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Vierte Hitzewelle in Italien: Bis 41 Grad am Wochenende

Vierte Hitzewelle in Italien: Am kommenden Wochenende werden in Florenz und Terni Spitzenwerte von 41 Grad erwartet, in weiten Teilen der Poebene 40 Grad. Wer die tagsüber schwül-tropische afa in italienischen Städten erlebt, sucht wie hier in einem Innenhof den Schatten und den kühlenden Luftzug eines Fächers.

Vierte Hitzewelle in Italien: Am kommenden Wochenende werden in Florenz und Terni Spitzenwerte von 41 Grad erwartet, in weiten Teilen der Poebene 40 Grad. Wer die tagsüber schwül-tropische afa in italienischen Städten erlebt, sucht wie hier in einem Innenhof den Schatten und den kühlenden Luftzug eines Fächers.

(Foto: © Bastian Glumm)
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Italien steht seit Mittwoch, 29. Juli 2026, unter dem Einfluss der vierten Hitzewelle des Sommers. Nach übereinstimmenden Prognosen der italienischen Meteorologen wird sie die intensivste und wahrscheinlich längste der Saison, mit einer Steigerung von rund einem Grad pro Tag bis zum Höhepunkt am kommenden Wochenende. Der subtropische Anticyclon aus Nordafrika hat den gesamten Mittelmeerraum erreicht und beschert Italien Spitzenwerte von bis zu 41 Grad, insbesondere in Florenz und Terni. Nach den Bulletins des italienischen Gesundheitsministeriums stehen am heutigen Donnerstag 16 Städte im orangefarbenen und drei Städte im roten Warn-Modus, mit steigender Tendenz zum Wochenende hin. Die neue Phase folgt direkt auf die dritte Hitzewelle des Sommers 2026, die Mitte Juli bereits 45 Grad in Süditalien gebracht hatte, und setzt einen klimatischen Trend fort, der Klimawissenschaftler seit Jahren als neue Normalität für den Mittelmeerraum bezeichnen.

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Die konkreten Städte-Werte am Wochenende

Der Höhepunkt der Hitzewelle wird für Sonntag, 2. August 2026, erwartet. Nach den Prognosen von 3bmeteo, die Il Mattino zitiert, werden in Florenz und Terni Spitzenwerte von 41 Grad erreicht, in Alessandria, Asti, Benevento, Cremona, Ferrara, Lodi, Mantova, Modena, Parma, Piacenza, Prato und Reggio Emilia Werte von 40 Grad. Die extremen Temperaturen betreffen damit das gesamte Zentrum und den Norden Italiens, insbesondere die Poebene und die inneren Zonen der Toskana, Umbriens und Emilia-Romagnas. Kampanien und die Innenregionen Apuliens erreichen 36 bis 38 Grad, die Innenzonen Sardiniens bis zu 41 Grad. Wie Meteo.it detailliert für das Wochenende prognostiziert, bleibt der Süden mit deutlich höheren Luftfeuchtigkeitswerten belastet, was das subjektive Hitzeempfinden zusätzlich verstärkt.

Die Werte liegen sieben bis acht Grad über den klimatischen Durchschnittswerten für die entsprechenden Regionen. Die Nulltemperatur-Grenze steigt in den Alpen auf 4.600 bis 4.800 Meter, was auch die Hochgebirgs-Regionen der Dolomiten und der Westalpen ungewöhnlich hoch aufheizt. Besonders belastend sind die tropischen Nächte, in denen die Tiefstwerte in Mailand nicht unter 27 bis 28 Grad, in Bologna und Rom bei 26 bis 27 Grad liegen werden. Für viele Menschen ohne Klimaanlage bedeutet das eine mehrtägige Schlafqualität nahe null. Der Anticyclon dominiert nach Auswertung von Open die Wetterlage über ganz Europa und lässt weder Front-Durchgänge noch nachhaltige Abkühlungs-Fenster zu.

