
Italien gilt für viele als Sehnsuchtsland mit Sonne, Meer und milden Temperaturen. Doch eine aktuelle Auswertung des Wirtschaftsmediums Il Sole 24 Ore zeigt, dass das Klima innerhalb des Landes sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Untersucht wurde dabei allerdings nicht die allgemeine Lebensqualität, sondern ausschließlich der klimatische Alltag in den italienischen Provinzen.
Studie bewertet das Klima in 107 Provinzen
Grundlage ist der „Indice del Clima“, den Il Sole 24 Ore gemeinsam mit dem Wetterdienst 3B Meteo veröffentlicht. Analysiert wurden 107 italienische Provinzen anhand verschiedener meteorologischer Parameter. In die Bewertung flossen unter anderem tropische Nächte, Hitzespitzen, Niederschläge, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonnenscheindauer ein.
Die Studie will damit nicht einfach das schönste Urlaubswetter küren. Vielmehr geht es um die Frage, wo klimatische Bedingungen im Alltag als besonders angenehm gelten und wo Wetterextreme die Lebensqualität eher belasten.
Kein allgemeines Lebensqualitätsranking
Wichtig ist dabei die Einordnung: Der „Indice del Clima“ ist kein umfassendes Ranking zur Lebensqualität in Italien. Aspekte wie Arbeit, Einkommen, Sicherheit, Infrastruktur oder Kultur spielen hier keine Rolle. Untersucht wird ausschließlich das Klima.
Damit unterscheidet sich die Auswertung deutlich von der großen Jahresstudie zur Lebensqualität, die Il Sole 24 Ore ebenfalls regelmäßig veröffentlicht. Der Klimaindex ist also ein spezieller Teilaspekt und kein Gesamturteil darüber, wo man in Italien am besten lebt.
Adriatische Provinzen vorn, Sud Sardegna am Ende
An der Spitze des aktuellen Rankings stehen mehrere Provinzen an der Adriaküste, darunter Bari, Barletta-Andria-Trani und Pescara. Sie profitieren laut Auswertung von vergleichsweise ausgewogenen klimatischen Bedingungen.
Am unteren Ende landet dagegen Sud Sardegna. Damit ist die Provinz Schlusslicht im nationalen Vergleich. Zugleich zeigt die Studie, dass selbst innerhalb Sardiniens deutliche Unterschiede bestehen. Andere sardische Gebiete wie Cagliari, Nuoro, Sassari und Oristano schneiden deutlich besser ab.

Rom im Mittelfeld, Süditalien mit guten Platzierungen
Ein Blick auf größere Städte zeigt, dass viele Metropolen im Mittelfeld der Rangliste liegen. Die Hauptstadt Rom erreicht im Klimaindex eine Platzierung im mittleren Bereich und liegt damit deutlich hinter einigen Städten an der Adriaküste. Auch norditalienische Städte wie Mailand, Turin oder Bologna schneiden im Vergleich eher schwächer ab, was unter anderem mit häufigeren Wetterextremen und einer höheren Luftfeuchtigkeit zusammenhängt.
Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die klimatischen Unterschiede innerhalb Italiens. Während einige Regionen im Süden – etwa an der Adriaküste oder in Teilen Kalabriens – von vielen Sonnentagen und relativ stabilen Wetterbedingungen profitieren, wirken sich im Norden häufiger Nebel, starke Niederschläge oder Temperaturschwankungen auf die Bewertung aus. Der Klimaindex zeigt damit, wie unterschiedlich die klimatischen Rahmenbedingungen innerhalb des Landes sein können.




































