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Novembre Nero: Alle Streiks in Italien im November 2026

Redaktion
EAV-Zug Richtung Montesanto in Neapel: Der kampanische Verkehrsbetreiber zählt zu den zwölf Regionalbetrieben, die am 21. November im Novembre Nero streiken.

EAV-Zug Richtung Montesanto in Neapel: Der kampanische Verkehrsbetreiber zählt zu den zwölf Regionalbetrieben, die am 21. November im Novembre Nero streiken.

(Foto: © Bastian Glumm)
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Nach den Streiks ist vor den Streiks. Italien erwartet auch im November 2026 eine neue Streikwelle, die italienische Medien unter dem Begriff Novembre Nero (schwarzer November) zusammenfassen. Höhepunkt ist der von der Gewerkschaft CGIL ausgerufene Generalstreik am Freitag, 20. November, der nach Angaben von Il Giornale öffentliche und private Sektoren einschließlich beauftragter Dienstleister umfasst. Parallel laufen Streiks bei Bahn, Flughäfen und Nahverkehr, mehrere davon in Mailand, Neapel, Bari und Venedig. Nach dem Oktober-Streikmonat mit zwei nationalen Generalstreiks, zuletzt dem USI-CIT-Generalstreik am 30. Oktober, folgt damit die nächste große Streikphase.

20. November: CGIL-Generalstreik mit Landini als Treiber

Den Generalstreik am Freitag, 20. November, hat Maurizio Landini, Vorsitzender der CGIL, nach Angaben von Soldionline am 17. Oktober 2026 auf der Kundgebung „La Via Maestra" in Rom angekündigt. Die Teilnehmerzahl der Kundgebung schätzte Landini laut Soldionline auf mehr als 100.000. Der Streik umfasst nach Trend-online-Angaben öffentliche und private Sektoren einschließlich Autotransport und Logistik und dauert 24 Stunden. Als Begründung nennt Trend-online die Inflation und den Kaufkraftverlust der Familien, steigende Energiekosten, die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Regierung, die Militärausgaben, die Finanzierung von Gesundheitswesen und Bildung, die Rentenpolitik sowie die Steuerbelastung. Landini forderte laut Soldionline Antworten der Regierung mit Blick auf die anstehende Haushaltsvorlage.

Bahnstreiks: Italo am 9. November, nationaler Bahnstreik 20./21.

Beim Bahnpersonal von Italo gilt ein achtstündiger Streik am Montag, 9. November, von 9.01 bis 16.59 Uhr; aufgerufen haben nach Angaben von Quotidiano Motori FILT-CGIL, FIT-CISL, UGL Ferrovieri, FAST-Confsal und ORSA Trasporti, betroffen ist ganz Italien. In der Nacht vom 10. auf den 11. November streikt FILT-CGIL beim Güterverkehr der SBB Cargo Italia von 21.00 bis 4.59 Uhr landesweit. Flankierend zum CGIL-Generalstreik ruft CUB Trasporti gemeinsam mit SGB Ferrovie zu einem 23-stündigen Bahn- und Güterbahnstreik auf: von Freitag, 20. November, 21 Uhr, bis Samstag, 21. November, 20 Uhr. Fahrgäste sollten dann auf die Garantiezeiten im Regionalverkehr achten, die werktags zwischen 6 und 9 Uhr sowie 18 und 21 Uhr gelten, und die Listen garantierter Verbindungen auf den Websites der italienischen Bahnbetreiber prüfen.

Flughäfen und Fluggesellschaften: 6. bis 22. November

Am Freitag, 6. November, laufen nach Quotidiano-Motori-Angaben zwei Streiks parallel: Das ENAV-Personal am Flughafen Bari streikt zwischen 13 und 17 Uhr, das Kabinen- und Cockpitpersonal von easyJet 24 Stunden landesweit; Flüge ab und nach Bari sind zwischen 13 und 16.59 Uhr nicht gesichert. Am Samstag, 21. November, folgt ein vierstündiger ENAV-Streik national zwischen 13 und 17 Uhr. Am Sonntag, 22. November, legt FAST-CONFSAL-AV das ENAV-Personal am Flughafen Mailand-Malpensa 24 Stunden still, Flüge nach und von Bari bleiben nach Quotidiano-Motori-Angaben allerdings garantiert. Am selben Tag streikt am Flughafen Venedig Marco Polo das Sicherheitspersonal von Sicuritalia IVRI (FISASCAT-CISL) 24 Stunden. Als Schutzfenster für Fluggäste gelten nach Quotidiano-Motori-Angaben die von der ENAC vorgegebenen Zeiten zwischen 7 und 10 Uhr sowie zwischen 18 und 21 Uhr.

Nahverkehr: Mailand, Neapel, Bari, Venedig

In Mailand streikt am Freitag, 13. November, nach Quotidiano-Motori-Angaben der ATM-Konzern 24 Stunden lang in verschiedenen Formen; aufgerufen hat AL-COBAS mit Unterstützung von CONFIAL Trasporti, Metro, Bus und Tram sind betroffen. Am gleichen Tag legen SGB und FAST Mobilità den Busbetrieb von ATVO in Venedig 24 Stunden still. Einen Tag später, am Samstag, 14. November, streikt in Bari das Nahverkehrsunternehmen AMTAB ganztägig, aufgerufen von FILT-CGIL, FIT-CISL, UILT-UIL und UGL Autoferrotranvieri. Am Montag, 16. November, legt in Neapel die ANM den öffentlichen Nahverkehr zwischen 11 und 15 Uhr still; beteiligt sind FILT-CGIL, FIT-CISL, UILT-UIL, UGL-FNA und FAISA-CISAL.

Regionaler Nahverkehr am 21. November

Am Samstag, 21. November, laufen nach Trend-online zwölf regionale Nahverkehrsstreiks parallel. Betroffen sind GTT in Turin, EAV in Kampanien, Ferrovie del Sud Est in Apulien, Trentino Trasporti im Trentino und Ferrovie della Calabria in Kalabrien sowie weitere regionale Betriebe. Einzelne Verkehrsunternehmen können abweichende Mindestdienstpläne für den Samstag veröffentlichen. Fahrgäste in diesen Regionen sollten vor der Abfahrt die Mitteilungen der jeweiligen Betriebe prüfen; da der 21. November direkt nach dem landesweiten CGIL-Generalstreik vom Vortag liegt, können sich Verzögerungen und zusätzliche Einschränkungen ergeben.

Ausblick: Nächster Generalstreik am 4. Dezember

Mit dem Monatsende ist die Streikwelle nicht abgeschlossen. Am Donnerstag, 4. Dezember, folgt nach Quotidiano-Motori-Angaben ein weiterer Generalstreik der Basisgewerkschaften CUB, Unicobas und Sindacalismo di Base. Die Bahn steht dabei vom 3. Dezember 21 Uhr bis zum 4. Dezember 21 Uhr still, die Autobahn-Beschäftigten streiken vom 3. Dezember 22 Uhr bis zum 4. Dezember 22 Uhr. Für den Flugverkehr liegen zum Stichtag Ende Oktober noch keine Angaben vor. Damit setzt sich der Streikherbst nach der Oktober-Welle mit zwei nationalen Generalstreiks und zwölf Transportstreiks sowie der vorangegangenen September-Welle mit landesweiten Bahnausfällen fort.

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