Acht Monate nach seiner Eröffnung im Oktober 2025 hat der WaltherPark in Bozen eine bedeutende internationale Auszeichnung erhalten. Der deutsche Good Mobility Council hat das Quartier mit dem Gold-Zertifikat Certified Good Mobility ausgezeichnet, dem höchsten Gütesiegel der Organisation für nachhaltige Mobilitätskonzepte in der Immobilienentwicklung. Es ist die erste Auszeichnung dieser Art außerhalb Deutschlands und gleichzeitig das erste international zertifizierte Gebäude des Councils.
Das vom britischen Stararchitekten David Chipperfield entworfene Quartier liegt direkt am Bozner Hauptbahnhof und umfasst eine Einkaufsmeile mit über 80 Geschäften, das Falkensteiner Hotel Bozen WaltherPark, Büroflächen, 110 Wohnungen und einen Kindergarten. Im Erdgeschoss findet sich auch der erste Esselunga-Supermarkt Südtirols und der Mercato Centrale mit 23 Gastronomieständen.
Ein autofreier Stadtplatz statt Buszufahrt
Im Zentrum der Auszeichnung steht die radikale Neuordnung des Verkehrs rund um den Bozner Hauptbahnhof. Wo früher Busse und Autos in einer chaotischen Zufahrt zusammenkamen, entstand mit dem WaltherPark ein autofreier Stadtplatz, der den Bahnhof erstmals fußläufig mit dem Waltherplatz, dem zentralen Platz Bozens, verbindet. Ein privat finanzierter Tunnel zieht Auto- und Lieferverkehr unter die Erde und entlastet damit die historische Innenstadt spürbar.
Die Bilanz dieser Eingriffe ist beeindruckend. Rund 44 Prozent der Wege zum WaltherPark werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, der Radverkehr ist die zweite tragende Säule, während der Anteil des motorisierten Individualverkehrs bei nur rund 20 Prozent liegt. Für eine Stadt von der Größe und Lage Bozens sind das bemerkenswerte Werte.
Bedeutung für Bozen und Reisende
Wer Bozen in Südtirol besucht, profitiert direkt von der neuen Stadtstruktur. Die Bahnhofsallee wurde zur Fußgängerzone, der Stadtpark wieder erlebbarer und der Weg vom Bahnhof ins Zentrum verläuft heute ohne Querung stark befahrener Straßen. Auch der Anschluss an das überregionale Radwegenetz, das nahezu ebenerdig bis nach Verona reicht, wurde durch das Projekt geschlossen.
Für Italien-Reisende, die Bozen als Tor zum Süden oder als Ausgangspunkt für die Dolomiten nutzen, ist der WaltherPark damit weit mehr als ein Einkaufszentrum geworden. Das Quartier ist heute das erste, was Besucher vom Bahnhof aus sehen, und gleichzeitig die Verbindung zur historischen Altstadt mit ihren Lauben und Plätzen.





