römische Villa, wurde später zum Kloster und ging zuletzt als sizilianische Masseria in Privatbesitz über, bevor es zum Hotel umgebaut wurde. Das Ergebnis ist eine Kombination aus historischer Substanz und moderner Ausstattung, wie sie in Sizilien nur an wenigen Adressen zu finden ist.
Die Geschichte des Klosters: Von der römischen Villa zur Masseria
Die ältesten Teile der Anlage reichen bis in die römische Kaiserzeit zurück, als hier eine Villa Rustica in Betrieb war, mit Landwirtschaft und Verwaltung eines größeren Territoriums an der Ostküste Siziliens. Im 9. Jahrhundert übernahmen Benediktinermönche das Gelände und errichteten das eigentliche Kloster, das der Anlage bis heute den Namen gibt. Wie Siracusa News zur historischen Substanz festhält, verbanden die Mönche in dieser Phase die Landwirtschaft mit Wein- und Olivenanbau, ein Muster, das bis in die Gegenwart im Umland weiterlebt. Der Klosterbetrieb dauerte mehrere Jahrhunderte, unterbrochen von den historischen Verschiebungen im sizilianischen Feudalsystem.
Nach der Säkularisierung im 19. Jahrhundert ging das Gelände in Privatbesitz über und wurde als sizilianische Masseria geführt, also als landwirtschaftliches Gut mit Verwaltungsgebäude, Ställen und Vorratsräumen. In dieser Zeit prägten die Zitrus-Kulturen den Grundriss der heute noch sichtbaren Parkanlage. Die Rückkehr zur Nutzung als öffentlich zugängliche Anlage erfolgte in mehreren Etappen ab den 2000er Jahren, mit Restaurierungen der ursprünglichen Bausubstanz und ergänzenden Neubauten für Zimmer, Spa und Nebenräume. Die Restaurierung ist so ausgelegt, dass die Grundstruktur des Klosters, insbesondere die Anordnung der Innenhöfe und die dicken Steinmauern, erkennbar bleibt.

Die Lobby des Hotels liegt im historischen Kern der Klosteranlage, mit hohen Gewölbebögen aus Naturstein und weiß gekalkten Deckenbalken. Die Keramik-Vasen verweisen auf die sizilianische Handwerkstradition, die dem Restaurant Le Ceramiche seinen Namen gibt.
Zimmer, Suiten und Räume: Was das Resort heute bietet
Aktuell verfügt das Resort über 102 Einheiten, darunter 83 Zimmer, 14 Junior-Suiten und fünf King-Suiten. Die Zimmer sind auf mehrere ehemalige Klosterflügel und einen Neubau-Bereich verteilt, mit Blick auf den Park, den Innenhof oder die Zitronenhaine. Die Ausstattung folgt einem klassischen Vier-Sterne-Standard mit heller Materialauswahl, sichtbaren Natursteinelementen in den Bade-Bereichen und maßgeschneiderten Möbeln, die dem historischen Rahmen angepasst sind.
Das Spa trägt den Namen der historischen Anlage und ist einer der Kernbereiche des Resorts. Die Innen- und Außenpools, ein türkisches Bad, Sauna, Whirlpool und Behandlungsräume sind in einem Trakt untergebracht, der auf die Materialsprache des Hauptgebäudes abgestimmt ist. Neben klassischen Spa-Anwendungen bietet das Haus geführte Behandlungen mit lokalen Zutaten wie Olivenöl, Zitrus-Essenzen und Meersalz. Für Gäste, die Bewegung suchen, gibt es ein Fitness-Studio und Wanderrouten durch den umliegenden Park, der über 90 Hektar mit alten Steinmauern, kleinen Aussichtspunkten und einem Wegenetz durchzogen ist.
Restaurant Le Ceramiche: Sizilianische Küche mit internationalen Referenzen
Das Restaurant des Hauses trägt den Namen Le Ceramiche und ist im historischen Kern der Anlage untergebracht, in einem Saal mit hohen Gewölben und Steinwänden. Küchenchef ist der sizilianische Koch Mirko Previtera, der in mehreren international renommierten Küchen ausgebildet wurde, unter anderem bei The Fat Duck von Heston Blumenthal in Bray, Vereinigtes Königreich. Für Le Ceramiche hat Previtera eine Karte konzipiert, die klassische sizilianische Zutaten wie Bottarga, Ricotta salata und Zitronen aus dem hauseigenen Park mit moderneren Techniken kombiniert.
Le Ceramiche ist neben dem Hotelbetrieb auch als eigenständiges Restaurant zugänglich, wobei eine Reservierung für Gäste von außerhalb empfohlen wird. Für Frühstück, Zwischenmahlzeit und Aperitivo stehen weitere Bereiche zur Verfügung, unter anderem eine Terrasse mit Blick auf den Park und die Golfanlage. In der Bar des Hauses wird auch der klassische sizilianische Aperitivo mit Spritz und lokalen Weinen serviert, für Gäste, die den Abend im Haus verbringen. Die Küche legt Wert auf Zutaten aus der Umgebung von Syrakus, was auch in der Weinkarte sichtbar wird, die mehrere Weingüter aus dem Val di Noto und dem Ätna-Gebiet vertritt.

