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Italien: Eni, IP und Q8 deckeln Benzin- und Dieselpreise

Redaktion
Nach einem Appell der Regierung deckeln Eni, IP und Q8 ihre Benzin- und Dieselpreise. Die italienischen Durchschnittspreise sinken seit Ende September.

Nach einem Appell der Regierung deckeln Eni, IP und Q8 ihre Benzin- und Dieselpreise. Die italienischen Durchschnittspreise sinken seit Ende September.

(Foto: © Engin_Akyurt - Pixabay)
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Nach einem Appell der Regierung haben die drei Tankstellen-Ketten Eni, IP und Q8 Preisobergrenzen für Benzin und Diesel eingeführt. Die Maßnahme läuft seit dem 28. September, Q8 schloss sich am 1. Oktober an. Die italienischen Durchschnittspreise sinken seitdem spürbar: Am 1. Oktober lag der nationale Mittelwert laut Mimit im Selfservice bei 2,084 Euro pro Liter Benzin und 2,285 Euro für Diesel – jeweils rund drei Cent weniger als am Tag zuvor. Auf der Autobahn lagen Benzin und Diesel im Self-Modus bei durchschnittlich 2,122 und 2,328 Euro.

Die drei Ketten setzen den Preisdeckel jedoch unterschiedlich um. Nur Enilive hat zum Start einen einheitlichen Höchstpreis für das gesamte Netz festgelegt. IP arbeitet mit einer schrittweisen Einführung, Q8 mit einem von Standort zu Standort variierenden System. Vor dem Tanken lohnt sich damit ein Preisvergleich, vivereinitalien.de bietet dafür eine Live-Übersicht der tagesaktuellen Benzin- und Dieselpreise aller italienischen Tankstellen.

Enilive: feste Obergrenze seit 28. September

Die klarste Regelung kommt von Enilive, der Tankstellen-Marke von Eni. Seit dem 28. September gilt im gesamten Enilive-Netz ein Höchstpreis von 1,99 Euro pro Liter Benzin und 2,19 Euro für Diesel, bei Einführung lag das rund 17 Cent unter dem damaligen Marktdurchschnitt. Die Regelung ist zunächst auf 30 Tage angelegt, kann aber je nach Marktentwicklung bis zum Jahresende verlängert werden.

Es handelt sich um eine Obergrenze, nicht um einen Fixpreis. Liegt der tatsächliche Preis an einer Enilive-Zapfsäule darunter, wird der niedrigere Wert berechnet. Die Maßnahme garantiert also nur, dass die Preise nicht nach oben ausreißen.

IP: gleiche Werte, aber schrittweise Einführung

Die zweite Kette, IP (Italiana Petroli), hat ebenfalls am 28. September begonnen, mit denselben Höchstwerten wie Enilive. Allerdings gilt der Preisdeckel nicht sofort im gesamten Netz. Zum Start wurde er an rund 300 Tankstellen umgesetzt, davon rund zwanzig an Autobahnen. Die Ausweitung erfolgt progressiv, je nach regionaler Marktlage.

Die zu IP gehörende Muttergesellschaft SOCAR hat zudem angekündigt, die Regelung in weiteren Schritten auch auf Esso-Stationen und andere Abnehmer aus dem IP-Verbund auszudehnen. Rechnerisch steht IP für 21 Prozent der italienischen Tankstellen, Eni für 18 Prozent, bei voller Umsetzung wären damit rund 39 Prozent des Marktes von Preisobergrenzen erfasst. Welche IP-Stationen bereits einbezogen sind, lässt sich am Logo allein jedoch nicht erkennen, die Teilnahme muss im Einzelfall geprüft werden.

Q8: modularer Ansatz ohne nationalen Höchstpreis

Als dritter großer Anbieter folgte Q8 Italia zum 1. Oktober. Allerdings weicht der Ansatz hier deutlich von Eni und IP ab: Q8 arbeitet nach eigener Darstellung mit einem modularen System, das die unterschiedlichen Marktlagen und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der einzelnen Betreiber berücksichtigt. Einen einheitlichen Höchstpreis für das gesamte Q8-Netz wie bei Enilive hat das Unternehmen bislang nicht kommuniziert.

Für Autofahrer bedeutet das, dass die Benzin- und Dieselpreise an Q8-Stationen in der Startphase von Standort zu Standort unterschiedlich ausfallen können. Auch die Q8-Regelung ist zunächst auf 30 Tage angelegt.

Steuerabbau und flexible Verbrauchsteuer als Hintergrund

Die Preisdeckel fallen nicht zufällig in diese Woche. Die italienische Regierung baut parallel die staatliche Entlastung bei Diesel ab: Am 26. September wurde der Rabatt auf die Verbrauchsteuer für Diesel von 12,2 auf 6,1 Cent pro Liter halbiert. Diese reduzierte Entlastung läuft noch bis zum 5. Oktober.

Ab dem 6. Oktober greift ein neuer Mechanismus, die sogenannten accise mobili. Eine flexible Verbrauchsteuer, mit der die Regierung Kraftstoffpreise durch laufende Steueranpassungen regulieren kann, ohne eine feste Höhe vorzuschreiben. Die Preisdeckel von Eni, IP und Q8 sind von der Regierung ausdrücklich als Ergänzung zu diesem Steuerumbau positioniert worden.

Tagesaktuelle Benzin- und Dieselpreise live vergleichen

Weil die Price Caps von Anbieter zu Anbieter und bei IP und Q8 auch von Station zu Station variieren, lohnt sich der Blick in einen Live-Preisvergleich. Vivereinitalien.de bündelt die aktuellen italienischen Tankpreise auf einer eigenen Service-Seite, die ständig aktualisiert wird. Die offizielle Datengrundlage dafür liefert die Plattform Osservaprezzi Carburanti des Wirtschaftsministeriums, die alle von italienischen Tankstellen gemeldeten Preise für Benzin, Diesel, LPG und Erdgas listet, inklusive Marke, Standort und tagesaktuellem Preisstand. Zusätzlich steht eine App für Android und iOS zur Verfügung.

Besonders im Umfeld von Autobahn-Raststätten und Grenzübergängen können die Unterschiede zwischen gedeckelten und nicht gedeckelten Stationen deutlich ausfallen, ein Blick in den Live-Vergleich lohnt sich dort vor jedem Tankstopp.

Wie es weitergeht

Die drei Price Caps sind zunächst auf einen Monat angelegt. Ob sich weitere Ketten anschließen oder die bestehenden Programme verlängert werden, ist aktuell offen. Eni hat eine Verlängerung bis zum Jahresende in Aussicht gestellt, falls Marktentwicklung und Beschaffungslage das zulassen. IP will die progressive Ausweitung fortsetzen. Q8 hat zu einer möglichen Erweiterung noch keine konkreten Zahlen genannt.

Die Preisunterschiede zwischen Stationen mit und ohne Price Cap weiten sich laut Wirtschaftsministerium bereits aus. Für alle, die mit dem Auto durch Italien unterwegs sind, wird der Preisvergleich damit zur alltäglichen Übung. Grundlage dafür bietet die vom Ministerium geführte Datenbank und ein Blick auf die Preistafel am Tankstellen-Eingang, bevor man einfährt.

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