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Frecciarossa fährt ab Sommer 2027 direkt nach München

Redaktion
Frecciarossa Schnellzüge im Bahnhof Milano Centrale ein Symbol für Italiens modernen Bahnverkehr und das Rückgrat der schnellen Verbindungen zwischen den großen Städten des Landes.
Frecciarossa Schnellzüge im Bahnhof Milano Centrale ein Symbol für Italiens modernen Bahnverkehr und das Rückgrat der schnellen Verbindungen zwischen den großen Städten des Landes. (Foto: © Kapi / Adobe Stock)
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Ab Sommer 2027 verbindet der italienische Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa München erstmals ohne Umstieg mit Rom und Mailand. Trenitalia, Deutsche Bahn und ÖBB haben die neuen Direktverbindungen am 24. September 2026 auf der Bahnmesse InnoTrans in Berlin vorgestellt. Zwei Routen sind geplant, jeweils mit einer täglichen Fahrt pro Richtung. Beide führen über den Brennerpass, Innsbruck und Verona.

Zwei Direktrouten über den Brennerpass

Mit den neuen Verbindungen entsteht eine direkte Bahnachse zwischen Bayern und Italien. Die kürzere Strecke führt von München über Innsbruck, Bozen, Trient, Rovereto, Verona und Brescia nach Mailand und ist rund 600 Kilometer lang. Die längere Route setzt hinter Verona die Fahrt über Bologna und Florenz nach Rom fort und ist rund 900 Kilometer lang.

Für die Strecke zwischen München und Mailand veranschlagen die drei Bahnen eine Fahrzeit von rund sechseinhalb Stunden, zwischen München und Rom rund achteinhalb Stunden. Auf beiden Verbindungen ist zunächst eine Fahrt pro Tag und Richtung vorgesehen, insgesamt also vier tägliche Fahrten zwischen Deutschland und Italien. Die Züge halten in mehreren Urlaubsregionen der Alpen und Norditaliens.

Kooperation als zweites EU-Pilotprojekt

Realisiert wird das Angebot durch die neue Kooperation zwischen der italienischen Trenitalia (FS-Gruppe), der Deutschen Bahn und den Österreichischen Bundesbahnen. Es handelt sich um das zweite von zehn EU-Pilotprojekten für grenzüberschreitende Fernverkehrsverbindungen. Mit dem Programm fördert die Europäische Kommission neue internationale Bahnangebote.

Trenitalia-Generaldirektor Simone Gorini bezeichnete die Verbindungen als weiteren Schritt der internationalen Expansion. Für Michael Peterson, Vorstand Personenfernverkehr der Deutschen Bahn, ist die Kooperation ein Beispiel dafür, wie sich internationaler Fernverkehr über Partnerschaften mehrerer Bahnen wirtschaftlich betreiben lässt. Sabine Stock, Vorständin ÖBB Personenverkehr, hob die verbesserte Anbindung der Tourismusregionen in Deutschland, Österreich und Italien hervor.

Testfahrten laufen bereits

Für den internationalen Einsatz rüstet das Konsortium Hitachi/Alstom neun Züge vom Typ ETR 1000 um, damit sie in den unterschiedlichen Stromsystemen und Signalanlagen Deutschlands, Österreichs und Italiens verkehren können. Die Fahrzeuge sind für den Einsatz in Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien konzipiert.

Testfahrten auf deutschen und österreichischen Gleisen laufen seit Juni 2026, unter anderem zwischen Nürnberg und Ingolstadt sowie zwischen Leipzig und Erfurt. Sie sind Teil des internationalen Zulassungsverfahrens, das für den Regelbetrieb Voraussetzung ist. Der Betriebsstart hat sich durch die aufwendige Zulassung um rund ein halbes Jahr verzögert.

Ausbau bis 2028 nach Berlin und Napoli

Der jetzt angekündigte Fahrplan ist nur die erste Stufe. Ab Dezember 2028 soll das Netz auf zehn tägliche Verbindungen zwischen Deutschland und Italien ausgebaut werden. Die Routen sollen dann bis Berlin im Norden und bis Napoli im Süden verlängert werden. Trenitalia will darüber hinaus weitere europäische Ziele wie Frankfurt und Krakau erwägen. Für Berlin ist zudem eine separate Nachtzugverbindung nach Italien in Planung.

Mit dem Ausbau wird die direkte Bahnanbindung zwischen Deutschland und Italien deutlich enger. Neben dem geplanten Frecciarossa am Tag verkehrt bereits seit September 2026 der Nachtzug European Sleeper zwischen Köln und Mailand.

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