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Italien im Winter: Ski in Alpen, Apennin und am Ätna

Redaktion
Italien im Winter: Das verschneite Pacentro in den Abruzzen, nahe den Skigebieten Roccaraso, Ovindoli und Campo Imperatore in Mittelitalien.

Italien im Winter: Das verschneite Pacentro in den Abruzzen, nahe den Skigebieten Roccaraso, Ovindoli und Campo Imperatore in Mittelitalien.

(Foto: © e55evu - adobe.stock.com)
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Italien wird im Winter oft nur mit den Dolomiten in Verbindung gebracht, dabei verteilen sich Skigebiete, Thermen und Winter-Städte quer durchs Land. Pisten finden sich nicht nur in den Alpen, sondern auch im Apennin, auf Sizilien am Ätna und auf den Bergen Kalabriens. Dazu kommen heiße Quellen zwischen Toskana und Ischia, Opernsaison in Mailand und Rom, Karneval in regionalen Prägungen von Venedig bis Acireale sowie eine Weihnachtszeit, in der etwa die Krippenbauer der Via San Gregorio Armeno in Neapel das halbe Jahr vorarbeiten. Dieser Überblick zeigt, was ein Italien-Winter jenseits der Hochsommer-Routen bietet.

Alpen: von den Dolomiten bis nach Friaul

Das Rückgrat des italienischen Wintersports bilden die Alpen. In Trentino-Südtirol liegen die Dolomiti Superski mit zwölf verbundenen Skigebieten rund um Val Gardena, Alta Badia, Val di Fassa, Cortina d'Ampezzo und Civetta, dazu Kronplatz und Seiser Alm; die Palette reicht von Familienpisten bis zu den steilen Hängen der Marmolada. Als klassische Dolomiten-Rundtour gilt die Sellaronda, bei der sich die vier Sella-Pässe rund um das gleichnamige Massiv in einem Tag mit Skiern abfahren lassen. In der Lombardei ziehen Bormio und Livigno sowohl Skifahrer als auch Thermengäste an, in der Nähe liegt das Stilfser Joch mit seiner markanten Serpentinenstraße. Im Aostatal bieten Breuil-Cervinia unterhalb des Matterhorns und Courmayeur am Fuß des Mont Blanc Höhenlagen über 3.000 Metern, Monterosa Ski verbindet drei Täler zwischen Aostatal und Piemont. Das Piemont bündelt im Verbund Via Lattea rund 400 Pistenkilometer um Sestriere und Sauze d'Oulx; die Region war 2006 einer der Austragungsorte der Olympischen Winterspiele von Turin. Weiter östlich prägen Tarvisio und Sella Nevea die Winterregion Friaul-Julisch Venetien, die als erste alpine Station Italiens aus dem Osten erreichbar ist. Herbststimmungen wie in den Burning Dolomites im Val Gardena gehen fließend in die Wintersaison über.

Die "Krippenstraße" Via San Gregorio Armeno in Neapel: Ein magischer Ort, an dem Krippenkunst und Tradition Weihnachten lebendig machen.
Die "Krippenstraße" Via San Gregorio Armeno in Neapel: Ein magischer Ort, an dem Krippenkunst und Tradition Weihnachten lebendig machen. (Foto: © Bastian Glumm)

Apennin: Skifahren in Mittel-Italien

Jenseits der Alpen zieht sich der Apennin durch das Land und wird vielerorts zum Winterziel. Das größte Skigebiet Mittel- und Süditaliens ist Roccaraso in den Abruzzen; nach italia.it stehen dort 160 Kilometer Pisten und 38 Lifte zur Verfügung, verbunden mit Rivisondoli-Monte Pratello, Pescocostanzo und Pescasseroli über einen gemeinsamen Skipass. In derselben Region liegt Campo Imperatore am Gran Sasso, das erste Skigebiet des Apennins, mit 4 Liften, 20 Kilometern Abfahrt und 60 Kilometern Langlauf. Ovindoli-Monte Magnola im Parco Sirente-Velino bietet 21 Pisten auf rund 30 Kilometern und 11 Lifte; mit Campo Felice und Campo Imperatore bildet es den Verbund „Tre Nevi", den der Skipass dei Parchi erschließt.