Die Bollini-Warnstufen des Gesundheitsministeriums

Das italienische Gesundheitsministerium veröffentlicht in den Sommermonaten täglich Warnstufen für 27 italienische Städte, die sogenannten Bollini. Am heutigen Donnerstag, 30. Juli 2026, stehen 16 Städte im orangefarbenen und drei Städte im roten Warn-Modus. Die drei roten Städte sind Campobasso, Perugia und Rieti, alle in Innenlage und mit besonders hoher Hitzebelastung. Bereits am Mittwoch waren zehn Städte orange und drei rot, die Tendenz ist eindeutig steigend. Wie die Voce Libera aus dem Ministerio-della-Salute-Bulletin auswertet, könnte am Wochenende die Zahl der roten Städte auf sieben oder acht steigen.

Die Warnstufen des Ministeriums haben konkrete gesundheitliche Bedeutung. Der orangefarbene Bollini kennzeichnet ein Risiko-Niveau 2, das für ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke bereits als gesundheitlich problematisch gilt. Der rote Bollini kennzeichnet ein Risiko-Niveau 3, das die gesamte Bevölkerung betrifft. Wer sich in einer dieser Städte aufhält, sollte die Empfehlungen zur Vermeidung körperlicher Anstrengung in den Kernstunden zwischen 11 und 18 Uhr, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und kühler Innenräume beachten. Besonders belastend ist die schwül-tropische Feuchthitze der Poebene, im Italienischen afa genannt, weil die hohe Luftfeuchtigkeit im Norden die tatsächliche Hitzebelastung über die reinen Thermometer-Werte hinaus verstärkt und Nächte wie Tage kaum eine physische Erholung erlauben.

Waldbrand-Gefahr steigt: EFFIS-Warnung ab 31. Juli

Die direkte Folge der Hitzewelle ist die weiter steigende Waldbrand-Gefahr. Die europäische Copernicus-Zivilschutz-Warnung EFFIS hat für den Zeitraum ab dem 31. Juli eine deutlich erhöhte Brandgefahr für Süditalien ausgesprochen, mit Ausweitung auf die Regionen Mittelitaliens ab Anfang August. Bereits die dritte Hitzewelle hat zu einer der schwersten Waldbrand-Serien der vergangenen Jahre geführt, mit betroffenen Regionen von Sardinien über den Piemont bis nach Kalabrien und Sizilien. Besonders angespannt ist die Situation auf Sizilien, wo allein 16.834 Hektar in einer einzigen Woche verbrannten, unter anderem in den Provinzen Palermo und Agrigent.

Die Zivilschutzbehörde SOUP von Apulien hat zwischen dem 15. Juni und dem 23. Juli 1.465 Brände dokumentiert, mit besonderem Schwerpunkt auf der Halbinsel Gargano. Am Wochenende vom 26. Juli mussten in Peschici und Vieste rund 300 Touristen per Boot vom Wasser aus evakuiert werden. Für die vierte Hitzewelle, die den Trockenzustand der Vegetation weiter verschärft, rechnen die Zivilschutzbehörden mit einer Fortsetzung dieser Serie. Nach Angaben der Adnkronos wurden bereits am Mittwoch, dem ersten Tag der vierten Hitzewelle, mehrere neue Brandherde in Kalabrien und Sardinien gemeldet.

Vierte Hitzewelle in Italien: Verdorrte Vegetation und ausgetrocknete Straßenränder wie hier in Kalabrien zeigen die klimatische Realität des Sommers 2026. In Süditalien warnt die EU-Zivilschutzbehörde EFFIS ab 31. Juli vor deutlich erhöhter Waldbrand-Gefahr, während die kommenden Tage im Süden Werte um 38 Grad und im Norden bis 41 Grad bringen.

Vierte Hitzewelle in Italien: Verdorrte Vegetation und ausgetrocknete Straßenränder wie hier in Kalabrien zeigen die klimatische Realität des Sommers 2026. In Süditalien warnt die EU-Zivilschutzbehörde EFFIS ab 31. Juli vor deutlich erhöhter Waldbrand-Gefahr, während die kommenden Tage im Süden Werte um 38 Grad und im Norden bis 41 Grad bringen.