Der U-förmige Neubau-Trakt des Hotels mit Pool und Innenhof grenzt an die alten Zitrus-Anbauflächen und den 18-Loch-Golfplatz. Am Horizont ist das Landesinnere der Provinz Syrakus zu erkennen.
Der Golfplatz: 18 Loch – aktuell in Renovierung
Zum Resort gehört ein 18-Loch-Golfplatz mit PAR 71, der sich über die 90 Hektar der Parkanlage erstreckt, teils zwischen Zitronen- und Orangenhainen, teils entlang alter Steinmauern. Der Platz gilt als einer der landschaftlich reizvollsten Sizilien-Golfplätze, mit Blick auf das Landesinnere und, an klaren Tagen, bis zum Meer. Aktuell ist der Platz allerdings nicht in Betrieb: Nach Angaben des Betreibers auf der offiziellen Hotel-Website bleibt der Golf Club I Monasteri bis November 2026 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Wer eine Golf-Reise nach Sizilien plant und diesen Platz einbeziehen möchte, sollte den Aufenthalt entsprechend nach November 2026 legen oder auf andere Golfanlagen der Region ausweichen.
Gruppo Bulgarella, Wyndham und die italienische Expansion
Die Eigentümerin der Anlage ist die sizilianische Gruppo Bulgarella, eine der aktivsten Hotel-Entwickler-Gruppen des italienischen Südens. Der Betrieb erfolgt seit Juni 2025 in Kooperation mit Wyndham Hotels & Resorts unter der Marke Dolce, dem gehobenen Segment des Wyndham-Portfolios. Es ist das zweite Dolce-Haus in Italien und Teil eines Rahmenvertrags zwischen Wyndham und All In Italia Hotels & Resorts, der die Eröffnung von 20 Häusern in Italien in den kommenden zehn Jahren vorsieht.
Für Gäste hat das mehrere praktische Konsequenzen. Das Haus ist über das Wyndham-Buchungssystem und das Wyndham-Rewards-Programm zugänglich, mit den entsprechenden Punkte-Sammel- und Einlöse-Möglichkeiten. Gleichzeitig hat die Gruppo Bulgarella die kulinarische Ausrichtung, die architektonische Sprache und die Personalführung deutlich lokal geprägt, was sich in der Küche, im Service-Ton und in der Auswahl der lokalen Anbieter zeigt. Die Kombination aus internationaler Marke und lokaler Führung macht das Haus zu einer der interessantesten Adressen im aktuellen sizilianischen Hotel-Markt, vergleichbar mit anderen Häusern der italienischen Hotel-Boutique-Landschaft wie dem Borgo Monchiero im Piemont.

Ein Zimmer im Dolce by Wyndham Siracusa Monasteri mit den charakteristischen weißen Deckenbalken und heller Materialauswahl. Die Anlage verfügt insgesamt über 102 Zimmer, darunter 14 Junior-Suiten und fünf King-Suiten. Auf dem Schreibtisch: eine sizilianische Testa di Moro als traditionelles Keramik-Element.
Umgebung: Syrakus, Ortigia und die Barock-Städte des Val di Noto
Die Lage des Resorts ist einer seiner zentralen Vorzüge. Syrakus liegt wenige Kilometer entfernt und gehört mit seiner Altstadt Ortigia zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Insel-Altstadt mit dem Dom, der Piazza Duomo und dem Hafen ist einer der besuchenswertesten Stadtkerne Süditaliens und in weniger als 20 Minuten mit dem Auto oder Taxi erreichbar. Neben Syrakus liegen mehrere der barocken Städte des Val di Noto in Tagesausflugs-Distanz, darunter Noto, Modica und Ragusa Ibla mit ihren dichten Sandstein-Zentren und der besonderen barocken Architektur nach dem Erdbeben von 1693. Die gesamte Region gehört zu den Sizilien-Adressen, die in unserem Beitrag zum langsamen Reisen zwischen Kultur und Natur im Detail beschrieben werden.
Für Naturreisende sind die Höhlen von Pantalica und das Naturschutzgebiet Vendicari in weniger als einer Autostunde erreichbar. Die Küste bei Fontane Bianche und die Bucht von Marzamemi bieten Bade-Möglichkeiten in klassischer sizilianischer Kulisse. Wer den Ätna sehen möchte, fährt in rund 90 Autominuten nach Catania und weiter in die Höhenlagen des Vulkans. Damit funktioniert das Resort sowohl als Ort für einen ruhigen Rückzug im Park und Spa als auch als Ausgangspunkt für eine strukturierte Reise durch die südöstliche Ecke Siziliens. Die Kombination aus historischer Anlage, ruhiger Lage und Nähe zu einem der reichsten Kulturräume Italiens macht das Dolce by Wyndham Siracusa Monasteri zu einer Adresse, die für mehrere Reise-Konzepte gleichzeitig funktioniert.