Terminillo bei Rieti verfügt über 40 Kilometer Abfahrten, 26 Kilometer Langlauf und beleuchtete Loipen für Nachtläufer, Abetone in der Toskana über 50 Kilometer Pisten an 17 Liften und zwei Snowparks. In der Emilia-Romagna sind Monte Cimone bei Modena mit 50 Kilometern Pisten und einer 700 Meter langen Bobbahn, der ersten des Apennins, und Corno alle Scale bei Bologna mit 36 Kilometern die großen Namen. Molise hat mit Campitello Matese ein 40 Kilometer langes Pistennetz, von dessen höchstem Punkt der Blick bis zum Vesuv reicht.

Ski am Ätna und in Kalabrien

Dass Skipisten auch in Süditalien enden, überrascht viele. Am aktiven Vulkan Ätna stehen an Nord- und Südhang insgesamt rund 20 Pistenkilometer und neun Lifte zur Verfügung: In Linguaglossa an der Nordseite finden Skifahrer sechs Pisten über 10,3 Kilometer, in Nicolosi an der Südseite fünf Pisten über 10 Kilometer. Das Rifugio Sapienza auf 1.910 Metern dient als Ausgangspunkt, die Seilbahn führt zur Montagnola auf 2.500 Metern. Weiter westlich auf Sizilien liegt im Parco delle Madonie die Skistation Piano Battaglia am Fuß des Pizzo Carbonara, eines der höchsten Berge der Insel. In der Sila in Kalabrien betreibt Lorica am Lago Arvo eine Kabinenbahn mit 1.500 Personen pro Stunde zum Gipfel der Sila Grande, Camigliatello Silano verbindet seine Pisten zwischen 1.368 und 1.765 Metern am Monte Curcio über einen integrierten Skipass mit Lorica. Villaggio Palumbo in der Sila Crotonese ergänzt mit Sesselbahnen, Nachtbeleuchtung und einem Snowpark. Noch weiter südlich liegt Gambarie im Aspromonte mit zehn Kilometern Pisten; von dort reicht der Blick bis zu den Äolischen Inseln.

Thermen: heiße Quellen von Toskana bis Gardasee

Nicht alle Winterziele brauchen Schnee. Die Thermen Italiens sind in der kalten Jahreszeit zugleich entspannt und reizvoll, weil der Kontrast zwischen warmem Wasser und kühler Luft Teil des Erlebnisses ist. Die Terme di Saturnia in der Toskana nahe Grosseto bieten vier Freiluftbecken mit rund 37,5 Grad schwefelhaltigem Wasser und die kostenlos zugänglichen Cascate del Mulino; der Tageseintritt bewegt sich laut siviaggia zwischen 26 Euro am Werktag und 31 Euro am Feiertag. QC Terme Pré-Saint-Didier im Aostatal verfügt über mehr als 40 Anwendungen und beheizte Außenpools mit Blick auf den Monte Bianco, Tages- oder Abendpakete liegen zwischen 46 und 64 Euro. QC Terme Dolomiti in Pozza di Fassa im Trentino nutzt Wasser aus der Alloch-Quelle, der einzigen Schwefelquelle des Trentino, und verbindet den Thermenbesuch mit dem Dolomiti-Superski-Verbund. Am Gardasee liefert die Quelle der Terme di Sirmione schwefel-, salz-, brom- und jodhaltiges Wasser mit 69 Grad, direkt gegenüber am Veroneser Ufer bietet das Parco Termale del Garda in Colà di Lazise zwei Thermalseen mit 33 bis 34 Grad. Weiter südlich sind Montecatini Terme in der Toskana, Fiuggi in Latium und die vulkanisch gespeisten Thermen auf Ischia feste Winter-Adressen.