(Foto: © Bastian Glumm)

Wasserstand, Landwirtschaft und Weinlese-Rekord

Auch die Wasserversorgung steht unter Druck. Der Wasserstand des Gardasees ist nach mehreren Wochen hoher Temperaturen niedrig, mit spürbaren Auswirkungen auf Landwirtschaft, Fischbestand und Binnenschifffahrt. Auch der Comer See und der Iseosee zeigen deutlich reduzierte Wasserstände. Im Poebecken-System haben mehrere Regionen die Wasserentnahme eingeschränkt und Prioritäten für Trinkwasser über Bewässerung gesetzt. Die Landwirtschaft leidet besonders unter der Kombination aus Hitze und Dürre. Am dramatischsten sind die Auswirkungen auf die traditionelle Parmigiano-Reggiano-Produktion in der Emilia-Romagna, wo die Milchleistung der Kühe im Hochsommer regelmäßig um zehn bis fünfzehn Prozent zurückgeht.

Ein weiteres Klima-Signal ist die historisch frühe Weinlese. Nach Berichten von L'Espresso begann die Weinlese in Oltrepò Pavese bereits im Juli, was für die Sangiovese- und Barbera-Weine der Region einen historischen Rekord darstellt. Ähnliche Vorverlegungen der Weinlese werden aus der Toskana, dem Piemont und Sizilien gemeldet, wo klassische Ernte-Termine im September inzwischen um zwei bis drei Wochen nach vorn gewandert sind. Klimawissenschaftler ordnen diese Entwicklung als eindeutiges Signal der Verschiebung der Vegetationsperiode ein, wie sie für den Mittelmeer-Raum seit Jahren prognostiziert wird.

Klimatische Einordnung und Ferragosto-Prognose

Für die Meteorologen ist die vierte Hitzewelle Teil eines übergeordneten Musters. Wie Lorenzo Tedici, meteorologischer Verantwortlicher von iLMeteo.it, gegenüber der Adnkronos einordnet, sind die aktuellen Temperaturen stark vom Klimawandel beeinflusst. Der subtropische Anticyclon, der das Wettergeschehen dominiert, dringt nach Norden weiter vor als in den vergangenen Jahrzehnten und verweilt länger über Europa. Nach den Berechnungen des Copernicus-Klimadienstes erwärmt sich Europa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, und der Mittelmeerraum gehört zu den besonders stark betroffenen Zonen weltweit. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die aktuellen Werte in den kommenden Sommern zur neuen Normalität werden.

Die Prognose für das Ende der Hitzewelle bleibt unsicher. Ursprünglich hatten die Meteorologen ein Ende für den 9. August vorhergesagt, inzwischen wurde die Prognose auf den 12. bis 13. August verschoben. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass die Hitzewelle bis Ferragosto am 15. August anhält oder sogar darüber hinaus. Nach Aussage von Manuel Mazzoleni von 3bmeteo wird die vierte Hitzewelle „die intensivste des Sommers 2026" und markiert einen Wendepunkt in der klimatischen Bewertung des Sommers. Für die Reise- und Aufenthaltsplanung bedeutet das, dass die extremen Bedingungen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mindestens zehn Tage bestehen bleiben.

Was das für Reisende bedeutet

Die vierte Hitzewelle fällt in eine Zeit hoher Reiseauslastung. Italien ist im Sommer 2026 mit einer OTA-Belegung von 51,2 Prozent das gefragteste Reiseland Europas, die klassischen Städtereiseziele Rom, Florenz, Mailand und Bologna sind entsprechend voll. Wer in den kommenden zehn Tagen eine dieser Städte besucht, sollte die Besichtigungsplanung anpassen. In Florenz mit erwarteten 41 Grad am Wochenende sind klassische Freiluft-Besichtigungen in den Nachmittagsstunden praktisch unmöglich. Die Uffizien und andere klimatisierte Museen werden entsprechend hohen Andrang verzeichnen.

Für die Bergregionen gilt die Empfehlung, die veränderten Bedingungen im Hochgebirge zu beachten, mit hoher Nulltemperatur-Grenze, veränderten Wetter-Fenstern und erhöhtem Risiko von nachmittäglichen Gewittern insbesondere in den Alpen und den Dolomiten. Der Aufenthalt am Meer ist bei Wassertemperaturen von rund 27 bis 28 Grad an der Adria und 26 bis 28 Grad am Tyrrhenischen Meer eine sinnvolle Alternative zur Innenstadt-Besichtigung. Auch Alarm- und Warnhinweise sollten regelmäßig geprüft werden, das italienische Warnsystem Allerta Meteo ist neben den Bollini das zentrale Instrument, mit dem die Regionen und Kommunen die Bevölkerung über Wetterrisiken informieren.

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