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Hitzewarnstufe Rot in Italien: 16 Städte erreichen die höchste Alarmstufe

Redaktion
Mittagshitze in einer kalabrischen Ortsdurchfahrt: Während der heißesten Stunden zwischen 11 und 18 Uhr leeren sich die Straßen Italiens fast vollständig, eine Reaktion auf die aktuelle Hitzewarnstufe Rot.

Mittagshitze in einer kalabrischen Ortsdurchfahrt: Während der heißesten Stunden zwischen 11 und 18 Uhr leeren sich die Straßen Italiens fast vollständig, eine Reaktion auf die aktuelle Hitzewarnstufe Rot.

(Foto: © Bastian Glumm)
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Italien hat die Hitzewarnstufe Rot ausgerufen. Das italienische Gesundheitsministerium hat aktuell 16 Großstädte des Landes auf die höchste Alarmstufe gesetzt, darunter Rom, Mailand, Bologna, Florenz, Turin und Venedig. Spitzentemperaturen von bis zu 42 Grad werden erwartet, in Süditalien wüten erste Waldbrände, und die zweite Hitzewelle des Sommers 2026 hat das Land fest im Griff.

Wer aktuell durch Italien reist oder dort lebt, sollte sich der Lage bewusst sein. Die rote Stufe des italienischen Hitzewarnsystems bedeutet, dass die Temperaturen nicht nur ungewöhnlich hoch sind, sondern auch gesundheitliche Risiken für die gesamte Bevölkerung darstellen, nicht nur für gefährdete Gruppen wie Senioren oder Kleinkinder.

Was die Hitzewarnstufe Rot bedeutet

Das italienische Gesundheitsministerium betreibt ein vierstufiges Warnsystem für Hitze. Stufe Drei, die rote Stufe, ist die höchste und bedeutet, dass die Hitzebedingungen drei oder mehr Tage in Folge anhalten und damit für die gesamte Bevölkerung gefährlich werden. Wie das System genau funktioniert, welche Risikostufen es gibt und welche Städte regelmäßig überwacht werden, haben wir an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Stufe Drei, die rote Stufe, ist die höchste Warnstufe und bedeutet, dass die Hitzebedingungen drei oder mehr Tage in Folge anhalten und damit für die gesamte Bevölkerung gefährlich werden. Das aktuelle Bollettino delle Ondate di Calore des Gesundheitsministeriums zeigt diese Stufe für 16 Städte landesweit.

Zu den betroffenen Städten gehören Rom, Mailand, Bologna, Florenz, Turin, Venedig, Genua, Triest, Verona, Brescia, Perugia und mehrere andere Zentren Nord- und Mittelitaliens. In Rom liegen die Tagestemperaturen mittags bei 36 Grad im Schatten, in Florenz wird die 40-Grad-Marke erwartet, und selbst nachts kühlen die Großstädte kaum noch unter 24 Grad ab.

Spitzentemperaturen bis 42 Grad

Die zweite Hitzewelle dieses Sommers begann am 22. Juni 2026 und wird von einem stabilen Hochdruckrücken aus Nordafrika getragen. Klimatologen sprechen von einer klassischen Hitzeglocke, in der absinkende Luft sich komprimiert, der Himmel wolkenlos bleibt und sich der Boden Tag für Tag stärker aufheizt. Spitzentemperaturen von bis zu 42 Grad werden im Verlauf der Woche in mehreren Regionen erwartet.

Besonders betroffen ist die Poebene mit Mailand, Bologna und Verona, wo sich die Hitze in den Großstädten besonders staut. Aber auch in Süditalien, wo die Bevölkerung im Allgemeinen besser an hohe Temperaturen gewöhnt ist, sind erste Waldbrände ausgebrochen, vor allem in Kalabrien und auf Sizilien.

Was Reisende und Bewohner jetzt tun sollten

Wer sich aktuell in Italien aufhält, sollte einige praktische Regeln beherzigen. Zwischen 11 und 18 Uhr sollte direkter Sonneneinstrahlung möglichst vermieden werden. Wer ohnehin draußen sein muss, etwa als Besucher antiker Ausgrabungsstätten oder am Strand, sollte unbedingt einen Hut, ausreichend Wasser und Sonnenschutz mitbringen.

Wichtig ist eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, am besten Wasser oder isotonische Getränke. Alkohol und stark gezuckerte Getränke verstärken die Belastung des Kreislaufs zusätzlich. Klimatisierte Räume sind tagsüber die sicherste Wahl, und wer in Italien lebt, sollte besonders nach älteren Nachbarn schauen.

Wo bleibt es vergleichsweise erträglich

Trotz der landesweiten Hitzewelle gibt es Regionen, in denen die Temperaturen erträglicher sind. Die Küstenorte profitieren von der Meeresbrise, vor allem entlang der Adriaküste, der ligurischen Riviera und der Costa degli Dei in Kalabrien, wo wir kürzlich in Briatico zu Gast waren. Auch die Berge bieten Abkühlung, etwa der Monte Amiata in der Toskana oder die Apenninen-Ausläufer in Mittelitalien.

Wer hingegen einen Städtetrip nach Rom, Florenz oder Mailand geplant hat, sollte überlegen, ob die Reise nicht besser in den September verschoben wird. Sehenswürdigkeiten in der prallen Sonne, lange Wartezeiten an Museen und die schwüle Hitze der italienischen Innenstädte sind in dieser Phase eine echte Herausforderung.

Ein Sommer der Extreme

Die aktuelle Hitzewelle ist Teil eines Trends, der sich in den letzten Jahren immer deutlicher abzeichnet. Klimaforscher führen die zunehmende Intensität und das frühe Auftreten solcher Hitzephasen auf den menschengemachten Klimawandel zurück, der Europa nach Berechnungen verschiedener Institute doppelt so schnell erwärmt wie den globalen Durchschnitt. Schon Mitte Juni hatten wir die erste Hitzewelle dieses Sommers auf vivereinitalien.de beschrieben, und der Sommer ist erst am Anfang.

Bis Ende der Woche soll die aktuelle Phase laut Prognosen anhalten. Erst danach könnten Gewitter und kühlere Luftmassen aus dem Norden vorübergehende Entspannung bringen. Für Italien bedeutet das, sich auf weitere Hitzewellen einzustellen, denn die Vorhersagen für Juli und August deuten ebenfalls auf überdurchschnittlich warme Wochen hin. Aktuelle Wetterwarnungen könnt ihr direkt und ganz unkompliziert hier bei uns auf vivereinitalien.de abrufen.

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