Loipe am Lago Antorno in den Dolomiten: Der kleine Bergsee nahe Misurina und den Drei Zinnen liegt mitten im Langlauf-Terrain der Sextener Dolomiten.

Loipe am Lago Antorno in den Dolomiten: Der kleine Bergsee nahe Misurina und den Drei Zinnen liegt mitten im Langlauf-Terrain der Sextener Dolomiten.

(Foto: © lynx-900 - Pixabay)

Städte in der Nebensaison und Opernsaison

Rom, Florenz, Venedig und Mailand sind im Winter weniger überlaufen als in der Hochsaison, und die Opernhäuser legen ihre wichtigsten Produktionen bewusst in diese Monate. Die Opernsaison eröffnet traditionell am 7. Dezember, dem Festtag des Mailänder Stadtpatrons Sant'Ambrogio, mit einer Premiere im Teatro alla Scala in Mailand. Das Teatro dell'Opera in Rom und das Teatro La Fenice in Venedig prägen die Spielzeit zwischen Dezember und März, das Teatro di San Carlo in Neapel gilt als das älteste durchgehend bespielte Opernhaus Europas. Rom lässt sich im Winter besonders gut zu Fuß erschließen, Florenz und Venedig bieten für die klassischen Rundgänge durch Uffizien, Dogenpalast oder Markusdom kürzere Wartezeiten als im Sommer. In Mailand kommt im Februar die Milan Fashion Week dazu, die internationale Modepresse und ein eigenes Publikum ins Winter-Stadtbild bringt. In Palermo oder Neapel verlagert sich das Leben im Winter in Caffés, Markthallen und Trattorien.

Karneval, Krippen und Weihnachtsmärkte

Zwischen Dezember und Februar liegen die wichtigsten italienischen Festzyklen des Winters. In den Südtiroler Städten Bozen, Meran, Brixen, Bruneck und Sterzing laufen die Mercatini di Natale von Ende November bis Anfang Januar, am Nordufer des Gardasees ergänzt der Garda Trentino sein Adventsprogramm um Grinch-Shows und Weihnachtsmärkte. In Neapel reiht sich auf der Via San Gregorio Armeno eine Krippenwerkstatt an die nächste, mit Figuren aus Terrakotta vom Jesuskind bis zu zeitgenössischen Politikern. Der Karneval endet 2027 am Faschingsdienstag, dem 9. Februar: In Venedig prägen die bauti-Masken das Bild, in Viareggio die riesigen Satirenwagen aus Papiermaché, in Ivrea in Piemont die Battaglia delle Arance mit mehreren hundert Tonnen Orangen, in Acireale an der Ostküste Siziliens der barock inspirierte Umzug. Jede Variante ist regional eigenständig und zieht ein eigenes Publikum an.

Weißer und schwarzer Trüffel: Italiens Wintergold

Dass die kalte Jahreszeit kulinarisch nicht schläft, zeigt der Trüffel. Der weiße Alba-Trüffel (Tuber magnatum pico) aus dem Piemont wird zwischen September und Dezember geerntet und steht im Mittelpunkt der Fiera Internazionale del Tartufo Bianco in Alba, die 2026 vom 11. Oktober bis 8. Dezember in ihrer 96. Ausgabe stattfindet; der Weltmarkt für Trüffel öffnet jedes Wochenende, dazu laufen Cooking Shows und Weinbegleitungen durch die Langhe. Von Dezember bis März folgt der schwarze Wintertrüffel (Tuber melanosporum), vor allem in Umbrien rund um Norcia und in den Marken. Dazu kommen die klassischen Winter-Zutaten der kampanischen und apulischen Küche: Friarielli, Cime di Rapa, Artischocken aus Sardinien, Olivenernte in Apulien und Kalabrien sowie frische Weine aus den Kellern der Herbstlese. Italien im Winter ist damit kein kleineres Programm, sondern ein eigenes, das in Pisten, heißen Quellen, Städten, Festen und Küche einen anderen Rhythmus annimmt als im Sommer.

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