Die 96. Ausgabe der Fiera Internazionale del Tartufo Bianco d'Alba öffnet am 10. Oktober 2026 ihre Tore und läuft bis zum 6. Dezember. Über neun Wochenenden hinweg steht die piemontesische Kleinstadt Alba im Zeichen des weißen Trüffels, wissenschaftlich Tuber magnatum Picco. Die Messe zählt nach eigenen Angaben mehr als 600.000 Besucher pro Saison und ist eines der bedeutendsten Gastronomie-Ereignisse des Piemont. Das Motto der diesjährigen Ausgabe lautet Autentiche Relazioni – authentische Beziehungen.
Der Trüffelmarkt im Cortile della Maddalena
Herzstück der Fiera ist der Mercato Mondiale del Tartufo, der jeden Samstag und Sonntag zwischen dem 10. Oktober und dem 6. Dezember im Cortile della Maddalena stattfindet, mit Eingang von der Piazza Falcone. Öffnungszeiten sind 9.30 bis 19.30 Uhr. An den Ständen bieten Trifolao, die traditionellen Trüffelsucher, ihre frisch geernteten Knollen an, dazu Winzer aus den umliegenden Anbaugebieten Langhe, Roero und Monferrato sowie regionale Lebensmittelerzeuger.
Vor dem Verkauf wird jeder einzelne Trüffel von der Commissione Qualità der Messe geprüft, einer Kommission aus geschulten Sensorik-Fachleuten des Centro Nazionale Studi Tartufo. Nur zertifizierte Exemplare gelangen in den Verkauf. Die traditionelle Trüffelsuche selbst zählt seit 2021 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Für Besucher lohnt sich der Weg durch den Markt auch ohne Kaufabsicht, weil sich hier die verschiedenen Größen, Preisklassen und Herkunftsgebiete des weißen Trüffels vergleichen lassen.
Neu 2026: Ticket inklusive Trüffelmuseum, Gastregion Rioja
Die 96. Ausgabe bringt zwei Neuerungen. Erstmals ist der Zugang zum MUDET – Museo del Tartufo in Alba direkt im Fiera-Ticket enthalten. Das monothematische Museum wurde bereits am 14. Oktober 2023 im Cortile della Maddalena eröffnet und zeigt auf 530 Quadratmetern die Kulturgeschichte, Biologie und wirtschaftliche Bedeutung des weißen Trüffels. Öffnungszeiten sind 10.30 bis 18.00 Uhr, dienstags geschlossen.
Als Gastregion begrüßt die Fiera in diesem Jahr die spanische Weinregion Rioja. Nach Champagne, Burgund, Napa Valley und der Ätna-Region auf Sizilien erweitert die Reihe Truffle and Wine damit den internationalen Bezugsrahmen der Messe. In Alba selbst steht der weiße Trüffel im Dialog mit den Konsortien von Barolo, Barbaresco und Alta Langa DOCG.

Der weiße Trüffel von Alba (Tuber magnatum Picco) gehört zu den kostbarsten kulinarischen Spezialitäten Italiens und steht im Mittelpunkt der internationalen Trüffelmesse.
Rahmenprogramm zwischen Kochshows und Palio
Die Fiera lebt von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Sie startet symbolisch mit dem Capodanno del Tartufo, dem „Trüffel-Neujahr" in der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober, wenn Alba den Beginn der offiziellen Sammelsaison mit einem künstlerischen Moment im Teatro Sociale, einem Umzug der Trifolao mit ihren Hunden und einem Abschluss-Toast mit Alta Langa DOCG begeht.
Über die neun Wochenenden verteilt bringt das Programm mehr als 40 Sterneköche aus Italien und dem Ausland zu Cooking-Shows, Aperitivi-Formaten und Laboratori del Gusto nach Alba. Dazu kommen der historische Palio degli Asini – ein Eselrennen als parodistische Antwort auf den Palio von Asti –, das Baccanale dei Borghi mit mittelalterlichen Umzügen und der Fahnenschwenker-Wettbewerb Festival della Bandiera. Die literarische Klammer setzt der Premio Lattes Grinzane, ein internationaler Literaturpreis, der jährlich im Rahmen der Fiera vergeben wird.
Anreise und praktische Tipps
Alba liegt im Süden des Piemont, im Herzen der UNESCO-Weinlandschaft Langhe-Roero und Monferrato. Von Turin aus sind es über die A6 und A33 rund eine Stunde, von Mailand über A7 und A21 etwa zwei Stunden Fahrt. Auch von Genua über die A26 lässt sich Alba in rund zwei Stunden erreichen. Wer mit dem Zug anreist, nutzt üblicherweise die Regionalverbindung ab Turin (Porta Nuova).
Das Fiera-Ticket kostet sechs Euro, ist online oder vor Ort erhältlich und beinhaltet den Zugang zum MUDET. Für Gruppen ab 30 Personen gilt ein reduzierter Preis, Kinder unter 15 Jahren und Menschen mit Behinderung haben freien Eintritt. Der Trüffel selbst wird gesondert bezahlt, ein Kilopreis wird bewusst nicht ausgehängt, weil er sich saisonal und wöchentlich verändert.




